Dienstag, 18. Juni 2024

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Range Rover Evoque

Diesmal im Test als 309-PS-Plug-in-Hybrid

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der Evoque steht bei uns seit 2019 noch wertiger bei den Händlern. Fotos: Koch

Mit dem 2011 gestarteten Evoque, dem kleinsten Range Rover, ist die auf Geländewagen spezialisierte Jaguar-Schwestermarke Land Rover im Umfeld deutscher Konkurrenten wie BMW X1, Audi Q3-Sportback und Mercedes GLC unterwegs. Wir haben das von den Briten in der unteren Premiummittelklasse angesiedelte, in zweiter Generation befindliche SUV-Coupé jetzt als Plug-in-Hybrid P300e mit Automatik und Allrad zur Probe gefahren.

Außen & Innen

Der fünftürige Fünfsitzer, 4,37 Meter lang, 1,99/2,10 Meter breit, 1,64 Meter hoch, Radstand 2,68 Meter, Kofferraum 472 bis 1156, nass 591 bis 1383 Liter, steht seit 2019 wertiger anmutend bei den Händlern, ist mit schnörkellosem Design, stark abfallender Dach- und stark aufwärtsstrebender Gürtellinie noch formschöner geworden. Glattere Flächen und klarere Linien haben das Äußere feingeschliffen. Die Scheinwerfer sind sehr schmal gehalten. Die ausfahrbaren Türgriffe verschwinden bündig in der Karosserie. Die Blinker hinten fallen dynamischer aus. Innen geht es wertig und etwa mit Eukalyptus-Textilgewebe als Alternative zum klassischen Leder oder Kunststoffen aus Recyclingmaterial nun auch nachhaltiger zu. Man sitzt gut, genießt ordentliches Raumgefühl. Die Kniefreiheit im Fond, wo Ein-/Ausstieg bequemer sein könnten, ist größer. Das Cockpit wirkt aufgeräumt. Selbst die zuvor eher umständliche Bedienung des Infotainments, erstmals mit Musikdienst Spotify, hat sich verbessert. Apps, Services und Systemsoftware sind auf neuestem Stand.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn rechts im Kühlergrill.

Antrieb & Umwelt

Dreizylinder-Turbobenziner plus Elektromotor. Abgasnorm Euro-6d. 1,5 Liter Hubraum. 147/200 kW/PS Verbrenner. 80/109 kW/PS Elektromotor. 227/309 kW/PS Systemleistung. Maximal 540 Newtonmeter Drehmoment von 2000 bis 2500 Touren. In 6,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. 213 (rein elektrisch 135) Stundenkilometer Spitze. Allradantrieb. Acht-Gang-Automatik. Rein elektrische Reichweite laut Land Rover 59 Kilometer. Testverbrauch laut Bordcomputer 5,2 Liter pro 100 Kilometer, nach WLTP 35 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 1,6 Liter.*

Unter der Haube sind Verbrenner und Elektromotor am Werk. Blick ins Cockpit.

Fahren & Sicherheit

Der leer 2157 Kilo schwere Plug-in, der Lasten immerhin noch bis 1,6 Tonnen ziehen kann, ist die jüngste Evoque-Version. 309 PS Systemleistung für ein kompaktes SUV-Modell sind ein Wort. Im Hybridmodus geht es durchaus flott zur Sache. Auf der Autobahn lässt der Vorwärtsdrang aber etwas nach. Verbrenner und Elektromotor harmonieren so ganz gut. Erfreulich ist, dass der Dreizylinder anders als sonst kaum vibriert. Wird der Elektromodus, sinnvoll in der Stadt, gewählt, setzt der Verbrenner aus, bis die Batterie leer ist; der Evoque zeigt dann einen sanfteren Charakter. Das Beschleunigen an Steigungen und das Überholen auf der Landstraße gestalten sich jedoch etwas zäh. Es gibt ein System, das die Fahrbedingungen anhand verschiedener Fahrzeugsensoren überwacht und die Fahrzeugeinstellungen automatisch anpasst. Dazu ein weiteres zum konstanten Einhalten von niedrigeren Geschwindigkeiten bis Tempo 30 selbst unter schwierigeren Bedingungen. Auch im Gelände kann das Kompaktmodell durchaus punkten. Der zumindest im Datenblatt so angegebene Verbrauch dürfte, wie auch unser Test zeigt, in der Praxis allerdings kaum zu schaffen sein.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit Modellschriftzug hinten.

