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Anderes Kaliber

by admin

Ford setzt Raptor an Spitze der Ranger-Baureihe / Kraftvoller Biturbodiesel mit 213 PS

Von Günther Koch/Life-Magazin

Ford-Pickup Raptor, hier als neues Ranger-Spitzenmodell. Fotos: Koch  

Essaouira – Der Raptor ist los! Als räuberischer Dinosaurier ausgestorben, hat ihn Ford als Pickup neu belebt. In Nordamerika trägt eine Variante des überaus erfolgreichen F-150 schon länger diesen Namen. Ende Mai steht der gerade in Marokko vorgestellte Raptor nun auch in Europa als robustester und leistungsfähigster Vertreter der Ranger-Reihe zu Netto/Brutto-Einstiegspreisen ab 56 110/66 771 Euro bei den Händlern.

Eher extrovertiert

Das Auto: Der deutlich vom F-150 Raptor inspirierte, von Ford sogar bei seinen Performance-Fahrzeugen eingeordnete Ranger Raptor kommt schon rein äußerlich mit mächtigem Kühlergrill samt riesigem Markenschriftzug und kraftvoll ausgestellten Radläufen überaus extrovertiert und scheinbar kompromisslos daher, Er wird nur als Doppelkabiner mit vier Türen und fünf Sitzen angeboten, ist 5,37 Meter lang, 2,18 Meter breit, 1,87 Meter hoch, verfügt über 3,22 Meter Radstand, bringt leer knapp 2,6 Tonnen auf die Waage, kann Lasten bis 2,5 Tonnen ziehen. Im selbst im Fond recht geräumigen Inneren setzen blaue Nähte und Leder sportlich-wertigere Akzente. Die Bedienung ist zwar rasch im Griff. Trotzdem sollte man sich zur Eingewöhnung etwas Zeit nehmen, um diesen großen Pickup nicht zuletzt angesichts seiner Kraft wirklich zu beherrschen.

Schon die Front wirkt bullig. Im Kühlergrill findet sich zudem der riesige Markenschriftzug.

In der höchsten Stufe

Die Ausstattung: Über dem XL, XLT, Limited und Wildtrak stellt der mit schwarzen Trittstufen und aerodynamischem Sportbügel auf der Ladepritsche bestückte Raptor die höchste Stufe dar, bei der über Xenon-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, Leder, Parkpilot und Rückfahrkamera hinaus etwa Audiosystem, Navigation, erweiterte Sprachsteuerung, Vernetzung per Smartphone-Einbindung, Touchscreen mit 20,3-Zentimeter-Bildschirmdiagonale und Anhängevorrichtung bereits Serie sind. Zum Standard-Insassenschutz tragen Anhängerstabilisierung, Bergabfahrkontrolle, Tempomat samt Begrenzer, Auffahrwarner, Spurhaltehilfe und Verkehrsschilderkennung bei. Bei den Leichtmetallrädern handelt es sich um besonders große 17,5-Zöller mit 285er-Reifen.     

Unter der Haube ist ein 2,0-Liter-Biturbodiesel mit 213 PS am Werk. Blick ins Cockpit.

Gleich doppelt aufgeladen

Der Antrieb: Ein gleich doppelt befeuerter 2,0-Liter-Diesel mit 213 PS und fast brachialen 500 Newtonmetern sorgt für nötigen Vorwärtsschub. Der nach der Abgasnorm Euro 6c eingestufte Biturbo spricht schon bei niedrigeren Drehzahlen gut an, wobei der größere bei höheren Touren alleine arbeitet, was zu einer lineareren Beschleunigung und so zu komfortablerer Fortbewegung führt. Er macht diesen Ford in der Spitze bis Tempo 170 schnell. Die schon aus dem F-150 und dem Mustang bekannte, über entsprechende Wippen am Lenkrad auch handschaltbare Zehngang-Automatik überträgt die Kraft breiter gefächert auf die Räder. Ein Stopp/Start-Spritsparsystem gibt es für den Raptor leider nicht, der im Mix zumindest laut Datenblatt 8,9 Liter verbrauchen soll. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach vorsichtigen Orts-, eher moderaten Überland- und Schnellstraßenfahrten, aber durchaus anspruchsvolleren Ausflügen ins Gelände, in Dünen und an Strände der marokkanischen Atlantikküste 12,1 Liter angezeigt, 

Heck-/Seitenansicht mit geöffneter Klappe hinten an der Pritsche. Blick auf die Heckpartie.

Mit sechs Programmen

Das Fahren: Das Chassis mit Sperrdifferenzial hinten haben die Entwickler von der Verstärkung über die Radaufhängung bis zu den Stoßdämpfern auf höhere Leistung ausgelegt. Damit kann man selbst abseits des Asphalts flotter unterwegs sein. Je nach Situation wird die Dämpfung im Gelände mehr, auf der Straße weniger. Der Allrad mit variabler Momentenverteilung ist während der Fahrt elektronisch zuschaltbar. Die sechs Fahrprogramme von Normal über Sport, Gras/Schotter/Schnee, Schlamm/Sand und Fels bis Baja für schwierigere Wüstenpassagen sind leicht anwählbar. Die elektromechanische Servolenkung gibt ordentlich Rückmeldung. Die vorn und hinten innenbelüfteten Scheibenbremsen, größer als bei den übrigen Ranger, packen ziemlich bissig zu.  

Modellschriftzug an der Heckklappe. Und so sieht der Doppelkabiner von der Seite aus.

Für Offroad-Enthusiasten

Alles in allem: Der für europäische Märkte in Südafrika gebaute Raptor ist, was Pickups betrifft, in der Tat nochmal ein anderes Kaliber, dürfte auch mit Blick auf 28 Zentimeter Bodenfreiheit und 85 Zentimeter Wattiefe sowie größere Böschungs- und Rampenwinkel insbesondere Offroad-Enthusiasten ansprechen. Das neue Spitzenmodell des Ranger, laut Ford meistverkaufter Pickup in Europa, fährt als Nutz- und Freizeitfahrzeug nun ebenfalls hier los, um noch stärker in Revieren der Konkurrenz zu räubern, allen voran VW Amarok.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Biturbodiesel. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung: 157/213 kW/PS. Maximales Drehmoment: 500/1750-2000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 10,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 170 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Ford Mixverbrauch 8,9 Liter pro 100 Kilometer, 233 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 56 110/66 771 Euro (netto/brutto).

KoCom/Fotos: Günther Koch

10. Mai 2019

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