Auch beim Giornata dell’Alfa Romeo: Italiener setzen Zeichen / Neue 520-PS-Hochleistung / Nur zehn Exemplare
Von Günther Koch

Gleich fünffacher Abtrieb soll diesen Luna-Rossa-Alfa „förmlich auf die Straße pressen“. Fotos: Barbara Fett
Pferdsfeld – Benzingeruch hängt in der Luft, Motoren dröhnen: Beim Giornata dell’Alfa Romeo wird wohl zum ersten Mal hier in Deutschland, allerdings nur statisch, auch die neue Hochleistungslimousine gezeigt. Der Alfa-Tag selbst findet erneut auf dem Testgelände Pferdsfeld im Hunsrück nahe Bad Sobernheim statt. Die für entsprechende Veranstaltungen befahrbare Strecke auf dem früheren Nato-Flugplatz ist vier Kilometer lang.

115 Jahre Alfa Romeo haben die Italiener schon im vorigen Jahr, 2025, gefeiert.
Auch ältere Modelle
Die Deutschland-Organisation der italienischen Stellantis-Premiummarke stellt aktuelle und ältere Modelle vor. Vom Junior bis zum Stelvio. Vom GT bis zum Spider. Bei den Italienern geht es jedoch um mehr. Genauer gesagt um die Giulia Quadrifoglio Luna Rossa, übersetzt so viel wie „Roter Mond“. Mit ihr setzt Alfa ein Zeichen in Sachen neuer Hochleistungslimousine. Dabei handelt es sich allerdings um ein streng limitiertes Sondermodell, entstanden und weitgehend in Handarbeit gefertigt in Zusammenarbeit mit dem italienischen America’s-Cup-Segelteam und der neuen Individualisierungsmarke von Alfa Romeo und Maserati. Der Quadrifoglio knüpft, auch was die Tests betrifft, an Traditionen an, „allerdings“, räumt Alfa ein, „mit den Methoden des 21. Jahrhunderts“.

Gleich geht’s los: Barbara Fett (links) aus Wetter/Hessen vor der Fahrt mit dem Instruktor.
Für Technikinteressierte
Konkret geht es um ein neues Aerodynamikpaket, das für Alfa als „technologisches Highlight“ gilt. „Zahlreihe Karosseriekomponenten aus Kohlefaser erzeugen mehr Abtrieb, ohne die Höchstgeschwindigkeit zu beeinträchtigen“, betonen die Entwickler: Seitliche Leitprofile an der Frontschürze erhöhten den Anpressdruck auf der Vorderachse. Zwei zusätzliche Elemente am Unterboden beschleunigten die Luft unter dem Fahrzeug, während Seitenschweller aus Karbon diesen Bereich nach außen abdichteten. Durch dieses aus dem Rennsport bekannte Phänomen, so jedenfalls die Entwickler, werde das Fahrzeug „förmlich auf die Straße gepresst“.

Alfa Romeo hat es immer wieder verstanden, auch Fahrzeuge mit Charakter zu bauen.
Flügel aufwändig gestaltet
Am Heck verbessert demnach ein aufwändig gestalteter Flügel die Luftführung. Durch das neue Aerodynamiksystem erzeugten die Komponenten bei Tempo 300 rund 140 Kilo Abtrieb. „Etwa fünfmal so viel wie beim Serienmodell!“ Die Karosserie ist in edlem Grau gehalten, der Lack von Hand aufgetragen. Bei einigen Fahrzeugen sind Motorhaube, Dach und Heckklappe in Schwarz ausgeführt. Rote Seitenstreifen, der Schriftzug „Luna Rossa“ und die ebenfalls rot lackierten 19-Zoll-Leichtmetallräder sorgen für Kontraste. Stilistische Anleihen an die „Luna Rossa“-Rennyacht setzen sich im Innenraum fort. Der „Rote Mond“ kann also scheinen.

Wer wird denn da mit dem Alfa-Romeo-Helikopter gleich in die Luft gehen?
Erstmals in Deutschland
Weitere wichtige „Luna Rossa“-Angaben sind: 2,9-Liter-Sechszylinder-Biturbo. 520 PS. Laut Alfa erstmals in Deutschland zu sehen. Offenbar auch nach Pferdsfeld noch kein offizieller Verkaufspreis genannt. Könnte bei rund 300 000 Euro liegen. Weltweit aber nur zehn Exemplare. Und laut Alfa „bereits restlos ausverkauft!“

Alfas Modellpalette reicht aktuell vom Junior über Tonale und Giulia bis zum Stelvio.
Pista & Piloti für Alfisti
Bliebe noch der Alfa-Tag in aller Kürze: Pista-&-Piloti-Veranstaltung seit neun Jahren. Saisonhöhepunkt für die Alfisti genannten Fans der Marke. Laut Alfa auch diesmal wieder Tausende Besucherinnen und Besucher aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern. Probe-/Instruktorfahrten. Mehr als 240 historische Rennfahrzeuge und Sportwagen beim Gran Premio Alfa Romeo. Aus Alfa-Sicht bis heute eher selten und gerade deshalb ebenfalls bei Pferdsfeld 2026 dabei: Alfa TZ1, Alfa Giulia GTA/GTAm und Designer Zagatos Aluminium-Coupé Alfa Giulietta SZ Coda Tronca. Zudem dürfen die Italiener feiern: 50 Jahre Trofeo Alfasud, 60 Jahre Spider. Die Giulia Quadrifoglio Oro, das nur bei uns erhältliche Sondermodell, hat den Vorteil, dass es auch ohne Jubiläum jetzt schon statt mit dem grünen mit dem goldenen Kleeblatt fahren darf. Immerhin.
KoCom/Fotos: Barbara Fett
3. September 2026

