Dienstag, 18. Juni 2024

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Pariser Antwort

DS lässt DS3 modellgepflegt vorfahren / Benziner, Diesel und Vollelektro / Mit Leistungen von 100 bis 156 PS

Von Günther Koch und Rainer Waldinger/Life-Magazin

Das SUV-Kompaktmodell, hier als E(lektro)-Tense Opera, läuft in Frankreich vom Band. Fotos: Waldinger

Berlin – Wie der große Bruder DS7 fährt nach dem gerade in Berlin vorgestellten aktuellen Facelift jetzt auch der DS3 ohne den zuvor noch verwendeten Zusatz Crossback im Namen vor. Mit dem nun ab 26 740 Euro teuren kleineren SUV tritt die französische Stellantis-Konzernmarke im Premiumbereich gegen Wettbewerbsmodelle wie Mini Countryman an.

Auf Multi-Energy-Basis

Das Auto: Der DS3 ist 2019 nach dem DS7 das zweite eigenständige Modell des Pariser Premiumanbieters gewesen. Der leer 1207 bis 1550 Kilo schwere fünftürige Fünfsitzer baut sauber verarbeitet, wertig anmutend und nicht ganz so geräumig im Fond auf einer Multi Energy genannten Plattform auf, ist 4,11 Meter lang, 1,79 Meter breit und 1,53 Meter hoch, verfügt über 2,55 Meter Radstand und einen Kofferraum, der auch bei der elektrischen E-Tense-Variante mit stärkerem Motor und größerer Reichweite noch 350 bis 1050 Liter fasst. Neu bei der überarbeiteten Auflage sind etwa die optisch aufgefrischte Frontpartie samt dem breiterem Grill und den DS-Wings, dazu die LED-Matrix-Scheinwerfer, das verbesserte Tagfahrlicht, die speziellen Innendesigns, weitere Karosseriefarben und im Digitalcockpit ein Update fürs Infotainment. In den höheren Ausstattungen setzt das Interieur mit viel Chrom und Leder edle Akzente. Das immer wieder auftauchende Rautenmuster soll als herausragendes Stilelement an die Pyramide des Pariser Louvre erinnern.

Die Frontpartie ist aufgefrischt, das Markenlogo vorn im Kühlergrill geblieben.

Vier Motorisierungen

Der Antrieb: Zwei 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 100 und 130, ein 1,5-Liter-Turbodiesel mit ebenfalls 130 und die vollelektrische Variante mit 156 PS stehen zur Wahl. Deren Drehmomente reichen von 205 bis 300 Newtonmeter, mit denen Beschleunigungen in 9,1 bis 10,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sowie 150 bis 196 Stundenkilometer Spitze möglich sind. Sechs-Gang-Handschaltung, Acht-Stufen-Automatik oder ein Ein-Stufen-Getriebe mit fester Übersetzung übertragen die Kraft auf die vorderen Räder. Den Mixverbrauch geben die Franzosen zumindest im Datenblatt kombiniert nach WLTP pro 100 Kilometer mit 5,1 bis 6,0 Liter sowie 15,3 Kilowattstunden an, Die Reichweite des Vollstromers soll 395 bis 404, in der Stadt 564 bis 575 Kilometer betragen, das Schnellladen seiner 54-Kilowattstunden-Batterie mit einer Leistung von 100 Kilowatt 30 Minuten für 80 Prozent der Kapazität des Akkus dauern.

Als E-Tense ist der DS3 vollelektrisch unterwegs. Blick ins digitale Cockpit.

