Freitag, 20. Mai 2022

FB Logo für GK 1

GALERIA AUTO Suzuki erweitert Vitara-Palette mit 115-PS-Vollhybrid-Doppelherzkraft. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Citroën stellt Elektroautos vor und macht auf Kindersitz-Sicherheit aufmerksam. Foto: Günther Koch
GALERIA NUTZFAHRZEUGE Fiat setzt Zeichen mit Ulysse-, Scudo- und Ducato-Vollstromer. Foto: Rainer Waldinger
GALERIA AUTO Honda-Hybrid-Tage / Beispiel Jazz und HR-V / Auch Mond lockt die Japaner. Foto: Thorsten Weigel
GALERIA AUTO Cupra, die sportliche Seat-Tochter, kündigt nächste Modelle für 2024/2025 an. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO VW lässt neuen T-Roc weiter den Revoluzzer im Segtment spielen. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Toyota Camry

Diesmal im Test als 218-PS-Hybrid Executive

Von Günther Koch/Life-Magazin

Toyotas Camry ist deutlich formschöner bei uns seit 2019 wieder auf dem Markt. Fotos: Koch

Nach langen 15 Jahren ist Toyota seit 2019 mit dem Camry auch wieder zurück auf dem deutschen Markt. Mit der hierzulande den Avensis ersetzenden und unterm Strich etwas höher positionierten Stufenhecklimousine treten die Japaner gegen deutsche Konkurrenten wie Ford Mondeo, Opel Insignia Grandsport und VW Passat an. Wie haben das lediglich als Hybrid bei uns angebotene Obere-Mittelklasse-Model jetzt in Executive-Ausführung zur Probe gefahren.

Außen & Innen

Der seit 1982 vom Band laufende Viertürer baut in achter Generation auf neuer Globalarchitektur auf, ist zum Großteil auf Gewerbekunden ausgerichtet, insbesondere Taxiunternehmen, denen der Prius zuletzt nicht wertig, komfortabel und geräumig genug gewesen ist. Der Camry fährt zudem deutlich emotionaler vor, kommt auf 4,88 Metern Länge solide verarbeitet daher, mutet für sein Segment mehr als nur standesgemäß an. Man sitzt bequem, kann gut sehen. Platz ist bei 2,82 Metern Radstand selbst im Fond etwa mit Blick auf Kopf- und Kniefreiheit ordentlich vorhanden. Das großzügig geschnittene, deshalb auch leicht beladbare Gepäckabteil fasst stattliche 524 Liter. Sogenannte Softtouchmaterialen und Holzmaserdekor lassen das übersichtlich-moderne Cockpit weitgehend gediegen-eleganter wirken. Die Bedienung des Multimediasystems mit Navigation könnte bei Toyota nach wie vor noch deutlich intuitiver und damit einfacher sein.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn unterhalb der Motorhaube.

Motor & Umwelt

Bei dem nach der Abgasnorm Euro-6d-Temp eingestuften Hybrid arbeiten ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Saugbenziner mit 177 PS und ein als Generator fungierender Elektromotor mit 120 PS zusammen. Sie bringen es insgesamt auf 218 PS Systemleistung, beschleunigen diesen leer bis zu 1660 Kilo schwere Toyota in 8,3 aus dem Stand auf Tempo 100, schaffen in der Spitze auf bewusst begrenzte 180 Stundenkilometer. Eine spezielle Automatik, die zu dem eher gelassen agierenden Japaner passt, überträgt die Kraft stufenlos auf die Vorderräder. In Verbindung damit geben die Japaner zumindest im Datenblatt den Verbrauch im Mix mit nur bis zu 4,4 Litern an. Bei uns hat der Bordcomputer im Alltagsbetrieb am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und flotteren Autobahnfahrprofilen immer noch akzeptable 5,5 Liter angezeigt

Beim Verbrenner handelt es sich um einen 2,5-Liter-Benziner. Das Cockpit wirkt aufgeräumt.

