Donnerstag, 30. Juni 2022

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"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Voller Hybrid

Suzuki (I): Vitara-Palette erweitert / Elektrifizierte Variante mit Doppelherz-Kraft und 115 PS Systemleistung

Von Günther Koch/Life-Magazin

Mit dem Vollhybrid-Vitara setzt auch Suzuki sich mehr unter Strom. Fotos: Koch

Frankfurt/Main – Suzuki hat 2021 bei uns so viele Autos wie nie zuvor verkauft. Insgesamt sind es 27 366 Neuzulassungen gewesen, was immerhin einem Plus von 22,1 Prozent entspricht. Doch Kazuyuki Yamashita sieht noch einige Luft nach oben. Bei der Fahrvorstellung des neuen Vitara Vollhybrid zusammen mit dem neuen S-Cross gerade in Frankfurt/Main hat der Deutschland-Chef der Japaner als eine der nächsten Zielmarken 50 000 Einheiten genannt. Wozu eben auch der neue Vollhybrid, Einstiegspreis ab 29 150 Euro, beitragen soll. Mit dem in Ungarn gebauten City-SUV ist Suzuki im Umfeld deutscher Konkurrenten wie Ford Puma, Opel Mokka und VW T-Cross unterwegs

Optisch robust und stylischer

Das Auto: Den Vitara, zwischenzeitlich auch Grand Vitara genannt, gibt es bei uns seit 1988. 2018 haben die Japaner ihn zuletzt überarbeitet. Die aktuelle Generation ist, solide verarbeitet, in der höchsten Ausstattung auch wertiger anmutend, 4,17 Meter lang, 1,77 Meter breit und 1,59 Meter hoch. Der Radstand misst 2,50 Meter. Im Kofferraum der verfügbaren Vitara lassen sich je nach Version 375/1120 oder 289/1046 Liter Gepäck verstauen. Die Optik des fünftürigen Fünfsitzers wirkt ähnlich wie beim S-Cross sportlich-robust und stylischer mit markanterer Frontpartie durch den auffallenderen Kühlergrill. Die Bodenfreiheit ist erhöht. Die Radhäuser sind ausgestellt. Auch der Unterfahrschutz  unterstreicht den Geländewagen-Charakter. Wer will, kann Zweifarblackierungen mit schwarzem Dach kombinieren. Innen geht es eher funktionell zu. Kopf- und Beinfreiheit vorn und hinten sind gut. Die erhöhte Sitzposition erlaubt eine bessere Übersicht. Die Bedienung im recht übersichtlich gestalteten Cockpit ist rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn im Kühlergrill.

Benziner und Elektromotor arbeiten zusammen

Der Antrieb: Beim Vollhybrid haben die Japaner einen 1,5-Liter-Benziner mit 102 PS und einen 33-PS-Elektromotor miteinander kombiniert. Die Systemleistung beträgt 115 PS. Maximal 138 Newtonmeter Drehmoment liegen im Benziner bei 4000 Umdrehungen pro Minute an. Wie beim S-Cross fehlt in den Unterlagen zur Fahrvorstellung neben der rein elektrischen Reichweite zwar auch die Angabe für die Beschleunigung. Doch was die höchste Geschwindigkeit betrifft, schafft der Vollhybrid 180 Stundenkilometer Spitze. Front- oder ab 31 000 Euro Allradantrieb sind möglich. Eine Sechsstufen-Automatik überträgt die Kraft auf die vorderen oder auf alle vier Räder. Der Verbrauch nach WLTP findet sich mit 5,3/5,8 Litern so zumindest im Datenblatt. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende der ersten Ausfahrt nach normalen Orts-, Landstraßenfahrprofilen und kürzeren Autobahnetappen im Frankfurter Umland bei insgesamt eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel 6,4 Liter angezeigt.

Verbrenner und Elektromotor arbeiten hier zusammen. Blick in Cockpit.

