Dienstag, 18. Juni 2024

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"999"

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Französische Muse

Renault hat Clio aufgewertet / Zwei Benziner, dazu Autogas und Vollhybrid / Mit 67 bis 145 PS Leistung

Von Günther Koch/Life-Magazin

In fünfter Generation fährt der Kleinwagen Clio modellgepflegt vor. Foto: Koch

Brüssel – Wer wie der Clio von Renault namentlich als „Muse der Geschichtsschreibung“ in der griechischen Geschichtsschreibung benannt ist, darf sich über ein längeres Leben freuen. Kein Wunder also, dass es den Kleinwagen und R5-Nachfolger schon seit 1990 gibt. Die Franzosen haben die umfassender aktualisierte und noch im Oktober 2023 an den Start gehende Auflage international gerade in Brüssel vorgestellt. Mit ihr treten sie nach wie vor gegen deutsche Konkurrenten wie Ford Fiesta, Opel Corsa und VW Polo an.

Fünfte Generation

Das Auto: Bei der aktuellen handelt es sich um die fünfte Generation. Sie ist 4,05 Meter lang, 1,79 Meter breit, 1,44 Meter hoch, verfügt über 2,58 Meter Radstand und einen Kofferraum, der 340 bis 1069 Liter fasst. Die Frontpartie mit veränderter Lichtsignatur ist komplett neu gestaltet. Das Heck wirkt markanter. Die im zumindest für Autos dieses Typs recht geräumigen Inneren verwendeten Materialien muten nachhaltiger und wertiger an. Das Cockpit hat auch dank des modernen Infotainments samt Tablet-artigem Zentralmonitor im Hochformat einen insgesamt aufgeräumten Eindruck hinterlassen. Die Bedienung ist auch deshalb eigentlich rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo, dem Rhombus, vorn.

Vier Motorisierungen

Der Antrieb: Für den deutschen Markt stehen vier Motorisierungen zur Wahl. Es sind dies zwei Benziner, ein Sauger und ein Turbo, mit 67 und 91 PS, dazu eine 100 PS starke Autogasversion sowie ein Vollhybrid mit im System 145 PS, wobei der Verbrenner hier mit gleich zwei 49 und 20 PS starken Elektromotoren kombiniert ist. Die Aggregate sind 1,0 und 1,6 Liter groß. Die Drehmomente reichen von 95 über 160 und 170 bis 205 Newtonmeter. Die leer 1124 über 1172 bis 1231 schweren fünftürigen Fünfsitzer beschleunigen in 9,3 bis 17,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schaffen damit 160 bis 174 Stundenkilometer Spitze. Sechs-Gang-Schaltgetriebe und eine Sechs-Multi-Mode-Box im Hybrid übertragen in den Frontantrieblern die Kraft auf die Vorderräder. Den Verbrauch geben die Franzosen im Mix mit 4,3 bis 7,0 Litern an. 

Als Verbrenner sind Benziner im Einsatz. Blick ins moderne Cockpit.

Mit zwei Elektromotoren

Das Fahren: Wir sind mit dem Vollhybrid im Umland der belgischen Hauptstadt unterwegs gewesen. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach wechselnden Fahrprofilen und eher flotterer Fahrweise 6,1 (statt 4,3) Liter angezeigt. Die Kombination mit den beiden Elektromotoren sorgt beim Tritt aufs Gaspedal für ordentlichen Vorwärtsschub. Das Fahrwerk hat einen leicht in den sportlicheren Bereich hinein verschobenen Eindruck hinterlassen, federt jedoch unterm Strich immer noch ausreichend komfortabel. Die elektrische Servolenkung könnte etwas direktere Rückmeldung geben. Verschiedene Fahrprogramme sind einstellbar. Die Bremsen, vorn innenbelüftete Scheiben, hinten Trommel, verzögern standfest. Der Spritverbrauch des Hybrid soll im Vergleich zu einem reinen Benziner mit ähnlicher Leistung bis zu 40 Prozent weniger betragen, rechnen die Franzosen vor.

Modellschriftzug und Markenlogo hinten. Der Kofferraum fasst 340 bis 1069 Liter. 

Hoch bis Esprit Alpine

Die Ausstattung: Drei Lines gibt es. Schon im Basispaket Evolution sind Komfortsitze, Licht-, Regensensor, Klimaanlage, Softtouch-Lenkrad, digitale 7-Zoll-Instrumententafel, Multimedia, kabellose Smartphone-Einbindung, Einparkhilfe hinten und 16-Zoll-Räder mit 195er-Reifen enthalten. In der Stufe Techno gehören sportlichere Front, Klimaautomatik, Multisense, Rückfahrkamera und 16-Zoll-Leichtmetallräder zum Grundumfang. Erstmals verfügbar ist die Esprit Alpine genannte Ausführung im sportlicheren Look mit Luftleitblechen in der Frontschürze im Stil eines Rennwagen-Frontflügels, digitaler 10-Zoll-Instrumententafel samt 9,3-Zoll-Easy-Link inklusive Navigation, Adaptivtempopilot mit Autobahn- und Stauassistenz (für den E-Tech) sowie Einparkhilfe vorn, Querverkehrs- und Totwinkelwarner.

Heck-/Seitenansicht. Und so sieht der Kleinwagen von der Seite aus.

Schon seit 33 Jahren

Alles in allem: In 33 Jahren bislang weltweit in 120 Ländern vermarktete 16 Millionen Clio-Einheiten sind nicht ohne. Nach Angaben von Renault soll der nunmehr sogar noch ausgereiftere Kleinwagen damit sogar das „meistverkaufte französische Automobil überhaupt“ sein. Einstiegspreise für die aufgewertete Auflage haben die Franzosen zur Fahrvorstellung noch nicht genannt. Zuletzt starteten sie bei 18 250 Euro. Nur was das Esprit-Alpine-Vollhybrid-Spitzenmodell kostet, steht schon fest: Es beginnt bei 26 700 Euro.

Datenblatt

Motor: Zwei Dreizylinder-Benziner, ein Sauger und ein Turbo, ein Dreizylinder-Autogas-Turbo sowie ein Vierzylinder-Vollhybrid. Hubraum: 1,0, 1,0, 1,0, 1,6 Liter. Leistung: 49/67, 67/91, 74/100 (67/91), im System 105/145 (Verbrenner 69/94, Elektromotor I 36/49, Elektromotor II 16/20) kW/PS. Maximales Drehmoment: 95, 160, 170 (160), 205 Newtonmeter. Beschleunigung: 17,1, 12,2, 11,8 (12,5), 9,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 160, 174, 174, 174 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Sechs-Gang-Handschaltung, Sechs-Gang-Multimode-Box. Umwelt: Verbrauch laut Datenblatt nach WLTP kombiniert 5,2-6,4, 5,2-6,3, 7,0 (6,4), 4,3 Liter pro 100 Kilometer, 118-121, 118-121, 108 (122), 96-98 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis (aktuell nur für Vollhybrid in Esprit-Alpine-Spitzenausstattung genannt): 26 700 Euro.   

KoCom/Fotos: Günther Koch

4. Juli 2023