Dynamik & Sicherheit

Längere Strecken sind mit dem Camry, der in Situationen wie beim beherzteren Überholen auch etwas lautstärker auf sich aufmerksam machen kann, dank seines Komforts kein Problem, selbst wenn die höchste Geschwindigkeit begrenzt ist. Weil die kleinere Batterie unter die hinteren Sitze passt, gibt sie nicht nur zusätzliches Stauvolumen im Kofferraum frei, ihre tiefere Anordnung senkt zugleich den Schwerpunkt des Wagens, was sich positiv im Verbund mit der steiferen Karosseriestruktur und dem im Handling verbessertem Fahrwerk samt Motor- und Radaufhängungen auch auf die Fahrdynamik auswirkt. Als Fahrprogramme sind Eco, Normal und Sport wählbar. Sie lassen sich sogar dann einsetzen, wenn sich das Auto im separat aktivierbaren Elektromodus befindet. Die elektrische Servolenkung könnte noch direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, verzögern standfest. Unter anderem vorbeugende Kollisionswarnung, Fußgänger-, Verkehrsschilderkennung, Spurhaltehilfe tragen bereits zum Standard-Insassenschutz bei.

Heck-/Seitenansicht des viertürigen Fünfsitzers mit dem Modellschriftzug hinten.

Serie & Extras

Drei Ausstattungen gibt es aktuell. Executive ist dabei die mittlere davon. Im ab 38 981 Euro teuren Basispaket mit Namen Business Edition gehören etwa schon Zweizonen-Klimaautomatik, Multimedia-Audiosystem, Siebenzoll-Touchscreen, Rückfahrkamera, Adaptivautomat und Ledersitze zum Grundumfang. Als Executive fährt der Camry unter anderem mit LED-Scheinwerfern, Achtzoll-Touchscreen, Navigation, Totwinkelwarner, Rückfahrhilfe, kabellosem Smartphone-Laden und 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit 235er-Reifen vor. Die Stufe Luxury darüber, die preislich bei 44 830 Euro beginnt, ist mit Dreizonen-Klimaautomatik, Headup-Display, Soundsystem und elektrisch verstellbaren Rücksitzen bestückt. Bei unserem Testwagen hat als Sonderausstattung lediglich die spezielle Metalliclackierung den Grundpreis nochmal um 940 Euro erhöht. Ein Taxipaket stand zuletzt mit 1773 Euro in der Liste.

Das Gepäckabteil fasst 524 Liter. Und so sieht die gefällige Stufenhecklimousine von der Seite aus.

Preis & Leistung

Die Anschaffungskosten, hier ab 42 881 Euro, gehen in Ordnung. Das Platzangebot ist gut, das Fahren genauso sicher wie komfortabel. Die ziemlich umfangreiche Serienausstattung kann sich sehen lassen. Der Hybrid soll laut Toyota „bis zu 50 Prozent des täglichen Mobilitätsbedarfs abgasfrei im Elektromodus“ zurücklegen können. Dass der Camry auf großen Märkten wie den USA zu den meistverkauften Modellen gehört, spricht für ihn. Sein Name hat Klang. Das Gesamtpaket dürfte wegen der Wirtschaftlichkeit nicht zuletzt auch für Gewerbekunden stimmen, zumal Hybride sich eher für Kurz- und Mittelstrecken eigenen, wo der Elektromotor dem Verbrenner viel Arbeit abnehmen kann. Leicht wird es freilich auch im Taxigeschäft gegen etablierte Konkurrenten wie die E-Klasse von Mercedes nicht.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Benziner plus Elektromotor als Generator. Hubraum: 2,5 Liter. Leistung: 131/177 kW/PS (Benziner), 88/120 kW/PS (Elektromotor), 160/218 kW/PS (System). Maximales Drehmoment: 221/202 Newtonmeter (Benziner/Elektromotor). Beschleunigung: 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 180 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 5,5 Liter pro 100 Kilometer, laut Toyota Mixverbrauch 4,3/4,3 Liter pro 100 Kilometer. 98/101 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei je nach Rädern angegebeben 4,3/4,4 Litern Mixverbrauch. Grundpreis: 42 881 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

28. September 2020