Donnerstag, 30. Juni 2022

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

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"Geh' Ford"

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Italienisches Elektro-Trio

Fiat-Nutzfahrzeugsparte setzt mit seinen gleich drei Vollstromern Ulysse, Scudo und Ducato ein Zeichen

Von Günther Koch und Rainer Waldinger/Life-Magazin

Ulysse (links) und Scudo sind wie der Ducato elektrisch unterwegs. Fotos: Waldinger

Turin - Gleich im Doppelpack, insbesondere was die E(lektro)-Varianten betrifft, hat die Professional genannte Nutzfahrzeugsparte von Fiat gerade in Turin in Neuauflage die eiden Modelle Ulysse und Scudo vorgestellt. Als Dritter im Bunde wartet zudem der große Nutzfahrzeug-Bruder Ducato ebenfalls mit Neuerungen auf.

Der neue Ulysse ist nur vollelektrisch zu haben. Blick ins Cockpit.

Zurück bei Großraumlimousinen

Zum Ulysse: Mit diesem 4,95 oder 5,30 Meter langen Multivan, dessen Kofferraum je nach Sitzkonfiguration 450 oder 800 bis zu 900 oder 1500 Liter fasst, kehrt Fiat ins Segment der Großraumlimousinen zurück, hat vom Familienfahrzeug bis zum Shuttle für Hotelgäste dabei vor allem Personentransporte im Blick. Als Siebensitzer sind 16, als Achtsitzer 12 verschiedene Konfigurationen möglich. Die hinten auf Schienen montierten Sitze sind leicht verschieb-, verstell- oder ausbaubar. Für ein Wohnzimmer oder Büro auf Rädern lässt ein Panorama-Glasdach, ab Lounge-Ausstattung genauso Standard wie Einzelsitze hinten und Klapptisch, viel Licht von außen rein. Der Elektroantrieb, 136 PS, bis Tempo 130 schnell, 50-/75-Kilowattstunden-Batterie, kombinierter Verbrauch 23,3 Kilowattstunden pro Kilometer, 231/329 Kilometer Reichweite und serienmäßig 100-Kilowatt-Schnellladen in 45 Minuten bis 80 Prozent, ist aus dem Stellantis-Konzern bekannt. Eine spezielle Funktion der Traktionskontrolle steuert ähnlich wie beim Scudo mittels Asphalt-, Schnee-, Sand- oder Matschmodus den Antrieb. Der Elektro-Ulysse fängt preislich je nach Akkugröße bei 55 990/61 990 Euro an.

Der Fond kann als rollendes Büro oder Wohnzimmer dienen. Modellschriftzug hinten.

Wahlweise auch noch als Turbodiesel

Zum Scudo: Er ist als um die fünf Meter langer Kastenwagen, Multikabiner, Fahrgestell mit Flachboden und Kleinbus beziehungsweise Kombi zu haben, kommt wahlweise als Diesel mit 102, 120, 145 oder 177 PS und vollelektrisch wie beim Ulysse mit dem identischen 136-PS-Antrieb daher. Das Ladevolumen bleibt unabhängig davon je nach Radstand bei bis zu 6,6 Kubikmetern, die Nutzlast bei 1400 Kilo, die Anhängelast bei einer Tonne. Bei der Neuentwicklung des recht handlichen Scudo standen nicht zuletzt Ergonomie, Schall-, Vibrationsreduzierung und Federungskomfort im Lastenheft. Zur Personenbeförderung ist der Scudo mit bis zu neun Sitzen konfigurierbar. Für die Stadt gibt es eine spezielle 4,60-Meter-Version. Der Elektro-Scudo ist mit Mehrwertsteuer ab 45 101/37 900, ohne ab 51 705/43 450 Euro zu haben. Zum Vergleich: Die Verbrenner-Scudo beginnen mit/ohne Mehrwertsteuer bei 32 249/27 100 Euro.

Der Scudo wirkt sportlich-bullig und kompakt. Blick unter die Haube des Modells vorn.

Schließlich noch der große Transporter-Bruder

Zum Ducato: Den großen, in fünf Längen von 4,90 bis 6,30 Metern und Ladevolumina von 8 bis 17 Kubikmetern lieferbaren Transporter, auf dessen Basis auch Wohnmobile entstehen, gibt es verbrennermäßig als Turbodiesel mit 120, 140 und 180 PS. Ein 120-PS-Elektromotor treibt die mit bis zu 1910/1595 Nutzlast versehene Variante als 100 Stundenkilometer schneller Kastenwagen-Vollstromer mit 47/79-Kilowattstunden-Batterie, bis zu 175/272, in der Stadt bis zu 238/361 Kilometern Reichweite und je nach Anschluss 30 Minuten Ladedauer bis 80 Prozent an. „Der neue Ducato ist nun auch mit modernen Fahrassistenzen bis hin zum autonomen Stufe-2-Fahren erhältlich“, betont Fiat-Professional-Deutschland-Sprecher Markus Hauf. Was den Ducato betrifft, steht die Elektroversion mit/ohne Mehrwertsteuer ab 69 168/57 640 Euro in der Liste. Zum Vergleich: Der günstigste Kastenwagen startet ab 35 401/29 771 Euro.

Blick ins Cockpit des kleinen Lieferwagens und auf den Modellschriftzug hinten.

Mit modernen Elektronikhilfen an Bord

Wir sind im Elektro-Ulysse und -Scudo unterwegs gewesen. Beide laufen elektrisch geräuschärmer beschleunigen schon aus dem Stand ordentlich wie bei Vollstromern üblich, haben moderne Elektronikhilfen an Bord. Mit Ledersitzen kommt der äußerlich etwas elegantere Ulysse recht wertig rüber, während der Pkw-Scudo optisch einen sportlicheren Eindruck hinterlässt. Durch ihre flache Bauweise wirken beide relativ kompakt. Der viele Kunststoff innen fällt auf, etwa an Türen und Armaturen, was bei Nutzfahrzeugen, die sich immer mehr wie normale Pkw fahren, allerdings eher die Regel als die Ausnahme ist. Ulysse, Scudo und Ducato treten konzernintern gegen baugleiche Citroën, Peugeot und Opel an.

KoCom/Fotos: Rainer Waldinger

14. April 2022