Donnerstag, 30. Juni 2022

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Die Familie wächst

VW führt mit ID5 und ID5 GTX Elektro-SUV-Coupé ein / Eine Batterie, drei Motorisierungen

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der neue Mittelklasse-ID5, hier als GTX, läuft in Zwickau vom Band. Fotos: Koch

Salzburg/Scheffau – Erst ID3, dann ID4 und ID4 GTX: Als nächstes nimmt VW den gerade auf dem Weg von Salzburg nach Scheffau in Tirol vorgestellten ID5 samt ID5 GTX ins Programm. Damit sind die Wolfsburger konzernintern etwa im Umfeld von Skoda Enyaq und Skoda Enyak Coupé unterwegs, treten darüber hinaus gegen Konkurrenten wie Ford Mustang Mach-E, Tesla Model 3/Model Y oder neuerdings auch Genesis GV60 an. Der preisliche Einstieg beginnt bei 46 515 Euro. Die ersten Auslieferungen sind noch für Mai vorgesehen gewesen.

Vergleichsweise emotional

Das Auto: Beim auf dem ID4 basierenden ID5 handelt es sich um das erste Elektro-SUV-Coupé von VW. Es ist 4,59 Meter lang, 1,85 Meter breit, 1,61 Meter hoch, verfügt über 2,76 Meter Radstand. Der Kofferraum fasst 549 bis 1561 Liter. Wie beim ID4 ist der GTX die sportlichere Variante. Die fünftürigen ID5-Fünfsitzer, die auf der modularen Elektroarchitektur von Volkswagen aufbauen, sind zwar etwas länger als die ID4, weisen aber sonst kaum Unterschiede auf. Ein für VW-Verhältnisse emotionales Design mit bulligem Frontstoßfänger, kurzen Überhängen und sportlichem Heckspoiler zeichnet den neuesten ID-Nachwuchs aus. Innen gibt’s selbst im Fond bei ordentlich Bein- und Kopffreiheit noch genug Platz. Auch wenn das Cockpit mit nur noch wenig Tasten zunächst aufgeräumt und dadurch sehr übersichtlich wirkt: Die Bedienung sollte gerade wegen vielfältiger Einstellmöglichkeiten und komplexer Funktionen doch einfacher sein! So ist vieles teils nur über unübersichtliche Bildschirmmenüs steuerbar. Im Tachodisplay haben wir den Kilometerstand vergeblich gesucht. Unpraktische, zudem nach wie vor unbeleuchtete Slider sind an die Stelle der eigentlich viel praktischeren Drehknöpfe für Heizung und Lautstärke getreten. In Prozent zeigen die ID5er wenigstens den aktuellen Ladezustand der Batterie an. Das Batteriesymbol zuvor war viel zu klein.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo unterhalb der Haube vorn.

Mit Leistungen von 174 über 204 bis 299 PS

Der Antrieb: Die Elektromotoren leisten je nach Version 128/174, 150/204 und 220/299 kW/PS, sind hinten, beim GTX für den 4Motion-Allrad vorn und hinten platziert, stellen durchzugsstärkere 235, 310 und 460 Newtonmeter Drehmoment bereit, beschleunigen diese leer 2117 und 2242 Kilo schweren ID in 6,3 bis 10,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen sie in der Spitze bis 160 und 180 Stundenkilometer schnell. Die Kraft gelangt über eine Ein-Gang-Automatik jeweils vorn und hinten mit fester Übersetzung auf die Räder. Den kombinierten WLTP-Verbrauch gibt VW mit 16,9 bis 17,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer an, die Reichweite mit 491 bis 516 Kilometern. Die Kapazität der Hochvoltbatterie im Unterboden beträgt demnach brutto/netto 82/77 Kilowattstunden, die Wechsel-/Gleichstrom-Ladeleistung 11,0/135,0 Kilowatt. Das Schnellladen soll je nach Anschluss rund 30 Minuten für weitere mehr als 300 Kilometer dauern.

Beim GTX ist ein Motor vorn, einer hinten verbaut. Blick ins moderne Cockpit.

