Donnerstag, 30. Juni 2022

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Blinklicht

"999"

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Kraft ohne Gran(d)

BMW 2er-Coupé strahlt auch in Neuauflage mehr als nur Sportwagen-Flair aus / Zwei Benziner, ein Diesel

Von Günther Koch/Life-Magazin

Das 2er-Coupé, hier als M240i xDrive, kommt in zweiter Generation daher. Foto: Koch

Garching – Die mittlere Kompaktbaureihe, den 2er, gibt es bei BMW seit 2012. Das Coupé, das damals die entsprechende Variante des ersten 1er abgelöst hat, ist 2014 auch als Hommage an den 2002 der Münchner auf den Markt gekommen, 2017 das erste Mal überarbeitet worden. Anfang 2022 geht nun die gerade in Garching bei München vorgestellte Neuauflage im Premiumumfeld etwa von Audi S3/RS3 und Mercedes-AMG A-Klasse an den Start. Die Einstiegspreise beginnen künftig bei 39 700 Euro. Einiges hat der in Mexiko vom Band laufende zweitürige Viersitzer mit der zeitgleich präsentierten Neuauflage des 4er-Gran-Coupés gemeinsam, darunter nicht zuletzt das Bemühen um mehr Eigenständigkeit hier gegenüber dem 1er, während BMW beim 4er auf noch größere Differenzierung zum 3er setzt.  

Länger, breiter, flacher

Das Auto: Das 2er-Coupé, 4,53 Meter lang, 1,83 Meter breit, nur 1,39 Meter hoch, Radstand 2,74 Meter, Kofferraum jetzt 390 Liter hinter der niedrigeren Ladekante, hat gegenüber dem Vorgänger in Länge, Breite und beim Radstand zugelegt, baut etwas flacher. Das Design wirkt athletischer, die Front mit Einzelscheinwerfern, neu gestalteter Doppelniere und vertikal angeordneten, aktiven Luftklappen markanter. Aerodynamisch hat es Verbesserungen gegeben. Die Linienführung verläuft ziemlich dynamisch. Die Silhouette ist sportlich. Einzelne Flächen sind muskulöser modelliert. Die Spurweiten sind breiter. Die weit ausgestellten Radhäuser lassen die Heckansicht mit dort neu strukturierten LED-Lichtfunktionen kraftvoller erscheinen. Innen ist das Premiumambiente mit hochwertigen Materialien, präziser Verarbeitung und exklusiveren Designmerkmalen verfeinert. Man sitzt tief. Das Raumgefühl ist angenehmer. Vorn ist ordentlich Platz vorhanden, im nicht ganz so gut erreichbaren Fond geht es beengter zu. Die Bedienung im Serien-Live-Cockpit mit 8,8-Zoll-Kontrolldisplay, 5,1-Zoll-Instrumentenkombi und Cloud-basierter Navigation ist wie beim 4er-Gran-Coupé bei aller Modernität und Digitalität doch rasch im Griff. Die Smartphone-Einbindung gibt’s leider nur als Option.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn über dem Kühlergrill.

Mit vier und sechs Zylindern

Der Antrieb: Die Vier- und Sechszylinder-Turbobenziner 220i und M240i xDrive stehen wie der Vierzylinder-Turbodiesel 220d, allesamt Abgasnorm Euro-6d, zunächst zur Wahl. Sie haben 2,0, 3,0 und 2,0 Liter Hubraum, leisten 184, 374 und 190 PS, stellen 300, 500 und 400 Newtonmeter Drehmoment bereit. Die leer je nach Norm 1490 bis 1765 Kilo schweren Coupés schaffen in 7,5, 4,3 und 6,9 Sekunden Tempo 100, erreichen 236, 250 und 237 Stundenkilometer Spitze. Achtgang-Steptronic-Automaten übertragen die Kraft auf die hinteren, beim M mit Sportausführung dieses Getriebes auf alle vier Räder. Den Verbrauch gibt BMW zumindest im Datenblatt nach WLTP bei den Benzinern mit maximal 6,9 und 8,8, beim Diesel mit bis zu 5,1 Litern an. Der Selbstzünder ist als Mildhybrid ausgelegt ist, was Ansprechverhalten und Effizienz optimiert, indem ein 48-Volt-Startergenerator einen Elektro-Boost mit zusätzlich elf PS erzeugt und ein zweiter Akku die Möglichkeiten zum Rückgewinnen und Speichern von Bremsenergie erweitert. Im Sommer 2022 soll noch der 245-PS-Vierzylinder 230i folgen. Wir sind im Spitzenmodell M240i xDrive unterwegs gewesen, dessen Bordcomputer bei uns am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und kürzeren Autobahnprofile bei dennoch eher moderater Fahrweise ohne größere Lastwechsel mit wechselnden Fahrprogrammen 9,2 Liter angezeigt hat.

