Dienstag, 18. Juni 2024

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Es geht weiter

Mitsubishi hat neuen ASX am Start / Relativ ausgereift, vergleichsweise geräumig und moderne Antriebe

Von Günther Koch und Rainer Waldinger/Life-Magazin

ASX und Renault Captur sind nicht nur technisch identisch. Fotos: Waldinger

Lissabon – Keine neuen Modelle mehr? Rückzug aus Deutschland? Sorgen wie diese haben Mitsubishi-Importeur, -Händler und -Kunden vor noch gar nicht so langer Zeit umgetrieben. Jetzt scheint zum Glück für die Marke auch hierzulande alles anders zu sein: Gleich in fünf verschiedenen Antriebsformen bietet Mitsubishi die noch im März startende Neuauflage seines gerade in Portugal vorgestellten ASX an, Einstiegspreis ab 24 690 Euro. Der im Umfeld etwa von Ford Puma, Hyundai Kona, Kia Stonic, Seat Arona und Skoda Kamiq unterwegs befindliche Klein-SUV-Crossover baut auf Konzernebene im Rahmen der französisch-japanischen Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz auf der Renault-Plattform auf, auf der auch Renault Captur und Nissan Juke entstehen.

In Spanien produziert

Das Auto: Der ASX läuft seit 2010 vom Band. Die aktuelle Generation des fünftürigen Fünfsitzers, wie der Captur in Spanien produziert, ist erst die zweite, 4,22 Meter lang, 1,79 Meter breit, 1,57 Meter hoch, Radstand 2,63 Meter. Die Größenangabe für den Kofferraum fehlte in der Übersicht zuletzt, sie dürfte sich jedoch wegen der Baugleichheit mit dem Schwestermodell bei je nach Variante um die 379/440/536 bis 1259/1289/1334 Liter bewegen. Gegenüber dem Vorgänger ist der neue, solide verarbeitete ASX deutlich kürzer, offeriert dennoch selbst im dank verschiebbarer Rückbank flexiblen Fond noch ordentlich Platz, verfügt über einen für seine Klasse recht wertigen Innenraum und zahlreiche Elektronikhilfen. Im Cockpit geht es übersichtlich zu, doch muss man sich in Sachen Bedienung an manches erst gewöhnen.

Blick auf die Frontpartie mit Drei-Rauten-/Drei-Diamanten-Emblem vorn.

Auch als Mild-, Voll-, Plug-in-Hybrid

Der Antrieb: Fünf Motorisierungen, die wie bei Renault, stehen zur Wahl. Es sind dies drei Drei- und Vierzylinder-Turbobenziner, die beiden stärkeren als Zwölf-Volt-Mildhybrid. Hinzu kommen Voll- und Plug-in-Hybrid-Benziner jeweils plus Elektromotor. Die Hubräume der Verbrenner betragen 1,0, 1,3 und 1,6 Liter. Deren Leistungen reichen zunächst von 67/91 bis 116/158 kW/PS. Die Elektromotoren der zwei Hybrid finden sich mit 36/49 und 49/67 kW/PS in der Übersicht, was sich im System auf 105/143 und 117/159 kW/PS erhöht. Mit Drehmomenten von maximal 144 bis 270 Newtonmetern beschleunigen die leer 1201 bis 1541 Kilo schweren Frontantriebler – Allrad gibt es für den ASX nicht mehr – aus dem Stand in 8,5 bis 14,0 Sekunden auf Tempo 100, schaffen 168 bis 204 Stundenkilometer Spitze. Sechs-Gang-Handschalter, Sieben-Gang-Doppelkupplungs- oder Multi-Mode-Automatik übertragen die Kraft auf die vorderen Räder. Den Mixverbrauch nach WLTP geben die Japaner zumindest im Datenblatt mit 5,7 bis 6,3 Liter bei den Verbrennern und 1,3 bis 5,1 Liter bei den Hybrid an, was 138 bis 142 und 29 bis 114 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer entspricht.

Fünf Motorisierungen stehen zur Wahl. Blick ins übersichtlich wirkende Cockpit.