Serie & Extras

Sieben Ausstattungen gibt es. In sechs davon ist auch der P300e zu haben. Schon in der Basisausführung sind etwa bereits LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Digitalcockpit, Multimedia, Navigation, Zehn-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Einbindung, Digitalradio, Soundsystem, Multifunktionslederlenkrad, Einpark-, An-/Abfahrhilfe am Berg, Adaptivtempomat mit Stop-&-Go-Funktion, Sprach-, Aufmerksamkeits-, Spurhalte-, Totwinkelassistenz, Kollisionswarner, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung, elektrische Heckklappe und 20-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen Standard. Zu den aufpreispflichtigen Sonderwünschen beim P300e und/oder bei der höchsten Ausstattung gehören unter anderem Panorama-Schiebedach (521 Euro), Headup-Display (918 Euro), Adaptivfahrwerk (1168 Euro) oder Premiummetalliclack (1448 Euro).   

Das Gepäckabteil fasst 472 bis 1156 Liter. So sieht der Evoque seitlich aus.

Preis & Leistung

Die Anschaffungskosten für ein Kompaktmodell – hier ab mindestens 60 800 Euro – haben es in sich. Dafür gibt’s jedoch ein keinesfalls mainstreamiges Kompakt-SUV-Modell als Gegenwert, dessen Plattform auch für elektrifizierte Antriebe konzipiert worden ist. Ebenfalls der Evoque nutzt so erstmals in allen Motorvarianten mit Automatik die 48-Volt-Mildhybrid-Technologie mit Riemen-Starter-Generator. Das System leitet Energie, die etwa beim Bremsen entsteht, in die Batterie im Unterboden weiter, nutzt später den so dort gespeicherten Strom, um den Motor beim Beschleunigen zu unterstützen und auf diese Weise Sprit zu sparen. Die Baureihe startet preislich bei 57 045 Euro. Die beiden sonst noch verfügbaren Turbobenziner leisten 147/200 und 183/249, die beiden Turbodiesel 120/163 und 150/204 kW/PS.

Datenblatt

Motor: Dreizylinder-Turbobenziner plus Elektromotor. Abgasnorm: Euro-6d. Hubraum: 1,5 Liter. Leistung: 147/200 kW/PS Verbrenner, 80/109 kW/PS Elektromotor. Systemleistung: 227/309 kW/PS. Maximales Drehmoment: 540/2000-2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 6,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 213 (rein elektrisch 135) Stundenkilometer. Antrieb: Allrad. Getriebe: Automatik. Rein elektrische Reichweite: 59 Kilometer. Testverbrauch laut Bordcomputer 5,2 Liter pro 100 Kilometer, nach WLTP 35 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 1,6 Litern Mixverbrauch. Grundpreis: Je nach Ausstattung 60 800 bis 74 600 Euro.

*(Unsere zweiwöchigen „Auto im Alltag“-Praxistests finden weitgehend standardisiert mit normalen Orts-, Landstraßen- und schnelleren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel statt. Wo sie vorhanden sind, probieren wir ebenfalls die unterschiedlichen Fahrprogramme aus. Mit dafür vorgesehenen SUV-Modellen wechseln wir zudem für eine etwa mittellange Strecke vom Asphalt ins Gelände)

KoCom/Fotos: Günther Koch

12. September 2022