Dienstag, 18. Juni 2024

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"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

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Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Reifer geworden

Renault-Clio-Weltpremiere / Kleinwagen weiter als Verbrenner, aber auch als Hybrid angekündigt

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der neue Clio, hier bei der Weltpremiere in Köln, ist künftig auch als Teilzeitstromer unterwegs. Foto: Koch

Köln – Dock 2, Hafenstraße 1, Stadtteil Mühlheim. Ein zum Veranstaltungsort umfunktionierter Industriebau in Köln. Draußen roter Backstein. Drinnen schwarz gekleidete Sicherheitsleute neben zwei verhüllten Kleinwagen, jeweils zwei an einem. Fotografieren (noch) nicht erlaubt! Erst nach der offiziellen Enthüllung. Renault stellt bei einer in verschiedenen europäischen Städten durchgeführten Weltpremiere, darunter in Köln am Sitz der Deutschland-Organisation der Franzosen, den wohl im September startenden neuen Clio vor.

Am meisten verkauft

Das über dem Twingo platzierte Modell ist seit Einführung 1990 mit weltweit mehr als 16 Millionen Einheiten der meistverkaufte Renault. Vier Jahre nach dem Start der fünften Generation hat er eine etwas gründlichere Überarbeitung spendiert bekommen. In puncto Optik tritt der Clio dynamischer auf. Unter anderem ist die Frontpartie nach Vorbild des Mègane E-Tech und des künftig als SUV vorfahrenden Espace, vorher ein Großraumvan, nachgeschärft worden. Die neue, vom Markenlogo inspirierte Lichtsignatur soll in Zukunft in allen Renault zu finden sein. Dabei bilden die seitlichen LED-Tagfahrleuchten jeweils die Hälfte eines aufrechten Rhombus, einer Raute, dem Logo der Marke, was die markantere Ausstrahlung der Front unterstreichen, das Design stärker ans Image der Marke anpassen soll. 

Flotter und dazu digitaler

An den Abmessungen und anderen Maßen – in diesem Fall Länge 4,05, Breite 1,98, Höhe 1,43 Meter, Kofferraumvolumen 391/301 Liter – ändert sich bei einer Auffrischung in der Regel nichts oder nur sehr wenig. Das Innere mutet aber etwas eleganter an. Das Heck mit den Klarglas-Leuchten wirkt flotter. Im Cockpit mit dem je nach Ausstattung Sieben- oder Zehn-Zoll-Multimediadisplay geht es digitaler zu. Die Franzosen setzen zudem auf nachhaltigere Materialien bei Sitzen, Türverkleidungen und beim Instrumententräger.

Im System immerhin 145 PS

Anders als Ford und VW bietet Renault seinen Fiesta- und Polo-Konkurrenten nun auch als effizienteren Vollhybrid an. Ein 69/94 kW/PS starker 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner ist dabei mit gleich zwei Elektromaschinen, einem 36-Kilowatt-Motor und einem 18-Kilowatt-Startergenerator, sowie mit kupplungslosem Multi-Mode-Getriebe kombiniert. Die Systemleistung beträgt 105/145 kW/PS. Was den Verbrauch betrifft, soll der sich nach Angaben der Franzosen auf bloß vier bis knapp über fünf Liter belaufen. Mit 1,2 Kilowattstunden Kapazität ist der Akku, der die Elektroaggregate speist, aber ziemlich klein, lässt sich nur mit überschüssiger Bremsenergie laden, was nicht allzu viel Reichweite im rein elektrischen Betrieb bedeuten dürfte. Dennoch kündigt der Hersteller an, dass „bis zu 80 Prozent des Stadtverkehrs“ damit geschafft werden könnten, und rechnet mit Blick darauf, dass der Teilzeitstromer beim Anfahren immer elektrisch angetrieben wird, sich damit der Verbrauch im Vergleich zu einem herkömmlichen Benziner um bis zu 40 Prozent senken lasse.

Noch als Benziner und mit Flüssiggas

Einen Diesel bietet Renault für den deutschen Markt nicht mehr an. Als Basisantrieb stehen noch ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 48/65, als Turbo mit 66/90 sowie eine 74/100-kW/PS-Variante mit Flüssiggas zur Wahl.

Im Geist der sportlichen Alpine

Besonderheit, was die Ausstattungen angeht, ist die mit Namen Esprit Alpine, die Anleihen nimmt beim sportlicheren Design etwa in Form des im Stil eines Frontflügels aus dem Motorsport gestalteten Frontschürzen-Einsatzes unterm Kühlergrill und bei exklusiveren Details der legendären Sportwagenmarke. Insgesamt 20 verfügbare Elektronikhilfen für Sicherheit, Fahren und Parken listen die Franzosen auf. Sie reichen von der Autobahn- und Stauassistenz für Stufe zwei des teilautomatisierten Fahrens mit Adaptivtempomat samt Stop-&-Go-Funktion und Spurhalteassistenz über 360-Grad-Kamera und aktive Notbremsassistenz bis hin zur Fußgänger- und Radfahrererkennung. Zum Multimediasystem gehört die kabellose Smartphone-Einbindung. Neue Dienste und bessere Vernetzung sollen den Clio intuitiver machen.

Eher betulicher Vorgänger

Unterm Strich mutet die Neuauflage gegenüber dem eher betulich-niedlich auftretenden Vorgänger größer, reifer und erwachsener an, zeigt mehr Charakter. Aktuell findet sich der Clio noch ab 18 250 Euro in der Liste. Als Kandidat für eine volle Elektrifizierung ab 2024 bleibt weiter der neue R5 im Gespräch, dem der Clio nachgefolgt ist. Das Kölner Sicherheitspersonal dürfte auch dann seine schwarze Bekleidung wohl wieder aus dem Schrank holen.

KoCom/Fotos: Günther Koch

18. April 2023