Unter der Haube hier ist die Spitzenmotorisierung am Werk. Blick ins moderne Digitalcockpit.

Agil, präzise und dynamisch

Das Fahren: Der Wagen ist eindeutig Performance-orientiert, wozu auch hohe Steifigkeit, Leichtbau, fast ausgeglichene 50:50-Achslastverteilung und tiefer Schwerpunkt beitragen.  Die Fahrwerkstechnik für sportlichere Fahreigenschaften haben die Münchner dabei aus der 4er-Reihe übertragen und entsprechend angepasst, was die, die sich ambitionierter fortbewegen wollen, insbesondere an der Agilität, der Lenkpräzision, der Kurvendynamik, dem Eigenlenkverhalten und der Querbeschleunigung für dynamischere Kurvenfahrten einschließlich noch einigermaßen kontrollierbarer Driftmanöver merken. Der Allrad erhöht beim M240i xDrive mit der Bodenhaftung die Stabilität beim Fahren. Hinzu kommt durch optimiertem Abroll- und Akustikkomfort durchaus die Tauglichkeit für längere Strecken. Die Servotronic-Lenkung richtet sich an der Geschwindigkeit aus, gibt direkte Rückmeldung von der Straße. Die vorn und hinten innenbelüften Scheibenbremsen packen wohldosiert und standfest zu. Leerlaufsegeln ist in den Modi Eco Pro und Komfort möglich. Wer will, kann das optionale M-Sportfahrwerk samt variabler Sportlenkung ordern.

Das Gepäckabteil fasst immerhin jetzt 390 Liter. Blick auf den Modellschriftzug hinten.

Mehr elektronische Helfer

Die Ausstattung: Zum Grundumfang gehören etwa LED-Scheinwerfer, Drei-Zonen-Klimaautomatik, Live Cockpit, Infotainment, 8,8-Zoll-Zentralanzeige mit Touchfunktion, Digitalradio, Vernetzung, Sportsitzgeometrie, Sportlederlenkrad, Tempomat samt Begrenzer und Bremsfunktion, Aufmerksamkeitsassistenz, Spurverlassenswarnung mit Fahrbahnrückführung, Frontkollisionswarner mit Bremseingriff und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er-Reifen. Die Anzahl an serienmäßigen und optionalen Elektronikhilfen ist deutlich größer geworden. Erstmals sind für das 2er-Coupé Headup-Display und Drive Recorder zu haben. Über dem Advantage ist der M-Sport angesiedelt. Der M240i xDrive fährt mit M-spezifischen Ausstattungsdetails vor. Das optionale M-Sportpaket Pro als Ergänzung zum M-Sport setzt fahrdynamisch zusätzliche Akzente. Schon zur Einführung sollen laut BMW zudem M-Performance-Teile erhältlich sein.

Heck-/Seitenansicht. Und so sieht der kompakte zweitürige Viersitzer von der Seite aus.

Kraft will gebändigt sein

Alles in allem: Dieser 2er strahlt als Coupé unterm Strich mehr als nur Sportwagen-Flair aus. Er ist ein Sportwagen. Und der Spaßfaktor mit diesem kompakten Powerpaket ist zweifellos hoch. Doch seine Kraft, zumal die im M-Spitzenmodell, will – bei aller feinfühligen Regelung durch die Elektronik – gebändigt sein, auch von Versierten! Das Fahrverhalten fordert, wenn man es mit all der Agilität ausreizen will, durchaus heraus. Sonst gibt es in dieser Baureihe den 2er neben dem Coupé noch als Gran Coupé (ab 34 200 Euro), als Gran Coupé M-Automobil (ab 54 800 Euro) sowie als Coupé M-Automobil (ab 56 000 Euro). In der Ausrichtung ganz anders, nämlich Van-artig, fahren die beiden 2er Gran Tourer (ab 30 200 Euro) und Active Tourer (ab 35 000 Euro) vor.     

Datenblatt

Motor: Zwei Vier- und Sechszylinder-Turbobenziner, ein Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 2,0, 3,0, 2,0 Liter. Leistung: 135/184, 275/374, 140/190 kW/PS. Maximales Drehmoment: 300/1350-4000, 500/1900-5000, 400/1750-2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 7,5, 4,3, 6,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 236, 250, 237 Stundenkilometer. Umwelt: Laut BMW Mixverbrauch nach WLTP 6,3-6,9, 8,1-8,8, 4,6-5,1 Liter pro 100 Kilometer, 142-156, 185-200, 120-134 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 39 700 bis 56 000 Euro (Benziner), 42 800/47 350 Euro (Diesel).

KoCom/Fotos: Günther Koch

17. November 2021