Dienstag, 18. Juni 2024

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Peugeot 208

Diesmal im Test als 131-PS-Turbobenziner GT

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der 208 von Peugeot tritt in der Kleinwagenklasse an. Fotos: Koch

Den 208 hat Peugeot bei uns 2012 als Nachfolger des 207 auf den Markt gebracht. Die zweite Generation ist 2019 in den Handel gekommen, diesmal allerdings nur als Fünftürer. Mit der aktuellen Auflage ist Peugeot um eine höhere Positionierung bemüht, tritt gegen deutsche Konkurrenten wie Ford Fiesta, Opel Corsa oder VW Polo an. Wir haben den Kleinwagen der Franzosen jetzt als stärksten Turbobenziner mit Automatik in GT-Ausführung gefahren.

Außen & Innen

Der 208 – solide verarbeitet, zumindest in GT-Ausstattung recht wertig anmutend, 4,05 Meter lang, 1,75/1,96 Meter breit, 1,43 Meter hoch, Radstand 2,54 Meter, Kofferraum in diesem Fall immerhin noch 309 bis 1004 Liter – fährt wie die übrigen Peugeot ziemlich emotional gestylt mit Säbelzahn-Tiger-Lichtsignatur vor. Er läuft in der Slowakei und in Marokko vom Band, baut auf der Plattform auf, auf der auch der DS3 der französischen Stellantis-Konzernschwestermarke DS entsteht. Vorn ist ordentlich Platz, hinten geht es beengter zu. Man sitzt ganz gut, hat alles soweit im Blick. Nur die Sicht nach hinten bleibt eingeschränkt. Im aufgeräumt wirkenden modernen Cockpit könnte die Bedienung in Teilen etwas weniger umständlich ein. Der kleine fünftürige Fünfsitzer ist das erste Modell mit Digitalkombi und dreidimensionaler Anzeige gewesen. Das Lenkrad oben und unten abgeflachte Lenkrad vermittelt innen einen ebenfalls sportlichen Eindruck.

Blick auf die Frontpartie mit Löwenemblem und Modellkennung vorn.  

Motor & Umwelt

Dreizylinder-Turbobenziner. Abgasnorm Euro-6d. 1,2 Liter Hubraum. 96/131 kW/PS. Maximal 230 Newtonmeter Drehmoment ab 1750 Touren pro Minute. In 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. 208 Stundenkilometer Spitze. Frontantrieb. Acht-Stufen-Automatik. Testverbrauch laut Bordcomputer 6,7 Liter pro 100 Kilometer, nach WLTP 122-123 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 5,4 Litern Mixverbrauch.*

Unter der Haube sitzt ein Dreizylinder. Blick ins moderne Cockpit.

Fahren & Sicherheit

Der auch aus anderen Peugeot bekannte Dreizylinder läuft etwas rau, könnte spontaner ansprechen, trommelt aber dank Turbo recht munter und zieht mit Blick auf die Leistung, einmal in Fahrt, dann auch spürbar durch. Die auf klassische Wandlertechnik setzende Automatik schaltet meist angenehm geschmeidig. Der Verbrauch ist relativ hoch. Fahrverhalten und Fahreigenschaften des handlich-wendigen 208 geben eigentlich keinen Anlass zur Kritik. Das Fahrwerk hat einen flotten Eindruck hinterlassen, auch weil es ausreichend komfortabel federt. Über den Fahrmodusschalter sind – nomen est omen – die Einstellungen Eco und Sport einstellbar. Die elektrische Servolenkung gibt ordentliche Rückmeldung. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. Müdigkeits-, Frontkollisionswarner, Tempomat samt Begrenzer, Spurhaltehilfe mit Lenkeingriff und Verkehrsschilderkennung tragen zum höheren Standard-Insassenschutz bei.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit Modellkennung hinten.

Serie & Extras

Bei GT als höchster von vier Ausstattungen, darunter zwei Packs, gehören etwa schon Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, LED-Heckleuchten, Heckschürze, Heckspoiler, Auspuff mit verchromten Endrohren, Klimaautomatik, Audioanlage, Sieben-Zoll-Touchscreen, Navigation, Digitalradio, Smartphone-Einbindung, Stoff/Kunstleder-Polster, Multifunktionslederlenkrad, Aluminium-Pedale, Einparkhilfe vorn/hinten, 16/17-Zoll-Leichtmetallräder mit 195/205er-Reifen zum Grundumfang. Sonderausstattungen wie Sitzheizung vorn (350 Euro), automatische Geschwindigkeitsregelung (550 Euro) und Keyless-Plus-System (450 Euro) haben den Grundpreis des Testwagens um 2100 Euro erhöht.

Das Gepäckabteil fasst 309 bis 1004 Liter. Und so sieht der 208 seitlich aus.

Preis & Leistung

Mindestens 27 450 Euro für einen Kleinwagen sind nicht ohne. Dafür gibt es einen flotten Flitzer mit ungewöhnlich sportlichem Design und ebenfalls ungewöhnlich gestaltetem Innenraum als Gegenwert. Die Baureihe beginnt bei 22 050 Euro. Noch ein weiterer Turbobenziner mit 74/101 kW/PS und ein ab 25 000 Euro teurer Turbodiesel mit 75/102 kW/PS finden sich in der Liste. Die Vollstromer ab 35 350 und 40 500 Euro sind 100/136 und 115/156 kW/PS stark.  

Datenblatt

Motor: Dreizylinder-Turbobenziner. Abgasnorm: Euro-6d. Hubraum: 1,2 Liter. Leistung: 96/131 kW/PS. Maximales Drehmoment: 230/1750 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 8,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 208 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Acht-Stufen-Automatik. Umwelt: Testverbrauch 6,7 Liter pro 100 Kilometer, nach WLTP 122-123 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 5,4 Litern Mixverbrauch. Grundpreis des Testwagens: 27 450, mit Sonderausstattungen 29 550 Euro.

*(Unsere zweiwöchigen „Auto im Alltag“-Praxistests finden weitgehend standardisiert mit normalen Orts-, Landstraßen- und schnelleren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel statt. Wo sie vorhanden sind, probieren wir ebenfalls die unterschiedlichen Fahrprogramme aus. Mit dafür vorgesehenen SUV-Modellen wechseln wir zudem für eine etwa mittellange Strecke vom Asphalt ins Gelände).

KoCom/Fotos: Günther Koch

21. November 2022