Montag, 6. Februar 2023

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GALERIA AUTO VW ID Buzz vorerst als Fünfsitzer, Bus und Cargo / Weitere Varianten folgen. Foto: VW
GALERIA AUTO Mercedes-Mittelklasse-SUV GLC als Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid. Foto: Mercedes
GALERIA AUTO Mazda CX-60 noch über CX-5 angesiedelt / Auch CX-80 schon angekündigt. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO Alfa Romeos neuer Kompakt-SUV Tonale erst als Hybrid mit 130 und 160 PS. Foto: Günther Koch
GALERIA AUTO DS gibt Einblick in DS4-Produktion an deutschem Stellantis-Konzernstandort. Foto: DS Automobiles
GALERIA AUTO Mercedes T-Klasse als Benziner und Diesel / Vollstromer soll noch 2022 folgen. Foto: Günther Koch

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

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Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Japaner zeigen Flagge

Mazda führt neuen CX-60 ein / Noch über dem CX-5 angesiedelt / Auch größerer CX-80 schon angekündigt

Von Günther Koch/Life-Magazin

Als 327-PS-Plug-in ist der CX-60 aktuell der leistungsstärkste Mazda. Fotos: Koch

Leverkusen – Mit dem CX-60 will Mazda weiter Richtung Premium gehen, besinnt sich dabei noch mehr auf japanische Handwerkskunst, betont Deutschland-Chef Bernhard Kaplan jetzt bei der Fahrvorstellung des neuen Mittelklasse-Crossover-Modells am Unternehmenssitz in Leverkusen. Das neue Flaggschiff erweitert Mazdas SUV-Palette nach oben. Es steht zunächst als ab 47 390 Euro teurer erster Plug-in-Hybrid der Japaner am Start. Diesel und Benziner folgen.

Auf neuer Plattform

Das Auto: Der CX-60 ist über dem deutlich kürzeren CX-5 angesiedelt. Er baut auf einer neuen Großplattform auf, die speziell für Modelle mit Hinterradantrieb und Allrad konzipiert worden ist, verfügt über 2,87 Meter Radstand, misst 1,89/2,13 Meter in der Breite und 1,68 Meter in der Höhe. Der leicht be- und entladbare Kofferraum fasst ordentliche 570 bis 1726 Liter. Trotz weiterentwickeltem Design wirkt die Optik vertraut. Der große Mazda sieht sogar ziemlich edel aus. Im geräumigen Inneren des gut verarbeiteten fünftürigen Fünfsitzers geht es hochwertig zu, zumindest in der höchsten Ausstattungsstufe Takumi. Das Cockpit mutet schnörkellos und deshalb auch übersichtlich an. Die Sicht nach hinten könnte besser sein. Bei aller Digitalität fällt die Bedienung teils sogar noch über praktischere Tasten und Knöpfe leicht. Bloß die Sprachführung der Navigation nervt, wenn sie ständig wissen lassen will: „Biegen Sie in den Hauptstraße ab“.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo im oberen Teil des Kühlergrills.

Zunächst nur Teilzeitstromer

Der Antrieb: Beim vorerst einzig verfügbaren Plug-in-Hybrid arbeiten ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 192 PS und ein 175-PS-Elektromotor zusammen. Sie bringen es im System auf 327 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment bei 4000 Touren, beschleunigen den leer 2055 bis 2147 Kilo schweren Teilzeitstromer in 5,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schaffen in der Spitze 200/140 Stundenkilometer (Hybrid-/Elektromodus). Der Antrieb erfolgt über alle vier Räder. Beim Getriebe handelt es sich um einen Acht-Stufen-Automaten. Die elektrische Reichweite gibt Mazda mit 63 Kilometern an, den Verbrauch kombiniert nach WLTP pro 100 Kilometer mit 1,5 Litern Benzin und 23,0 Kilowattstunden Strom. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende der ersten Ausfahrt mit wechselnden Fahrprofilen 2,2 Liter und nur 17,8 Kilowattstunden angezeigt. Die Abgasnorm ist Euro-6d.

Benzin- und Elektromotor arbeiten zusammen. Blick ins moderne Cockpit.

