Dienstag, 18. Juni 2024

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Im Zeichen des Kleeblatts

Alfa Romeo lässt Giulia und Stelvio auch wieder in leistungsstärkeren Quadrifoglio-Versionen vorfahren

Von Günther Koch/Life-Magazin

Mit Glücksbringer: Alfa-SUV Stelvio (links), Alfa-Sportlimousine Giulia. Foto: Alfa Romeo

Nürburgring – Es sind die Spitzenmodelle der beiden Alfa-Romeo-Baureihen Giulia und Stelvio. Das eine eine ab 92 000 Euro teure Sportlimousine. Das andere ein SUV ab 101 000 Euro. Beide mit Premiumanspruch. Beide in Italien gebaut. Und beide wieder, national gerade am Nürburgring in der Eifel vorgestellt, mit dem Emblem des historischen Glücksbringers der Marke an der Seite versehen. Dem vierblättrigen Kleeblatt, italienisch Quadrifoglio.

Das erste Mal

Alfa-Romeo-Deutschland-Sprecherin Dorothea Knell erzählt: Das Symbol ist 1923 zum ersten Mal auf einem Alfa erschienen. Rennfahrer Ugo Sivocci, oft glücklos als „L‘eterno secondo“ unterwegs, als „ewiger Zweiter“, malt es, um Unglück abzuwenden, vor 100 Jahren bei der Targo Florio auf Sizilien, einem prestigeträchtigen Automobilrennen jener Zeit, neben den Kühlergrill seines Wagens. Kurz vor dem Ziel fällt der Motor des Alfa Romeo RL seines deutlich führenden Markengefährten Antonio Ascari plötzlich aus. Mechaniker kommen, starten den Motor neu, steigen in Erwartung des sicheren Triumphs alle auf, um gemeinsam die Ziellinie zu überqueren, was jedoch nicht erlaubt ist. Ascari muss dorthin zurück, wo er sein Auto angehalten hat. Muss den letzten Teil der Strecke nochmal zurücklegen. Und wird Zweiter – hinter Sivocci, der Alfa damit den ersten internationalen Sieg der Marke überhaupt beschert. Von da an ziert das Emblem als Glücksbringer erst alle Werksrennwagen, später dann auch auf höhere Leistung getrimmte Serienmodelle.

Der neue Jahrgang

Soweit die Anfänge. Die Quadrifoglio-Gegenwart, mit Blick auf das Grün des Kleeblatts vorübergehend auch Quadrifoglio Verde genannt, sieht für den neuen Modelljahrgang jetzt so aus: Die Scheinwerfer bauen auf Voll-LED-Matrix-Technologie auf. Das nun volldigitale Zentralinstrument mit 12,3-Zoll-Display verfügt über den Race-Zusatz, der den Drehzahlmesser größer darstellt. Die Grafik lässt sich individuell anpassen, um etwa weitere Informationen zur Leistungsabgabe des Motors anzuzeigen. Vom weitgehend aus Aluminimum gefertigten Motor bis hin zu Motorhaube, Spoiler, Seitenschürzen und Kardanwelle aus Kohlestofffasern sind leichte Materialien verbaut, die helfen, Gewicht zu sparen. Der ebenfalls aus Karbon bestehende aktive Frontsplitter fährt je nach Geschwindigkeit mehr oder weniger weit aus, um bei hohem Tempo Abtrieb und Bodenhaftung an der Vorderachse zu verbessern. Die Sportabgasanlage sorgt für kernigen Sound.

