Dienstag, 16. April 2024

FB Logo für GK 1

GALERIA AUTO Renault hat Clio aufgewertet / Benziner, Autogas, Vollhybrid. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Alfa Romeo Giulia und Stelvio auch wieder als Quadrifoglio. Foto: Alfa Romeo
GALERIA AUTO Toyota Prius jetzt formschön und leistungsstärker / Nur Plug-in. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Mitsubishis Kleinwagen Colt ist wieder da. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Mission possible mit Abarths neuem Elektro-500e. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

48 Volt folgen noch

Opel Corsa überarbeitet / Benziner, Elektro und als nächstes Hybrid / Nur zwei Ausstattungenslinien

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der Corsa kommt mit Opels futuristischerem Markengesicht namens Vizor daher. Fotos: Koch

Rüsselsheim – Es gibt Mitarbeiter bei der deutschen Stellantis-Tochter Opel, die sagen, dass er das eigentliche „Herz der Marke“ sei: In 41 Jahren seit 1982 hat sich der Corsa schließlich über 14,5 Millionen Mal verkauft, ist 2021 und 2022 auch in Deutschland wieder der meistverkaufte Kleinwagen gewesen. Am Stammsitz in Rüsselsheim hat Opel jetzt die ab 19 800 Euro teure Auflage vorgestellt, deren Aufwertung es diesmal insbesondere optisch und motorisierungsmäßig in sich hat.

Sechste Generation

Das Auto: Zusammen mit dem ersten Elektro-Corsa ist die sechste Generation des kleinen Opel 2019 auf den Markt gekommen. Sie läuft in Spanien vom Band, wird lediglich als inzwischen 4,06 Meter langer, 1,76/1,96 Meter breiter und 1,43 Meter hoher Fünftürer mit 2,53 Meter Radstand und 309 bis 1081 Liter großem Kofferraum angeboten. Man sitzt gut. Die Rundumsicht geht in Ordnung. Das Ambiente ist angenehm. Zumindest vorn ist ordentlich Platz vorhanden. Zum mutig-selbstbewussteren und moderneren Auftritt tragen das futuristischere Markengesicht, der viel größere Modellschriftzug am markanteren Heck und Optionen wie Matrix-LED-Scheinwerfer oder die volldigitale Instrumentierung bei. Im aufgeräumt wirkenden Cockpit, in dem die Bedienung auch deshalb leichtfällt, weil sich wesentliche Funktionen rasch finden lassen, sind Zehn-Zoll-Touchscreen, das sportlichere Lenkrad und der Gangwahlschalter neu.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn unterhalb der Haube.

Drei Dreizylinder-Verbrenner              

Der Antrieb: Drei Dreizylinder-Benziner, die beiden stärken als Turbos, stehen zur Wahl. Sie leisten 75, 100 und 130 PS, stellen Drehmomente von 118, 205 und 230 Newtonmeter bereit, beschleunigen die leer 1110 bis 1233 Kilo schweren Verbrenner-Corsa in 8,7 bis 13,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen sie mit 174 bis 208 Stundenkilometern in der Spitze ausreichend schnell. Je nach Version übertragen Fünf-, Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder Acht-Stufen-Automaten in den Frontantrieblern die Kraft auf die vorderen Räder. Der Verbrauch soll 5,1 bis 5,5 Liter betragen.

Benziner und Vollstromer stehen vorerst zur Wahl. Das Cockpit ist modern.

Mit größerer Batterie

Das Fahren: Wir sind im Elektro-Corsa unterwegs gewesen. Der ab 38 045 Euro teure nunmehr zweite mit größerer 51-Kilowattstunden-Batterie leistet 156 PS, bietet mit 260 Newtonmetern das durchzugsstärkste Drehmoment, schafft in 8,1 Sekunden Tempo 100 und wie die 136-PS-Variante 150 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Das Getriebe arbeitet mit fester Übersetzung. Reichweiten bis 405 Kilometer sollen möglich sein. Die Fahrprogramme heißen Normal, Eco und Sport. Es gibt ein regeneratives Bremssystem an Bord. Die Wärmepumpe ist wie der einphasige 7,4-Kilowatt-Onboard-Charger Standard. In unter einer halben Stunde soll der Akku je nach Anschluss wieder bis 80 Prozent nachgeladen sein. Den Stromverbrauch gibt Opel mit maximal 14,6 anderthalb Kilowattstunden unter dem der in der Leistung schwächeren Version an. Der Vollstromer lässt sich insgesamt prima fahren. Er nervt auch nicht mit Blick auf die verschiedensten elektronischen Assistenzen. Die Rekuperation, also das Rückgewinnen von Bremsenergie, ist leider nicht verstellbar. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung wirkt für ein Elektroauto direkt. Die Bremsen packen standfest zu.

