Mittwoch, 22. Mai 2024

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Mission possible

Abarth lässt neuen Elektro-500e als kleine Limousine und als kleines Cabrio mit 155 PS vorfahren

Von Günther Koch/Life-Magazin

Skorpion unter Vollstrom: Abarths 500e ist in zwei Karosserievarianten zu haben. Foto: Koch

Pöcking – Die Abarth-Modellpalette ist aktuell sehr übersichtlich, besteht aus den beiden 165 und 180 PS starken Mini-Flitzern 595 und 695 mit 165 und 180 PS. Auf Basis des Fiat 500e hat die sportliche Stellantis-Kleinwagenmarke mit dem Skorpion im Emblem national gerade in Pöcking am Starnberger See ihr erstes vollelektrisches Fahrzeug vorgestellt. Mit dem normalen Abarth 500e lösen die Italiener jetzt, angelehnt an das Gründungsjahr der Marke, die auf 1949 Exemplare limitierte Einführungsauflage Scorpionissima ab. Der Einstieg beginnt je nach Karosserievariante bei 37 990/40 990 Euro. 

Dreitüriger Viersitzer

Das Auto: Der Vollstromer, 3,67 Meter lang, 1,68 Meter breit und 1,51 Meter hoch, verfügt über 2,32 Meter Radstand und einen Kofferraum, der immerhin noch 185 bis 550 Liter fasst. Der dreitürige Viersitzer ist als Schräghecklimousine mit festem Glasdach und als Cabrio mit elektrischem Rollverdeck aus Stoff zu haben. Schon der äußere Auftritt, angefangen von der speziellen Frontschürze über Seitenschweller und Heckdiffusor bis hin zu den 17/18-Zöllern, lässt erahnen, was in ihm steckt. Innen fallen Dreispeichen-Sportlenkrad, sehr guten Seitenhalt bietende Integralsitze und in der höheren Ausstattungsstufe etwa Alcantara und Pedalabdeckungen in Stahl auf. Im Cockpit sind die Displays anders konfiguriert.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenwappen auf der Haube.

Reichweite 242 bis 360 Kilometer

Der Antrieb: Die Elektromaschine leistet 155 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 235 Newtonmetern an. Die Abarth 500e beschleunigen in sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, erreichen ihre höchste Geschwindigkeit bei 155 Stundenkilometern. Eine Ein-Gang-Box mit Untersetzung überträgt in den leer 1410/1435 Kilo schweren Frontantrieblern die Kraft auf die Räder. Die Batterie im Boden hat 42,2/37,8 Kilowattstunden Kapazität. Den Stromverbrauch gibt Abarth kombiniert pro 100 Kilometer mit 17,1 bis 18,8 Kilowattstunden an. Die elektrische Reichweite soll im Mix 242 bis 265, in der Stadt 328 bis 360 Kilometer betragen. Die Dauer des Ladens findet sich je nach Anschluss mit 35 Minuten für 80 Prozent über gut 4 bis deutlich über 15 Stunden so zumindest im Datenblatt.

Der 500e ist der erste Elektro-Abarth. Blick ins bekannte Cockpit.

Niedriger Schwerpunkt, drei Fahrmodi

Das Fahren: „Klar ist, dass Leistung, Stil und Sportlichkeit auch weiterhin eine wichtige Rolle bei der Marke mit dem Skorpion spielen werden“, heißt es bei Abarth mit dem Zusatz „auch oder gerade als Elektrofahrzeug“. Entsprechend ist man mit der flotten Knutschkugel unterwegs. Sie stellt in der Tat für den, der noch Spaß an seinem Automobil haben will, eine gelungene Kombination aus leisem Antrieb, spritzigem Handling und rasanter Beschleunigung dar. Es geht knackig ums Eck. Die elektrisch unterstützte Servolenkung mit Sportmodus arbeitet präzise. Durch seinen niedrigen Schwerpunkt klebt der kleine Renner förmlich auf dem Asphalt. Es gibt neue Fahrprogramme. Bei Turismo ist das Fahrgefühl bei leichter Leistungsminderung komfortabler. Track steht für maximale Leistungsabgabe. Im Modus Street gewinnt das System am stärksten Energie zurück und das sogenannte One-Pedal-Feeling stellt sich ein, wenn man den Wagen mit einem einzigen Pedal sowohl beschleunigen und die Scheibenbremsen nach Art einer Motobremse auch aktiv verzögern lassen kann.

Heck-/Seitenansicht. Beider Gepäckabteile fassen 185 bis 550 Liter.

Über Basismodell nur noch Turismo

Die Ausstattung: Schon beim Basismodell Abarth 500e sind etwa LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, neuer Frontstoßfänger, neuer Frontspoiler, neue Seitenschweller, neuer Heckdiffusoreinsatz, Klimaautomatik, 7,0-Zoll-Digitaldisplay, Multimedia, 10,25-Zoll-Touchscreen, Navigation, Digitalradio, Smartphone-Einbindung, kabelloses Smartphone-Laden, Sportsitze, Sportlenkrad, Tempomat, Aufmerksamkeitsassistenz, Notbremsassistenz, Spurhaltehilfe, Verkehrszeicheninformation und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 205er-Reifen Standard. Beim Abarth 500e Turismo darüber gehören etwa Soundgenerator, 360-Grad-Drohnenansicht samt Rückfahrkamera, intelligente Geschwindigkeits- und Totwinkelassistenz sowie 18-Zöller Standard.   

Der Skorpion ist das Markenemblem. Und so sieht der 500e von der Seite aus.

Künstliches Motorengeräusch

Alles in allem: Nein, ein Langstreckenauto ist der Mini-Cooper-SE- und Ora Funky-Cat-Konkurrent wahrlich nicht, ein sportlicher Citystromer wenigstens für die kurze oder die mittlere Strecke aber schon, und zwar egal ob er farblich in Adrenalin-Rot, Gift-Blau oder Säure-Grün vorfährt. Das von einem wasserdichten Soundgenerator erzeugte künstliche Motorengeräusch für einen eigentlich Abarth-typisch lauteren krawalligen Auftritt lässt sich immerhin, wenn auch nur sehr umständlich, in einem der Untermenüs deaktivieren. Ob „Mission Impossible“-Darsteller Tom Cruise das in dem Werbespot mit dem Abarth 500e in der nächsten Folge vor der actiongeladenen neuesten Verfolgungsjagd durch die Straßen Roms gleich gefunden hat? Mission possible.      

Datenblatt

Motor: Elektro. Leistung: 113,7/155 kW/PS. Maximales Drehmoment. 235 Newtonmeter. Beschleunigung: 7,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 155 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Ein-Gang-Untersetzungsbox. Batteriekapazität: 42,2/37,8 Kilowattstunden. Stromverbrauch laut Abarth kombiniert pro 100 Kilometer nach WLTP 17,1-18,8 Kilowattstunden. Elektrische Reichweite: Kombiniert 242-265, in der Stadt 328-360 Kilometer. Ladedauer: Je nach Anschluss 35 Minuten für 0-80 Prozent über 4:15 Stunden bis 15:15 Stunden. Grundpreis: 37 990/42 990 Euro (Limousine), 40 990/45 990 Euro (Cabrio).      

KoCom/Fotos: Günther Koch

12. Juli 2023