Die Doppelherz-Kraft soll für mehr Effizienz sorgen

Das Fahren: Die effizientere Doppelherz-Kraft sorgt beim Tritt aufs Gaspedal für durchaus lebhaftere Fahrleistungen, wobei der Elektromotor nicht nur den Verbrenner beim Beschleunigen unterstützt, sondern dazu auch noch in der Lage ist, den leer 1320/1390 Kilo schweren Vollhybrid, der Lasten bis 1,2 Tonnen ziehen kann, allein anzutreiben. Beim Bremsen und Verzögern fungiert der Elektromotor als Generator, wandelt die Bewegungs- in elektrische Energie um, speichert sie in der Hochvolt-Batterie. Zwei Fahrmodi sind einstellbar. Im Standardmodus, wenn Verbrenner und Elektromotor zusammenarbeiten, entfaltet sich die Leistung flotter, die Beschleunigung geschieht kraftvoller. Im Modus Eco geht es um verbrauchsärmeres, effizienteres Fahren mit mehr elektrischen Fahranteilen. Und was den Allrad angeht, verbessert der die Stabilität beim Fahren nicht nur bei Schnee und Eis, sondern auch auf regennasser Fahrbahn. Gleich vier Einstellungen sind hier ganz leicht über einen Drehregler wählbar. Es sind dies „Auto“, „Sport“, „Schnee“ und „Lock“ zur Aktivierung einer Differenzialsperre für eine gleichmäßige 50:50-Verteilung der Kraft nach vorn und hinten. Das Fahrwerk hat einen recht ausgewogenen Eindruck hinterlassen. Die etwas gefühllose Lenkung könnte direktere Rückmeldung. Die Scheibenbremsen packen dagegen standfest zu.        

Heck-/Seitenansicht. Das Gepäckabteil hier fasst 289 bis 1046 Liter.

Mit umfangreicherem Sicherheitspaket

Die Ausstattung: Comfort als Basispaket umfasst unter anderem LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Audiosystem, Smartphone-Einbindung, Lederlenkrad, Adaptivtempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Müdigkeits-, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkel-, Spurhaltewarner mit Lenkeingriff, Rückfahrkamera, Ausparkassistenz und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215er-Reifen. Bei Comfort+ verlässt dieser Suzuki etwa noch mit elektrischem Panorama-Glas-/Schiebe-/Hubdach, Navigation, doppeltem Kofferraumboden, Bergabfahr-, Einparkhilfe sowie polierten 17-Zöllern das Werk.

Blick auf den Modellschriftzug am Heck des fünfsitzigen City-SUV.

Mildhybrid als Alternative  

Alles in allem: Mit dem Vollhybrid, mit dem die Japaner den nächsten Schritt hin zu mehr Elektrifizierung gehen, erweitern sie motorisierungsmäßig nicht nur die Vitara-Palette, sondern sind zugleich bemüht, die Vorzüge rein elektrischen und jedenfalls lokal schadstofffreien Fahrens mit der weitgehenden Praxistauglichkeit eines konventionellen Benziners zu verbinden. Als Alternative zu diesem preislich nicht gerade bescheidenen Suzuki bleibt der ab 25 450 Euro teure 1,4-Liter-Turbobenziner mit 129 PS im Programm. Dessen Mildhybrid-Auslegung mit 48-Volt-Technik hilft auch in diesem Fall beim Anfahren und Beschleunigen sowie dabei, den Spritverbrauch zu senken. Die nächste Vitara-Generation könnte 2024 folgen, dann vielleicht sogar mit Plug-in-Hybrid. Mal sehen, wo die Japaner dann verkaufsmäßig bei uns in Deutschland sind.

Datenblatt

(Vitara Vollhybrid) Motor: Vierzylinder-Benziner plus Elektromotor. Hubraum: 1,5 Liter. Leistung: 75/102 kW/PS (Verbrenner) plus 24/33 kW/PS (Elektromotor). Systemleistung: 85/115 kW/PS. Maximales Drehmoment: 138/4000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Höchstgeschwindigkeit: 180 Stundenkilometer. Antrieb: Front/Allrad. Getriebe: Sechsgang-Automatik. Umwelt: Laut Suzuki kombinierter Verbrauch nach WLTP 5,3/5,8 Liter pro 100 Kilometer, 121/132 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 29 150 bis 33 700 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

23. März 2022