Dienstag, 18. Juni 2024

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

DS4

Diesmal im Test als 130-PS-Diesel Rivoli

Von Günther Koch/Life-Magazin

Neben dem DS4 bietet DS aktuell noch DS3, DS7 und DS9 an. Fotos:Koch

Den DS4 hat die 2015 gegründete, eher avantgardistisch ausgerichtete, eigenständige französische Stellantis-Konzernmarke DS Automobiles 2021 vorgestellt. Er tritt im Premiumbereich im Umfeld deutscher Konkurrenten wie Audi A3 Sportback/Q3 Sportback, BMW 1er/X2 oder Mercedes A-Klasse/GLA an. Es gibt ihn, am deutschen Konzernstandort Rüsselsheim gebaut, als normalen DS4, als lifestyligeren DS4 Cross und als sportlichere Performance Line. Bei der Plattform, auf der er aufbaut, handelt es um eine modulare, auf der auch Schwestermodelle wie Citroën C4 oder Opel Astra entstehen. Wir haben ihn jetzt als Diesel in Rivoli-Ausführung gefahren.

Außen & Innen

Der optisch flott gestylte DS4 – 4,40 Meter lang, 1,83/2,06 Meter breit, 1,47/1,49 Meter hoch, Radstand 2,67 Meter, Kofferraum erweiterbare 430 Liter – könnte als Kombilimousine genauso wie als SUV-Coupé durchgehen. Er wirkt sauber verarbeitet, mutet recht wertig an. Sein kantiges Design passt in die Zeit. Die Überhänge sind kurz. Innen geht es noch relativ geräumig zu. Im Fond des für fünf Personen ausgelegten Fünftürers könnten freilich größer Gewachsene, was Kopf- und Beinfreiheit dort betrifft, bald an ihre Grenze kommen. Vorn sitzt man bequem, hat alles ganz gut im Blick. Bloß die zum Heck hin eben coupéhaft deutlicher abfallende Dachlinie schränkt die Sicht nach hinten etwas ein. Zur Eingewöhnung ins auch hier weitgehend digitale Cockpit mit Touchtasten-basierter Bedienung sollte man sich Zeit nehmen.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn im Kühlergrill.

Motor & Umwelt

Vierzylinder-Turbodiesel. 1,5 Liter Hubraum. 96/130 kW/PS. Maximal 300 Newtonmeter Drehmoment ab 1750 Touren pro Minute. In 7,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. 203 Stundenkilometer Spitze. Frontantrieb. Acht-Stufen-Automatik. Testverbrauch laut Bordcomputer 5,6 Liter, nach WLTP 125-129 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 4,8-4,9 Litern Mixverbrauch. Abgasnorm Euro-6d.*

Unter der Haube hier ist ein 1,5-Liter am Werk. Blick ins moderne Cockpit.

Fahren & Sicherheit

Der Selbstzünder läuft relativ kultiviert, schiebt diesen leer 1414 Kilo schweren DS druckvoller voran. Die Automatik wechselt ordentlich die acht Gänge. Was das Fahrwerk angeht und den Komfort, beim legendären Citroën DS mit Hydropneumatik sänftengleich, kann der DS4 punkten, ist die weiterentwickelte Aktivfederung samt Kamerasteuerung, neuer Progressivdämpfung und wählbarer Fahrprogramme eingebaut. Das Aktivfahrwerk scannt per Kamera den Zustand der Straße, wählt die Federraten entsprechend der Schlaglöcher und Wellen vor. Die elektrische Servolenkung könnte noch etwas direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. Tempomat samt Begrenzer, Aufmerksamkeits-, Spurhalte-, Notbrems-, Spurpositionierungsassistenz, aktive Totwinkelwarnung, Verkehrszeichenerkennung und Tempomat samt Begrenzer tragen im Rivoli-DS zum höheren Standard-Insassenschutz bei.

Heck-/Seitenansicht. Das Gepäckabteil hier fasst erweiterbare 430 Liter.

Serie & Extras

Bei Rivoli als zweithöchster von vier klassischen Ausstattungslinien - abgesehen von den beiden Performance- und den drei Cross-Lines - gehören etwa LED-Scheinwerfer, 12,3-Zoll-Digitalkombi, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Infotainment, 10,0-Zoll-Touchscreen, Navigation, Digitalradio, Headup-Display, Multifunktionslederlenkrad und 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 205er-Reifen schon zum Grundumfang. Sonderausstattungen wie automatische Heckklappe, nächtliche Night-Vision-Erkennung sowie 360-Grad-Kamera und andere haben den Grundpreis des Testwagens um 6500 Euro erhöht.

Modellkennung hinten. Und so sieht der DS4 von der Seite aus

Preis & Leistung

Die Anschaffungskosten – in diesem Fall ab mindestens 42 300 Euro – sind wahrlich kein Schnäppchen. Dafür kommt ein keinesfalls mainstreamiges Crossover-Kompaktmodell mit Pariser Chic daher, das es mit etablierten deutschen Premiumwettbewerbern aufnehmen will und soll. Die Baureihe beginnt preislich bei 32 100, geht hoch bis 57 000 Euro. Sonst stehen noch ein Turbobenziner mit ebenfalls 96/130 kW/PS und ein E-Tense genannter Plug-in-Hybrid mit im System 165/224 kW/PS zur Wahl. Für 2024 ist auch noch eine vollelektrische DS4-Variante geplant.     

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 1,5 Liter. Leistung: 96/130 kW/PS. Maximales Drehmoment: 300/1750 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 7,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 203 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Acht-Stufen-Automatik. Umwelt: Laut Bordcomputer Testverbrauch 5,6 Liter, nach WLTP 125-129 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 4,8-4,9 Litern Mixverbrauch. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis Testwagen: Laut Beiblatt 42 300, mit Sonderausstattung 48 800 Euro.

*(Unsere zweiwöchigen „Auto im Alltag“-Praxistests finden weitgehend standardisiert mit normalen Orts-, Landstraßen- und schnelleren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel statt. Wo sie vorhanden sind, probieren wir ebenfalls die unterschiedlichen Fahrprogramme aus. Mit dafür vorgesehenen SUV-Modellen wechseln wir zudem für eine etwa mittellange Strecke vom Asphalt ins Gelände).

KoCom/Günther Koch

5. Dezember 2022