Tiefer Schwerpunkt verbessert Agilität und Handling

Das Fahren: 299 PS im Fall des GTX sind eine Ansage. Druckvoll schiebt das sportlichere ID5-Coupé in dieser Ausführung beim Tritt aufs Fahrpedal voran. Es gibt eine Fahrprofilauswahl. Der tiefe Schwerpunkt verbessert Agilität und Handling. Der Allrad erhöht mit der Traktion die Stabilität beim Fahren. Die Entwickler scheinen bemüht gewesen, das Fahrwerk ebenfalls sportlich abzustimmen, doch das höhere Gewicht schränkt die Leichtfüßigkeit etwa gegenüber einem kompakten Golf GTI (als Pendant zum GTX) ein. So ist spürbar, dass mehr Kilos in zügiger durchfahrenen Kurven stärker nach außen drängen. Unterm Strich bleibt das Fahrverhalten dennoch ausgewogen. Die elektromechanische Servolenkung könnte noch direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen packen standfest zu. Wer ambitionierter unterwegs sein will, kann optional das Adaptivfahrwerk mit elektronischer Dämpferverstellung und Progressivlenkung ordern. 

Markenlogo und Modellkennung hinten. Das Gepäckabteil fasst 549 bis 1561 Liter. 

Basismodell schon umfangreicher bestückt

Die Ausstattung: Schon im Basismodell ID5 Pro gehören etwa LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Klimaautomatik, Infotainment, Navigation, Digitalradioempfang, Multifunktionslenkrad mit Touchfunktion, Müdigkeits-, Fußgänger-, Radfahrer-, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistenz, Abbiegebremsfunktion, Ausweichunterstützung, Spurhalte-, Einparkhilfe, Geschwindigkeitsbegrenzer in Verbindung mit Online-Diensten sowie 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 235/255er-Reifen zum Grundumfang. Die beiden Performance-orientierteren Versionen darüber, ID5 Pro Performance und ID5 GTX, sind entsprechend wertiger bestückt. Bei den elektronischen Hilfen finden sich Travel Assist und Park Assist für personalisiertes Einparken neu in der Liste. Automatische „Over the air“-Aktualisierungen der Software sind möglich. Mittels „Plug-&-Charge“ soll das Laden leichter sein, indem man das Fahrzeug künftig einfach nur einsteckt, der ID5 sich selbst identifiziert und ohne zusätzliche Apps oder Karten lädt. Die Routenberechnung der Navigation bezieht Ladestopps ein, unterbreitet zudem automatisch Vorschläge auf Basis der aktuellen Datenlage.

Heck-/Seitenansicht. So sieht der fünftürige Fünfsitzer als GTX von der Seite aus.

Als nächstes ID Buzz/ID Cargo

Alles in allem: In der ID-Baureihe sind Mittelklasse-ID5/ID5 GTX die vorläufigen Spitzenmodelle. Sie fahren etwas langstreckentauglicher vor, können Lasten bis immerhin 1200 Kilo an den Haken nehmen, dazu als Energiespender dienen. Die Preise liegen etwas höher als beim ID4/ID4 GTX, reichen über 47 550 Euro für den ID5 Pro Performance bis zum ID5 GTX ab 53 615 Euro hinauf. Hinzu kommt: Die Liste der Aufpreise, etwa für eine Wärmepumpe zur Optimierung der Reichweite, ist lang. Aber noch gibt es bekanntlich staatliche Förderung bei Anschaffung und Steuer. ID Buzz/ID Buzz Cargo, beide als Elektrobus/Elektrotransporter mit 77-Kilowattstunden-Akku und 423/425 Kilometer Reichweite, folgen noch 2022. Wie spätestens 2025 der kleine ID2 aussehen könnte, hat die ID-Life-Studie gezeigt.

Datenblatt

Motor: Elektro. Leistung: 128/174, 150/204, 220/299 kW/PS. Maximales Drehmoment: 235, 310, 460 Newtonmeter. Beschleunigung: 10,4, 8,4, 6,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 160, 160, 180 Stundenkilometer. Antrieb: Heck, Allrad (ID5 GTX). Getriebe: Ein-Gang-Automatik jeweils vorn und hinten. Batteriekapazität brutto/netto: 82/77 Kilowattstunden. Ladeleistung Wechsel-/Gleichstrom: 11,0/135,0 Kilowatt. Verbrauch: Kombiniert nach WLTP laut Datenblatt 16,9, 16,9, 17,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Schnellladen: Je nach Anschluss rund 30 Minuten für weitere mehr als 300 Kilometer. Reichweite: 516, 516, 491 Kilometer. Grundpreis: 46 515 Euro (ID5 Pro), 47 550 Euro (ID5 Pro Performance), ID5 GTX 4Motion (53 615 Euro). 

KoCom/Fotos: Günther Koch

11. Mai 2022