Dienstag, 18. Juni 2024

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Die bella figura machen

Alfa Romeo wertet Giulia und Stelvio leicht auf / Auch Italiener gehen (voll-)elektrischer Zukunft entgegen

Von Günther Koch/Life-Magazin

Mit dem Tonale (hinten): Limousine Giulia (links), SUV Stelvio. Foto: Alfa Romeo

Königstein/Taunus – Die Modellpalette von Alfa Romeo ist übersichtlich. Aktuell finden sich drei Baureihen im Programm. Es sind dies das erst 2022 eingeführte Kompakt-SUV Tonale sowie Giulia und Stelvio. Mit der 2016 auf den Markt gekommenen Sportlimousine und dem 2017 gestarteten größeren Premium-SUV wollten die Italiener ihre einst noble, mittlerweile ebenfalls zum Stellantis-Konzern gehörende Marke wieder neu beleben. Beide, national gerade in Königstein/Taunus vorgestellt, fahren jetzt leicht aufgewertet vor.

Auf derselben Plattform

Giulia und Stelvio bauen auf derselben, nicht elektrifizierbaren Giorgio-Plattform auf. Änderungen, die beim einen Modell vorgenommen werden, setzen die Entwickler – wie schon beim ersten gemeinsamen Facelift 2020 – deshalb in der Regel zur gleichen Zeit teilweise auch beim anderen um. Was geblieben ist, ist die italienische Sportlichkeit samt ziemlich agiler Fahrdynamik. „Stil und Technologie entwickelten sich jedoch weiter“, weist Alfa-Deutschland-Sprecherin Dorothea Knell zur Giulia/Stelvio-Fahrvorstellung auf die wenigen, aber durchaus sinnvollen Neuerungen hin: So baut Alfa nun Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer ein. Die Rückleuchten, ebenfalls LED, sind in Rauchglasoptik eingefasst. Das 12,3 Zoll große Digitaldisplay ist in drei verschiedenen Layouts konfigurierbar. Over-the-Air-Updates sind möglich. Und wer will, kann wie beim Tonale zudem die digitale Wartungshistorie per spezieller Sicherheitstechnologie fälschungssicher aufzeichnen lassen.

Mit klassischen Proportionen …

Zur Giulia: Name mit jahrzehntelanger Tradition seit 1962. Mittelklasse-Modell. Viertüriger Fünfsitzer. Nur Limousine. Vorerst weiter kein Kombi. 4,65 Meter lang. 2,02 Meter breit. 1,43 Meter hoch. Radstand 2,81 Meter. Kofferraum 480 Liter. Klassische Proportionen. Kurze Überhänge. Klarer Stil. Sportliche Akzente. Infotainment leider nach wie vor mit relativ kleinem Display. Fahrwerk ähnlich wie beim Stelvio. Bestmögliche Gewichtsverteilung hälftig auf beide Achsen. Stark in Sachen Lenkpräzision und Spurtreue. Allrad mit im Normalfall 100 Prozent Drehmoment hinten. Bei Haftungsverlust an Rädern dort bis zu 50 Prozent nach vorn. Fahrspaß vor allem auf kurvigen Landstraßen und in engen Kehren. Wie beim Stelvio: Turbobenziner mit 280 und 510, Turbodiesel mit 210 PS. Grundpreise ab 54 250 bis 59 250 Euro.

… und Premiumanspruch in der Mittelklasse

Zum Stelvio: Nach höchstem asphaltiertem Pass in den italienischen Alpen benannt. Mit Premiumanspruch für SUV-Mittelklasse. Fünftüriger Fünfsitzer. Italienisches Design. Kräftige Giulia-Motoren. Recht dynamische Fahrleistungen. 4,70 Meter lang. 2,16 Meter breit, 1,69 Meter hoch. Radstand 2,81 Meter. Kofferraum 525 bis 1600 Liter. Auch hier gut ausbalancierte Gewichtsverteilung zwischen vorn und hinten. Fahrwerk je nach Version mit Dynamikregelung, elektronischer Dämpferanpassung, Allrad, mechanischem Sperrdifferenzial, integriertem Bremssystem, Alfa-Link für direktere Lenkung, elektronisch gesteuertem Hinterachsdifferenzial und elektronischer Chassiskontrolle. Wie bei der Giulia: Turbobenziner mit 280 und 510, Turbodiesel mit 210 PS. Grundpreise ab 60 150 bis 98 500 Euro.

Spitzenmodell Quadrifoglio zur Jahresmitte

Das Motorenprogramm ist gestrafft. Der Diesel klingt rau. Die kultivierteren Benziner passen besser zu den beiden gut auf der Straße liegenden, leichtfüßig-langstreckentauglichen Leichtbau-Alfa, die nach außen wie innen bella figura machen. Das Sechszylinder-Spitzenmodell Quadrifoglio kommt zur Jahresmitte. Wer das Fahrwerk dynamischer nachschärfen will, kann das per entsprechendem Fahrmodus tun; dann spannen sich die Muskeln und die Farbe im Display wechselt ins Rote. Acht-Gang-Automatik und hecklastig-sportlicher Q4-Allrad erhöhen Komfort und Traktion. Der familienfreundlichere Stelvio lässt es etwas moderater angehen. Es hat Gewichtseinsparungen gegeben. Bemerkenswert ist der Abrollkomfort. Was die Bedienung betrifft, darf man sich sogar noch über echte Regler, Schalter und Tasten freuen. Zur Einführung hat Alfa limitierte Competizione-Editionen mit grauem Mattlack, roten Bremssättel und 21-Zoll-Leichtmetallrädern aufgelegt.

Raus aus Schattendasein

Alfa will raus aus dem Schattendasein, deutet bei der Fahrvorstellung im Taunus Niccolò Biagioli an, der in Deutschland inzwischen die drei Stellantis-Premiummarken Alfa Romeo, DS Automobiles und Lancia – die Rückkehr bei uns ist 2024 vorgesehen – führt. Die Namen teils legendärer Alfa-Modelle wie Brennero, GTV, Spider oder Castello vom kleinen über ein großes SUV bis zum Sportwagen sind zuletzt im Gespräch gewesen. Sogar über Retro-Design wird spekuliert. Die Marke plant, ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts nur noch Vollstromer anzubieten. Es soll zudem ein neues Image geben. Ob Alfa sich freilich wirklich von der emotionalen zur rationalen Marke umwandeln lässt? Die immer elektrischere Zukunft wird’s zeigen. Der Tonale jedenfalls ist neuerdings bereits als Plug-in-Hybrid unterwegs. Wenigstens teilelektrisch.

KoCom/Fotos: Alfa Romeo

7. März 2023