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Noch Potenzial

by admin

Mazda erweitert seine Dieselpalette in seinem kompakten 3er mit einem kleinem Selbstzünder

Von Günther Koch/Life-Magazin

 

Mazda3: Der kleine Diesel treibt jetzt auch das Kompaktmodell, hier das Schrägheck, an. Foto: Koch

Augsburg – Mazda und Diesel? Dass die Japaner Selbstzünder können, haben sie 2012 mit dem in den beiden Leistungsstufen mit 150 und 175 PS erhältlichen 2,2-Liter-Aggregat bewiesen, nachdem sie zuvor, als sie noch zu Ford gehörten, Dieselmotoren auch aus der Kooperation mit dem französischen PSA-Konzern von Peugeot bezogen. Jetzt stellt Mazda ebenfalls das kleinere 1,5-Liter-Pendant auf eine breitere Basis, führt es in der volumenstärksten Klasse im Umfeld deutscher Konkurrenten wie Ford Focus, Opel Astra oder VW Golf in seinem kompakten 3er ein.

Vorher schon im 2er und CX-3

Vier- und Fünftürer sind mit diesem Motor, der auch den kleinen 2er und das noch unter dem CX-5 positionierte zweite Mazda-SUV-Modell CX-3 schon antreibt, ab 23 190 beziehungsweise 23 690 Euro zu haben. Der Vierzylinder leistet 105 PS, stemmt durchzugsstärkere 270 Newtonmeter schon früh ab 1600 Touren auf die Kurbelwelle, macht das leer bis zu 1370 Kilo schwere Schrägheck und das Stufenheck, das leer 1340 Kilo auf die Waage bringt, in der Spitze 181 bis Tempo 186 schnell. Den Verbrauch geben die Japaner im Mix in Verbindung mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe, beim Fünftürer überträgt alternativ auch eine Sechsstufen-Box die Kraft auf die Räder, und der Stopp/Start-Spritsparfunktion zumindest im Datenblatt mit bloß 3,8 bis 4,4 Litern an.

Recht durchzugsstark und elastisch

Bei unseren ersten Ausfahrten im Rahmen der Fahrvorstellung von München nach Augsburg und wieder zurück hat der Bordcomputer des handgeschalteten Schräghecks am Ende nach wechselnden Stadt-, Landstraßen- und Autobahnfahrprofilen bei weitgehend moderatem Unterwegssein durchaus bemerkenswerte 4,7 Liter angezeigt. Den Motor selbst haben wir dabei durchaus als recht durchzugsstark und elastisch empfunden. Sogar im fünften Gang war beim Tritt aufs Gaspedal zu spüren, dass da immer noch etwas Leistung kommt.

Mazda3: Der kleine Diesel treibt jetzt auch das Kompaktmodell an. Fotos: Koch
Mazda3: Der kleine Diesel treibt jetzt auch das Kompaktmodell an. Fotos: Koch
Mazda3: Das Markenlogo sitzt samt Nummernschild vorn im Kühlergrill.
Mazda3: Das Markenlogo sitzt samt Nummernschild vorn im Kühlergrill.
Mazda3: Blick unter die Haube auf den 1,5-Liter-Selbstzünder mit 105 PS.
Mazda3: Blick unter die Haube auf den 1,5-Liter-Selbstzünder mit 105 PS.
Mazda3: Blick ins Cockpit.
Mazda3: Blick ins Cockpit.

Mit ganzheitlichem Skyactiv-Ansatz

Für Mazdas neuen Deutschland-Chef Bernhard Kaplan bleibt der Diesel „wichtiger Baustein“ auf dem Weg zu weniger schädlichem Kohlendioxid-Ausstoß. Im „Mazda Classic“-Automobilmuseum Frey in Augsburg, das im Oktober offiziell für Publikum öffnet, verweist Kaplan zusammen mit Sprecher Jochen Münzinger dabei insbesondere auf die bei den Japanern Skyactiv genannten Technologien, nach denen mit Blick auf Effizienz und Nachhaltigkeit nicht nur Karosserie, Fahrwerk und Getriebe, sondern auch Motoren im Mittelpunkt stehen. Den Angaben zufolge ist es Mazda sogar gelungen, den Diesel „erfolgreich in Japan zu etablieren, einem Pkw-Markt, in dem dieser Motortyp zuvor praktisch keine Rolle spielte“.

Verdichtung hier ungewöhnlich niedrig

Als größten Unterschied zu den Benzinern hebt Münzinger bei Mazdas neuen Diesel die ungewöhnlich niedrige Verdichtung hervor. Sie nutzten im Vergleich zu anderen Diesel die Verbrennungsenergie effizienter. Spritverbrauch und Schadstoffaustöße würden so in einem Ausmaß sinken, „das eine spezielle, technische aufwändige und mit Zusatzkosten verbundene Stickoxid-Abgasnachbehandlung überflüssig macht“.

Mazda3: Moderne Leuchteinheit hinten mit Modellschriftzug.
Mazda3: Moderne Leuchteinheit hinten mit Modellschriftzug.
Mazda3: Heck-/Seitenansicht.
Mazda3: Heck-/Seitenansicht.
Mazda3: Das Gepäckabteil des Schräghecks fasst 364 bis 1263 Liter.
Mazda3: Das Gepäckabteil des Schräghecks fasst 364 bis 1263 Liter.
Mazda3: Und so sieht der kompakte Japaner von der Seite aus.
Mazda3: Und so sieht der kompakte Japaner von der Seite aus.

Schon Arbeit an Selbstzünder-Benziner

Alles in allem: Schon fast jedes dritte Neufahrzeug, das Mazda 2015 in Deutschland verkauft hat, ist von Kunden als Diesel geordert worden. Den entsprechenden Anteil bei den größeren Baureihen wie 6er und CX-5 beziffert Mazda-Deutschland-Chef Kaplan auf rund 60 Prozent. Beim 3er, zuletzt gut 17 Prozent, erwartet die Zentrale in Leverkusen mit dem neuen Diesel eine weitere Steigerung. Der Dieselanteil am Gesamtmarkt lag im vergangenen Jahr in Deutschland und in Europa bei rund 48 Prozent. Verbrennungsmotoren haben aus Mazda-Sicht jedenfalls noch viel Potenzial. „Unsere Ingenieure in Japan“, lässt dazu Mazda-Deutschland Sprecher Münzinger wissen, „arbeiten zurzeit sogar bereits daran, den Selbstzünder-Benziner zur Serienreife zu bringen.“  

Datenblatt

(Fünf-/Viertürer) Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 1,5 Liter. Leistung: 77/105 kW/PS. Maximales Drehmoment: 270/1600-2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: Je nach Getriebe 11,0/11,6, 11,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 185/181, 186 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Mazda Mixverbrauch 3,8/4,4, 3,8 Liter pro 100 Kilometer, 99/114, 99 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer. Preis: 23 190 bis 26 390 Euro (Fünftürer), 23 690 Euro (Viertürer).

KoCom/Fotos: Günther Koch

10. Mai 2016

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