Angenehm und ziemlich komfortabel

Das Fahren: Die Neuauflage fährt sich ganz angenehm, sogar ziemlich komfortabel. Mittels Multi-Sense-System sind Lenkverhalten und Ansprechen des Motors individuell einstellbar. Die drei Fahrmodi heißen Eco, Pure und Sport. Der ASX federt gut, hält sich bei Fahrgeräuschen zurück, vermittelt ein ruhiges Lenkgefühl. Bei Eco schiebt der kleine Mitsubishi eher betulich voran, bei Sport engagierter mit strafferer Lenkung, die dann auch direktere Rückmeldung gibt, während die Bremsen für standfeste Verzögerung sorgen. Der kleine Dreizylinder wirkt etwas schwach auf der Brust. Die Vierzylinder nehmen sich gegenseitig nicht viel. Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid decken unterschiedliche Ansprüche ab.

Fürs Infotainment ist der große Touchscreen da. Der ASX ist ein Klein-SUV.

Mit modernen Fahrassistenzen

Die Ausstattung: In der Basisausführung gehören etwa schon Bi-LED-Scheinwerfer, Klimaanlage, Infotainment, Sieben-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Einbindung, Tempoautomatik, verschiebbare Rücksitzbank, Einparkhilfe, Notbrems-, aktive Spurhalteassistenz, Auffahrwarner, Fußgänger-, Radfahrer- und Verkehrszeichenerkennung zum Grundumfang. In der Stufe Plus darüber sind Dachreling, Smart-Key-System, Klimaautomatik, beheizbares Lederlenkrad, doppelter Laderaumboden und beim Hybrid Digitalinstrumentierung mit Sieben-Zoll-Farbdisplay Standard. Die Intro genannte Einführungsauflage ist mit speziellen Designelementen, 10,25-Zoll-Display, Navigation, Multi-Sense-System, verschiedenen Fahrprofilen, Adaptivtempomat, Totwinkel-, Geschwindigkeitswarner und 18-Zoll-Leichtmetallrädern bestückt. Die Spitzenversion Top schließlich wartet unter anderem mit elektrischem Glasschiebedach, Premium-Soundsystem, Leder, aktiver Spurfolgeassistenz und adaptiver Tempoautomatik auf.

Blick aufs Heck. Und so sieht der kompakte Mitsubishi von der Seite aus.

Als nächstes der Colt

Alles in allem: Wer den Captur kennt, weiß sicher auch mit dem ASX was anzufangen. Das Modell scheint ausgereift, kommt für seine Verhältnisse vergleichsweise geräumig daher, hat moderne Antriebe unter der Haube. Fünf Jahre Garantie auf den ASX sind zudem ein Wort, die zwei für den ab 24 790 Euro teuren Captur eher weniger. Irgendwas muss doch, mal abgesehen vom leicht modifizierten Kühlergrill und Mitsubishis Drei-Rauten-/Drei-Diamanten-Emblem, anders sein. Auch mit dem neuen Colt dürfte es sich so verhalten, der ebenfalls noch 2023 kommen soll. Auf Renault-Clio-Basis.

Datenblatt

Motor: Drei Drei- und Vierzylinder-Turbobenziner, darunter zwei Mildhybrid, dazu Vollhybrid-Benziner plus Elektromotor und Plug-in-Hybrid-Benziner jeweils plus Elektromotor. Hubraum: 1,0, 1,3, 1,6 Liter. Leistung: 67/91 bis 116/158 kW/PS, bei den Hybriden Elektromotor 36/49, 49/67, im System 105/143, 117/159 kW/PS. Maximales Drehmoment: 144 bis 270 Newtonmeter. Beschleunigung: 8,5 bis 14,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 168 bis 204 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Sechs-Gang-Handschaltung, Sieben-Gang-Doppelkupplungsbox, Multi-Mode-Automatik. Umwelt: Mixverbrauch laut Datenblatt nach WLTP 5,7 bis 6,3 Liter (Verbrenner), 1,3 bis 5,1 Liter (Hybrid), 138 bis 142, 29 bis 114 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Grundpreis: 24 690 bis 36 890 Euro (Verbrenner), 30 990 bis 37 490 Euro (Vollhybrid), 39 390 bis 42 390 Euro (Plug-in-Hybrid).

KoCom/Fotos: Rainer Waldinger

28. Februar 2023