Durch die nasse Eifel

Auf normalen Orts- und kurvenreichen Landstraßen mit wechselnden Profilen bis hin zur Autobahn fahren wir hinter Testfahrer und Alfa-Romeo-Markenbotschafter Christian Menzel durch die regennasse Eifel. Gut für das, so Menzel, „direkte Fahrerlebnis“: Das Leistungsgewicht der leer 1735/1925 Kilo schweren Alfas ist mit 3,25/3,63 Kilo pro PS niedrig, das Handling umso agiler. Die Leistung des hoch bis 6500 Touren drehenden, Tempo 308/285 schnellen 2,9-Liter-Sechszyinder-Biturbobenziners mit Fahrdynamikregelung ist um 10 auf 520 PS angehoben. Das mechanische Sperrdifferenzial in der Hinterachse verleiht speziell der über die Räder hinten angetriebenen Giulia mehr Fahrsicherheit und Agilität bei höheren Kurvengeschwindigkeiten. „Das wie bei einem Rennwagen mechanisch arbeitende Differenzial“, erklärt Menzel, „erhöht die Traktion, indem es effektiv durchdrehenden Rädern beim Beschleunigen entgegenwirkt.“

Mit Aktivfahrwerk

Das Aktivfahrwerk ist mit elektronischer Dämpferregelung kombiniert. Die elektrische Servolenkung gibt direkte Rückmeldung. Die vorn und hinten innenbelüfteten Sportbremsen packen standfest zu. Zum Grundumfang von Giulia Quadrifoglio und Stelvio Quadrifoglio gehören unter anderem: Voll-Matrix-LED-Scheinwerfer, Stoßfänger in speziellem Design, Diffusor hinten, doppelflutige Abgasanlage, Zwei-Zonen-Klimaanlage, Infotainment, digitale Instrumentenanzeige mit 12,3-Zoll-Display, der etwas kleine 8,8-Zoll-Touchbildschirm, dazu Smartphone-Einbindung, Soundsystem, Sportledersitze, Sportaluminiumpedale, aktive Fahrkontrolle, Kollisionswarner, Spurhalte-, Totwinkelassistenz, Rückfahrkamera sowie 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 245/285er-Reifen (Giulia) und 20-Zöller mit 255/285er (Stelvio).

Nach der Targa

Zurück zum ersten Quadrifoglio-Fahrer und zu einer Art selbsterfüllender Prophezeiung, die jedenfalls für manchen damals die Bedeutung des Kleeblatts zu bestätigen scheint, als Alfa-Pilot Sivocci nach der Targa Florio einige Monate später am 8. September 1923 beim Training zum ersten Grand Prix von Europa in Monza mit seinem Alfa Romeo P1 tödlich verunglückt. Durch Komplikationen beim Lackieren des Wagens soll der Glücksbringer gefehlt haben auf dem Alfa mit der Startnummer, die, wie es heißt, in Italien zudem noch ähnlichen (Unglücks-)Symbolcharakter habe wie die 13 in Deutschland …

Datenblatt

(Giulia Quadrifoglio) Typ: Sportlimousine. Türen/Plätze: 4/5. Länge/Breite/Höhe: 4,63/1,87(2,02)/1,43 Meter. Radstand: 2,82 Meter. Kofferraum: 480 Liter. Leergewicht: 1735 Kilo. Motor: Sechszylinder-Biturbobenziner. Hubraum: 2,9 Liter. Leistung: 382/520 kW/PS. Maximales Drehmoment: 600/2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 3,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 308 Stundenkilometer. Antrieb: Hinterrad. Getriebe: Acht-Stufen-Automatik. Umwelt: Laut Alfa Romeo nach WLTP kombiniert 10,1 Liter pro 100 Kilometer bei 228 (229) Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 92 000 Euro.

Datenblatt

(Stelvio Quadrifoglio) Typ: SUV. Türen/Plätze 5/5. Länge/Breite/Höhe: 4,70/1,95(2,16)/1,68 Meter. Radstand: 2,81 Meter. Kofferraum: 525 Liter. Leergewicht: 1925 Kilo. Motor: Sechszylinder-Biturbobenziner. Hubraum: 2,9 Liter. Leistung: 382/520 kW/PS. Maximales Drehmoment: 600/2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 3,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 285 Stundenkilometer. Antrieb: Allrad. Getriebe: Acht-Stufen-Automatik. Umwelt: Laut Alfa Romeo nach WLTP kombiniert 11,8 Liter pro 100 Kilometer bei 267 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 101 000 Euro.

KoCom/Fotos: Alfa Romeo

16. August 2023