Niedriger Schwerpunkt, hohe Stabilität

Das Fahren: Beim Unterwegssein mit diesem Plug-in, der wie der CX-5 Lasten bis 2,5 Tonnen ziehen kann, wodurch er sich auch für Anhängerbetrieb auf längeren Strecken empfiehlt, stellt sich fahrwerksmäßig ein insgesamt angenehm ausgewogenes, komfortabel-souveränes und bei Bedarf beim Tritt aufs Gaspedal auch druckvolleres Fahrverhalten ein, schließlich ist der recht laufruhige CX-60 als Plug-in auch noch der aktuell leistungsstärkste Mazda. Benziner und Elektromotor harmonieren gut miteinander. Der bedingt durch die Platzierung der Batterie zwischen den Achsen niedrige Fahrzeugschwerpunkt sorgt für hohe Fahrstabilität selbst auf kurvigen Strecken. Der Allrad mit aktiver Drehmomentverteilung erhöht mit der Bodenhaftung zusätzlich die Sicherheit beim Fahren. Als Fahrmodi sind die fünf Einstellungen Normal, Sport, Off-Road, Elektro und Towing für Anhängerbetrieb wählbar. Die elektrisch unterstützte Servolenkung könnte noch direktere Rückmeldung geben. Die vorn und hinten verbauten innenbelüfteten Scheibenbremsen verzögern standfest.

Modell- und Allradkennung hinten. Das Gepäckabteil fasst 570 bis 1726 Liter.

Bis hoch zum Takumi hinauf

Die Ausstattung: Vier Ausstattungsstufen gibt es. Schon im Basismodell Prime-Line sind etwa LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multimedia, zwei 12,3-Zoll-Displays, Navigation, Digitalradio, Smartphone-Einbindung, Lederlenkrad sowie Notbrems-, Spurwechsel-, Spurhalteassistenz mit Lenkunterstützung, Auspark-, An-/Abfahrhilfe am Berg, Tempomat samt Begrenzer, Verkehrszeichenerkennung und 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen Standard. In den Stufen darüber hören Rückfahrkamera, Sitz-, Lenkradheizung, 20-Zöller (Executive-Line, ab 50 850 Euro), Radhaus-Verkleidungen, Seitenschweller, Leder, Komfortpaket (Homura, ab 54 750 Euro) sowie Edelholzapplikationen, Nappaleder und Premium-Komfortpaket (Takumi, ab 56 250 Euro) zum Grundumfang. Besonderheiten sind Fahrer-Personalisierungssystem, das automatisch die perfekte Sitzposition ermittelt und diese selbsttätig einschließlich Seitenspiegel einstellt, 360-Grad-Monitor mit erweitertem Sichtfeld bei niedrigem Tempo, Ausstiegswarnung und erweiterte Stauassistenz- und Lenkfunktion bis Tempo 150.

Heck-/Seitenansicht des CX-60. Und der fünftürige Fünfsitzer von der Seite

Sechs Jahre Werksgarantie

Alles in allem: Die Auslieferungen des Plug-in sollten noch im August beginnen. Die mittlerweile sechs Jahre Werksgarantie, auf die Deutschland-Chef Kaplan verweist, sind ein Wort. Für Anfang 2023 kündigt Deutschland-Sprecher Jochen Münzinger als zweiten Antrieb den neuen, als Mildhybrid ausgelegten 3,3-Liter-Reihensechszylinder-Turbodiesel in zwei Leistungsstufen mit 200 PS (Hinterradantrieb) ab 46 150 Euro und 254 PS (Allradantrieb) ab 51 350 Euro an; sie sollen im Mix nur 4,9 und 5,3 Liter verbrauchen. Den 3,0-Liter-Benziner sehen die Planungen wohl erst für 2024 vor. Will Mazda wirklich in der Premiumklasse mitmischen, müsste man sich, was den CX-60 betrifft, statt mit vergleichbaren deutschen Wettbewerbsmodellen von Ford, Opel oder VW mit Konkurrenten wie Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLC oder Volvo XC60 messen lassen. Kein leichtes Unterfangen, weil es für Kunden auch mit höheren Preisen verbunden, aber sicher nicht unmöglich sein dürfte. Den noch größeren CX-80 haben die Japaner jedenfalls ebenfalls schon angekündigt.

Datenblatt

(CX-60 Plug-in-Hybrid) Motor: Vierzylinder-Benziner plus Elektromotor. Hubraum: 2,5 Liter. Leistung: 147/192 kW/PS (Verbrenner), 129/175 kW/PS (Elektromotor). Drehmoment: 261/4000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute (Verbrenner), 270/4000 Newtonmeter pro Minute (Elektromotor). Systemleistung: 241/327 kW/PS. Systemdrehmoment: 500/4000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 5,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 200/140 Stundenkilometer (Hybrid-/Elektromodus). Antrieb: Allrad. Getriebe: Acht-Stufen-Automatik. Elektrische Reichweite: 63 Kilometer. Verbrauch: Laut Mazda kombiniert nach WLTP pro 100 Kilometer 1,5 Liter Benzin und 23 Kilowattstunden Strom. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 47 390 bis 56 250 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch/Mazda (1)

30. August 2022