Dienstag, 18. Juni 2024

FB Logo für GK 1

GALERIA AUTO Renault hat Clio aufgewertet / Benziner, Autogas, Vollhybrid. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Alfa Romeo Giulia und Stelvio auch wieder als Quadrifoglio. Foto: Alfa Romeo
GALERIA AUTO Toyota Prius jetzt formschön und leistungsstärker / Nur Plug-in. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Mitsubishis Kleinwagen Colt ist wieder da. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Mission possible mit Abarths neuem Elektro-500e. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Alfa Romeo Stelvio

Diesmal im Test als 210-PS-Turbodiesel Competizione

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der Stelvio ist zum Modelljahr 2023 leicht überarbeitet worden. Foto: Koch

Er baut auf derselben Plattform wie die Sportlimousine Giulia auf: Wir haben Alfa Romeos Stelvio, das zum Marktstart vor sechs Jahren erste SUV-Modell der Stellantis-Konzernmarke, dessen italienischer Name sich auf das Stilfser Joch als dem höchsten Gebirgspass in Italien bezieht, jetzt als einzigen Diesel mit Allrad in Competizione-Sonderauflage gefahren.

In Premium-Mittelklasse

Auto: Fünftüriger Fünfsitzer. Segment: Premium-Mittelklasse. Produktion: Italien. Eingeführt: 2017. Überarbeitung 2020 und leicht nochmal zum Modelljahr 2023. Konkurrenten: Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLC, Volvo XC60. Länge/Breite/Höhe: 4,68/1,90(2,16)/1,69 Meter. Radstand: 2,81 Meter. Leergewicht: 1820 Kilo. Design: Italienisch. Sportlich. Elegant. Markentypischer Scudetto-Kühlergrill. Dachlinie fällt zum Heck hin coupéartig ab. Verarbeitung: Sauber. Anmutung: Wertig. Innenraum: Man sitzt gut. Hat alles soweit im Blick. Schmale Heckscheibe schränkt Sicht nach hinten etwas ein. Relativ geräumig selbst im Fond. Gepäckabteil: 525 bis 1600 Liter. Cockpit: Modern. Relativ übersichtlich. Wer will, kann sich sogar noch über echte Regler, Schalter und Tasten freuen. Bildschirm im mittleren Armaturenträger könnte größer sein. Bedienung: Es braucht Eingewöhnungszeit. Infotainment-Handhabung könnte intuitiver sein. Navigation etwas träge.

Mit adaptivem Q4-Allrad

Antrieb*: Etwas rau klingender 210-PS-Vierzylinder-Turbodiesel. Kombiniert mit Acht-Stufen-Automatik. Fahren: Kräftiger Motor. Getriebe passt gut dazu. Spritzige Fahrleistungen. Fahrwerk: Je nach Version mit elektronischer Dämpferanpassung, mechanischem Sperrdifferenzial, integriertem Bremssystem, spezieller Radaufhängung, elektronisch gesteuertem Hinterachsdifferenzial und elektronischer Fahrwerkskontrolle. Ausbalancierte Gewichtsverteilung. Höherer Fahrkomfort. Dynamikregelung mit Modi Dynamic, Natural und Advanced Efficiency. Insgesamt sehr sportliches Handling. Stelvio liegt seher gut auf der Straße. Q4-Allrad: Adaptiv. Mit zuschaltbarem Frontantrieb. Erhöht dann mit der Traktion die Stabilität beim Fahren. Auch Unterwegssein abseits des Asphalts ist so möglich. Anhängelast: Bis 2300 Kilo. Servolenkung: Elektromechanisch unterstützt. Gibt sehr gute Rückmeldung. Bremsen: Innenbelüftete Scheiben vorn/hinten. Verzögern standfest.

Bei Assistenzen besser

Sicherheit (Auswahl/Testwagen): Fußgängererkennung. City-Notbrems-, Spurhalte-, Spurwechsel-, Querverkehrsassistenz hinten. Kollisionswarner. Kurvenbremskontrolle. Automatische Abstandsregelung. Rückfahrkamera. Der zuvor immer wieder kritisierte Nachholbedarf in Sachen Assistenzsysteme war im Rahmen der Überarbeitung notwendig. Ausstattung (Auswahl/Testwagen): Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer. LED-Rückleuchten. Klimaanlage. Infotainment. 12,3-Zoll-Digitaldisplay. Navigation. Digitalradio. Smartphone-Einbindung. Leder. Einparkhilfe. 20-Zoll-Leichtmetallräder mit 255er-Reifen. Fälschungssichere Aufzeichnung der digitalen Wartungshistorie.

Quadrifoglio-Spitze

Fazit: Bei den beiden Plattform-Geschwistern übernimmt der Leichtbau-Stelvio den familienfreundlicheren Part, zeichnet sich leichtfüßig auch für die Langstrecke aus, versucht ähnlich der Giulia dabei stets bella figura, eine schöne Figur, zu machen, was dem Italo-Duo zweifellos auch gelingt. Neben dem laut Alfa-Internetseite bei 59 000 Euro beginnenden, damit am Anfang der Baureihen-Preisliste stehenden Diesel in Basisausführung sind noch ein 280- und ein 510-PS-Turbobenziner zu haben. Darüber hinaus stehen als nächstes jetzt die Glückskleeblatt-Quadrifoglio-Spitzenmodelle, zugleich die dann stärksten Alfas, an. Unter anderem mit weniger Gewicht, mehr Leistung und volldigitaler Instrumententafel. Bei der Giulia genauso wie beim Stelvio.   

Technische Daten

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 2,2 Liter. Leistung: 154/210 kW/PS. Maximales Drehmoment: 470/1750 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 6,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 215 Stundenkilometer. Antrieb: Allrad. Getriebe: Acht-Gang-Automatik. Umwelt: Testverbrauch laut Bordcomputer 6,3 Liter pro 100 Kilometer, nach WLTP kombiniert 158 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 6,0 Litern Mixverbrauch. Abgasnorm: Euro-6d. Testwagengrundpreis: 67 650 Euro.

*(Unsere zweiwöchigen „Auto im Alltag“-Praxistests finden weitgehend standardisiert mit normalen Orts-, Landstraßen- und schnelleren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel statt. Wo sie vorhanden sind, probieren wir ebenfalls die unterschiedlichen Fahrprogramme aus. Mit dafür vorgesehenen SUV-Modellen wechseln wir zudem für eine etwa mittellange Strecke vom Asphalt ins Gelände)

KoCom/Fotos: Günther Koch

3. Juli 2023