Dienstag, 18. Juni 2024

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"999"

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Vierrad trifft Zweirad

Ford-Schwarzwald-Abenteuer-Event mit Fahrradhersteller Stevens / Weiter auf dem Weg der Transformation

Von Günther Koch/Life-Magazin

Ranger Raptor mit Stevens-E-Bike: Ford bekräftigt auch damit seine neue "Lust auf Abenteuer"-Positionierung. Foto: Koch

Freiburg/Ehrenkirchen – Hohe Berge, tiefe Täler: Mit vier und mit zwei Rädern geht es im Schwarzwald rauf und runter, wo der Autobauer Ford aus Köln in Zusammenarbeit mit dem Fahrradbauer Stevens aus Hamburg gerade die neue Lust der Automobilmarke auf Abenteuer unterstrichen hat, Motto „Adventurous Spirit meets Bikes“.

Zum Umsteigen

Die Wirt(h)schaft zum Kohler. Ford hat sie, 756 Meter hoch auf dem Gemeindegebiet von Ehrenkirchen am Rand des Markgräflerlands gelegen, mit Bollerhut und Kuckucksuhr als eine Art Basislager zum Umsteigen vom Auto aufs Fahrrad umfunktioniert. „Heute geschlossene Gesellschaft“, steht in weißer Schrift auf rötlichem Grund auf einem Schild am Eingang zur Terrasse und zum Wintergarten des Schwarzwälder Berggasthauses über dem Ehrenstetter Grund, etwas abseits des Wanderwegs vom Schauinsland über Gießhübel ins Münstertal nach Staufen und weiter zum Belchen. Das Wetter spielt mit. Die Wolken werden dunkler, aber mittags regnet es nur ein paar spärliche Tropfen.

In Richtung Vollelektro

Und die weiteren Aussichten? Ford-Deutschland Kommunikationschef Ralph Caba stuft sie zuversichtlich, nicht nur bezogen auf den Bike-Termin im Schwarzwald mit Ausfahrten in den Offroad-Modellen Bronco und Ranger Raptor, den beiden vollelektrischen Mustang Mach-E und E-Transit sowie im praktischen Tourneo Connect, als gut ein – auch wenn die Marke sich aktuell laut den Kölnern mit der „größten Transformation ihrer Unternehmensgeschichte in Richtung zu einem vollelektrischen Fahrzeugportfolio“ bewegt. Wie das nach dem bereits angekündigten Ende des Kleinwagens Fiesta (2023) und des kompakten Focus (2025) künftig aussieht, beschreibt Ford-Sprecher Caba so:

Bis 2026 und bis 2030

Vier „authentische Modelfamilien“ sind vorgesehen. Sie gliedern sich in die Wild-Performance-Gruppe (Mustang, Mustang Mach-E), in die „Urban Escape“-Stadtflüchter (Puma, All-Electric-Puma, Sport-Crossover, Kuga), in die aktiven Abenteurer (All-Electric-Explorer, Tourneo Custom, Tourneo Connect, Tourneo Courier, Explorer) sowie in die ultimativen Offroader (Bronco, Ranger, Ranger Raptor). Darin vertreten sind vorerst noch Verbrenner, aber auch Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid sowie nicht zuletzt Vollstromer. „Unser Einstiegsmodell wird in Zukunft der Puma sein“, kündigt Olaf Hansen an, zuständig bei Ford in Deutschland für Marketing. Dass auch die Zukunft von Ford elektrisch ist, steht schon länger fest: Ab 2026 soll es in jeder Pkw-Baureihe mindestens einen Plug-in-Hybrid oder ein vollelektrisches Modell geben. Ab 2030 sind dann, was Pkw betrifft, nur noch vollelektrisch angetriebene Fahrzeuge vorgesehen.

Auch immer mehr E-Bikes

Stichwort Elektro. Da haben Autos und Fahrräder offenbar was gemeinsam. Denn E-Bikes, bestätigt Jacob von Hacht aus der Geschäftsführung des Hamburger Fahrradherstellers Stevens, machen einen „immer größer werdenden Teil des Produktportfolios“ aus, vor allem E-Trekking- und E-City-Räder sowie vollgefederte E-Mountainbikes. Bei Stevens finden Entwicklung, Einkauf, Marketing, Produktionsplanung, Administration und Vertrieb am Firmenstammsitz statt. Die Fertigung fast aller Modelle, wozu ebenfalls Renn-,  dazu für Schotterpisten und Waldböden taugliche Gravel- und Cyclocross- sowie Kinderräder gehören, geschieht an Produktionsstandorten in Deutschland und in der Europäischen Union. Die Hamburger verkaufen ihre Bikes in über 30 Ländern. „In Deutschland“, sagt von Hacht, „erfolgt der Vertrieb ausschließlich über den Fahrradfachhandel.“

Authentisch verkörpern

Was Stevens im Bike-Sektor darstelle, sei Ford bei Fahrzeugen, findet Marketing-Mann Hansen, spricht von beiden Seiten als „Anbieter authentischer und glaubwürdiger Produkte mit eigenständigem Design“. Entsprechende Modelle unterstrichen, dass Ford bei der Elektromobilität „all in“ gehe und auch vollelektrische Fahrzeuge die neue Markenpositionierung authentisch verkörpern könnten. In einem TravelLifeDrive-Interview hatte Ford-Deutschland-Geschäftsführer Dr. Christian Weingärtner, zuständig auch für die Märkte Österreich und die Schweiz, zuletzt mit Blick auf die Elektromobilität betont, diese sei eine „große Chance“ für die Marke, die man nutze, um sich mit „künftigen Produkten stärker vom Wettbewerb zu differenzieren“. Dabei hatte Weingärtner auch auf Fords Wurzeln in den USA verwiesen und betont: „Wir liefern das, was nur Ford liefern kann.“

Bronco bis Tourneo

Bronco (ab 74 500 Euro), Ranger Raptor (ab 62 350/74 196 Euro), Mustang (ab 55 500 Euro), Mustang Mach-E (ab 62 900 Euro), E-Transit (ab 59 890/71 269 Euro) und Tourneo Connect (ab 31 140 Euro) gehören demnach offenbar ebenfalls dazu. Genauso wie der im Schwarzwald nur statisch präsentierte neue Elektro-Explorer (ab unter 45 000 Euro). Auch ohne Bollerhut und Kuckucksuhr. Auf vier Rädern. Und ohne, dass es rauf und runter geht.

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KoCom/Fotos: Günther Koch

24. April 2023