Mit ordentlich Vortrieb

Das Fahren: Bei den beiden Benzinern fehlt in Sachen Laufkultur etwas der vierte Zylinder. Der Diesel schiebt dagegen dank kräftigerem Drehmoment druckvoll voran, zeigt sich dabei auch noch sparsamer, jedenfalls den offiziellen Zahlen nach. Der Motor des bei Tempo 150 abgeregelten Elektromodells liefert in der Stadt und über Land ordentlich Vortrieb, flaut bei höheren Geschwindigkeiten aber etwas ab. Mit Blick auf mehr Leistung, höheres Leergewicht und kombinierten Strombedarf dürften im praktischen Fahrbetrieb Werte um 20 Kilowattstunden und Reichweiten unter 300 Kilometern realistisch sein. Es gibt Funktionen zum Rückgewinnen von Energie beim Loslassen des Gaspedals und zum Aufbewahren von Energie für elektrische Reichweite. Das ausgewogene abgestimmte Fahrwerk federt ziemlich komfortabel. Die elektrische Servolenkung könnte noch direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen packen standfest zu.

Heck-/Seitenansicht. Der Kofferraum fasst immerhin noch 350 bis 1050 Liter.   

Umfangreich bestückt

Die Ausstattung: Fünf Lines gibt es. Sie heißen Bastille, Performance Line, Performance Line+, Rivoli und Opera. Schon in der Basisausführung sind etwa Eco-LED-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, Seitenschweller, Radhausverkleidung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multimedia, Sieben-Zoll-Farbtouchscreen, Smartphone-Einbindung, Lederlenkrad, Kollisions-, Spurhaltewarner, Spurhalteassistenz, Verkehrszeichenerkennung, Geschwindigkeitsanpassung und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215er-Reifen enthalten. Bei den Stufen darüber gehören etwa Akustikpaket, Sensorial Drive mit Verstärkung des Motorgeräuschs, optimiertem Ansprechverhalten des Gaspedals, Anpassung der Schaltvorgänge und Farbanpassung im Kombiinstrument, dazu Navigation, Aluminiumpedale, 18-Zöller, Nappa-Leder, Headup-Display und Einparkhilfe zum Grundumfang. Der E-Tense hat automatisch Mode-3-Ladekabel und 11-Kilowatt-Charger an Bord.      

Modellschriftzug hinten. Und so sieht das SUV-Kompaktmodell von der Seite aus.

Kein Schnäppchen

Alles in allem: Ein Schnäppchen ist der extravagantere DS3, der in überarbeiteter Version nach wie vor mit versenkbaren Türgriffen so auch schon bei den Händlern steht, nicht. Die verspielten Anzeigen im Cockpit mögen optisch ansprechen, wirken jedoch bisweilen unübersichtlich. Die Bedienung ist in Teilen umständlich, deshalb auch gewöhnungsbedürftig geblieben, weil mitunter mehr Eingaben nötig sind als mit klassischen Tasten und Bedienebenen. Zudem könnte die Rundumsicht besser sein. Dagegen weist der wendige Franzose, egal ob Sitze, Akustik oder Fahrwerk, komfortable Eigenschaften auf, besetzt laut Hersteller eine Nische im Bereich der kleinen Premium-City-SUV, soll chic und urban insbesondere „vollelektrisch die Pariser Antwort auf den Mobilitätsbedarf“ entsprechender Städter sein.

Datenblatt

Motor: Zwei Dreizylinder-Turbobenziner, ein Vierzylinder-Turbodiesel, eine Vollelektro-Variante. Hubraum: 1,2, 1,5 Liter. Leistung: 74/100, 96/130, 96/130, 115/156 kW/PS. Maximales Drehmoment: 205/1750, 230/1750, 300/1750, 260/500-4060 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 9,1-10,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchste Geschwindigkeit: 150-196 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Sechs-Gang-Handschaltung, Acht-Stufen-Automatik, Ein-Stufen-Übersetzung. Umwelt: Mixverbrauch laut DS kombiniert nach WLTP 5,1-6,0 Liter, 15,3 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, 125-135 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Batteriekapazität Elektrovariante: 54 Kilowattstunden. Ladedauer: Je nach Anschluss 30 Minuten für 80 Prozent über 5 Stunden und 30 Minuten bis 31 Stunden und 10 Minuten. Elektrische Reichweite: 395-404, in der Stadt 564-575 Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 26 740-41 090 Euro (Benziner), 32 940-43 990 Euro (Diesel), 45 540-51 590 Euro (Elektro).

KoCom/Fotos: Rainer Waldinger

21. April 2023