Neu ist auch der großer Modellschriftzug am Heck. Die Kofferräume fassen 309 bis 1081 Liter.

Nur noch Basis und GS

Die Ausstattung: Nur noch zwei Stufen gibt es. Es sind dies Corsa und Corsa GS. Beim Basis-Corsa gehören etwa schon LED-Scheinwerfer, Klimaanlage, Digitalradio, Fünf-Zoll-Touchscreen, abgeflachtes Komfortlenkrad, Komfortsitze, Frontkollisionswarner, Müdigkeits-, Fußgänger-, Verkehrsschilderkennung, Tempomat samt Begrenzer, Parkpilot und 16-Zoll-Stahlräder mit 195er-Reifen zum Grundumfang. Im GS-Serienpaket sind Dach in schwarzer Kontrastfarbe, Stoßfänger in Sportoptik, volldigitales Fahrerinformationsdisplay, abgeflachtes Kunstlederlenkrad, Multimedia, Zehn-Zoll-Touchscreen, Sportsitze, Aluminium-Sportpedale, und 16-Zoll-Leichmetallräder enthalten. Die Elektro-Corsa verlassen neben spezifischen Details für Stromer etwa bereits mit Klimaautomatik, Multimedia, Sieben-/Zehn-Zoll-Touchscreen, Navigation, Spurhaltehilfe und ebenfalls 16-Zoll-Leichtmetallrädern das Werk.

Heck-/Seitenansicht des Fünftürers. Und so sieht die überarbeitete Auflage von der Seite aus.

Alles in allem: Kompakte Abmessungen machen den Corsa praktisch für die Stadt. Er ist alltagstauglich, verfügt über ein höheres Sicherheitsniveau, kommt bei aller Sportlichkeit noch ziemlich komfortabel daher. Zudem wird die Antriebspalette nach dem Aus in dieser Baureihe für den Diesel wieder breiter: „Schon in Kürze wird der Corsa als erstes Opel-Modell Hybride mit 48-Volt-System bieten“, kündigt der Autobauer an. Die Teilzeitstromer mit 100- und 136-Verbrenner-PS sind zusätzlich mit 28-PS-Elektromotor und kleiner 0,89-Kilowattstunden-Batterie versehen. Über die Hälfte der Stadtfahrten soll vollelektrisch möglich sein. Die Verbrenner sind bis Tempo 135 abschaltbar. Sprit- und Schadstoffeinsparungen beziffert der Hersteller im Vergleich zu den Benzinern auf 0,8 Liter pro 100 und 24 Gramm pro Kilometer.    

Datenblatt I

(Verbrenner) Motor: Drei Dreizylinder-Benziner, darunter zwei Turbo. Hubraum: 1,2 Liter. Leistung: 55/75, 74/100, 96/130 kW/PS. Maximales Drehmoment: 118/2750, 205/1750, 230/1750 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 13,2, 9,9/10,8, 8,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 174, 194/192, 208 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Fünf-, Sechs-Gang-Handschaltung, Acht-Stufen-Automatik. Umwelt: Laut Opel Verbrauch kombiniert nach WLTP 5,3-5,4, 5,1-5,4/5,4-5,5, 5,4 Liter pro 100 Kilometer, 120, 114-116/122-124, 121-122 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 19 800 bis 28 290 Euro. 

Datenblatt II

(Elektroversionen) Motor: Elektro. Leistung: 100/136, 115/156 kW/PS. Maximales Drehmoment: 260 Newtonmeter. Beschleunigung: 8,7, 8,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 150 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Mit fester Übersetzung. Batteriekapazität: 50, 51 Kilowattstunden. Reichweite: 357, 405 Kilometer. Ladedauer: Je nach Anschluss weniger als 30 Minuten bis 80 Prozent, 5:15 Stunden, 3:10 Stunden. Umwelt: Laut Opel Verbrauch kombiniert nach WLTP 15,8-16,1, 14,3-14,6 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Grundpreis: 34 650, 38 045 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

11. Oktober 2023