Fiat hat aber jetzt schon neue Qubo-L-Generation im Programm
Von Günther Koch

Zu den Fiat-Modellneuheiten gehört der Grizzly. Das Foto stammt aus einer Präsentation. Repro: Günther Koch
Mommenheim – Einer ist schon im Programm, der andere soll noch in diesem Jahr folgen: Bei den nationalen Testfahrten von Fiat (zusammen mit der Stellantis-Konzern-Schwestermarke Jeep) im rheinhessischen Mommenheim bei Mainz können wir mit dem ersten Neuling bereits unterwegs sein, den anderen zumindest während der Präsentation auf einem Chart sehen.
Als SUV und Fastback
Die Grizzlys kommen. Als Grizzly und eher coupéhafter Grizzly Fastback stellen sie, noch oberhalb vom Grande Panda positioniert, die neuen Kompakt- und größeren Familien-SUV der Marke dar. Sie sind 4,39 und 4,49 Meter lang, zielen auf Konkurrenten wie Dacia Bigster, sollen ab unter 25 000 Euro kosten, die vollelektrischen Stromer voraussichtlich zwischen 27 000 und 30 000 Euro.
Mildhybrid, Vollstromer
Technische Basis ist demnach die flexible Smart-Car-Plattform des Stellantis-Konzerns, zu dem auch Fiat gehört. Damit sind die Grizzlys technisch etwa mit dem Frontera von Opel und dem C3 Aircross von Citroën verwandt. Zuletzt Motorisierung geplant gewesen sind Mildhybridbenziner als 1,2-Liter-Dreizylinder mit 110 bis 145 PS sowie vollelektrische Varianten mit 113 PS und wahlweise 43- oder 52-Kilowattstunden-Akku für Reichweiten bis 400 Kilometer. Luigi Saia, Markendirektor für Fiat in Deutschland, zuständig damit auch für Abarth, kündigt die beiden C-Segment-Grizzlys noch für das vierte Quartal 2026 an.
Immer mehr Personenauto
Soweit die Bären. Und der bereits eingeführte Qubo L? Schon seit 1977 bringen die Italiener – Stichwort Fiorino, Doblò und Qubo – sogenannte Hochdachkombis auf den Markt, eine Kategorie, zu der auch kompakte Vans gehören, praktische Fahrzeuge für Stadt und Alltag. Ursprünglich ist der Qubo als reines Nutzfahrzeug konzipiert worden, hat sich, so Fiat, aber immer mehr zu einem Personenauto entwickelt. Die erst 2026 vorgestellte neue Generation soll für Raumökonomie, bewährte Technik und Alltagstauglichkeit stehen, das Konzept kompakter Hochdachkombis in moderner Form fortsetzen. Ziel ist, die Vielseitigkeit und Funktionalität eines Vans mit effizienter Technik zu kombinieren.
Für größer und geräumiger
Der Oubo, inzwischen als Zusatz mit großem L im Namen (für längere und größere, geräumigere Ausführung), richtet sich laut Fiat an eine Kundschaft, die ein multifunktionales Fahrzeug sucht – und so mit frischem, dynamischem Design und smarten Assistenzsystemen den „City-Van in die Zukunft“ bringt. Beim Qubo L selbst handelt es sich um einen Fünf-/Siebensitzer mit Platz für die Familie. Die Italiener stufen ihn nicht zuletzt mit Blick auf die entsprechenden Abmessungszahlen als „Raumwunder“ ein: 4,40/4,75 Meter lang, 1,92/2,10 Meter breit, 1,77/1,78 Meter hoch, Radstand 2,78/2,97 Meter, Kofferraum je nach Version 1355 bis 3000, 1355/1900 bis 3500 sowie 1355/1900 bis 3000/3500 Liter.
Wieder in den Top 10
Markendirektor Saia zieht noch eine zahlenmäßige Zwischenbilanz: Auf Stellantis-Konzernebene sind die Italiener – 9 Fiat, 4 Antriebe – bei den globalen Verkäufen mit rund 1,25 Millionen Einheiten zuletzt wieder die Nummer 1 gewesen vor Peugeot, Jeep, Citroën und Opel. „Und das“, sagt der Markenmann, „wollen wir auch bleiben!“ Die Drei-Säulen-Strategie besteht aus Pkw, Nutzfahrzeuge und Camper. Beim zuletzt von Volkswagen deutlich mit 273 800 Juni-Zulassungen angeführten Pkw-Ranking in Deutschland sind Fiat/Abarth immerhin mit 35 753 Einheiten auf Platz 6 wieder zurück in den Top 10. Im Ulysse, ebenfalls ein Van, sehen die Italiener weiterhin noch eine Chance. Der 500er steht für die Rückeroberung des A-Klein(st)wagen-Segments. Die Marktabdeckung generell beziffert Fiat auf 30 bis 60 Prozent. Und dann steht da ja noch die bärige Revolution in der C-SUV-Klasse an …
Technische Daten I (Qubo-L-Benziner)
Fünf-/Siebensitzer. 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner. 81/110 kW/PS. 205 Newtonmeter Drehmoment. Frontantrieb. Elektrische Servolenkung. Scheibenbremsen vorn/hinten. Vorderrad-/Hinterradaufhängung. Leergewicht: 1401/1505 Kilo. Beschleunigung 11,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchste-Geschwindigkeit 179/176 Stundenkilometer. Spritverbrauch 6,3/6,6 Liter pro 100 Kilometer. 143/150 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm Euro-6. Kofferraum 1355/1900 bis 3500 Liter. Preis: Ab 24 490/25 990 Euro.
Technische Daten II (Qubo-L-Diesel)
Fünf-/Siebensitzer. 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel. 96/130, 75/102, 96/130, 75/102 kW/PS. 300/250, 300/250 Newtonmeter Drehmoment. Frontantrieb. Achtgang-Automatik/Schaltgetriebe, Achtgang-Automatik/Schaltgetriebe. Elektrische Servolenkung. Scheibenbremsen vorn/hinten. Vorderrad-Hinterradaufhängung. Leergewicht 1471/1430, 1575/1540 Kilo. Beschleunigung 11,2/11,7, 11,8/12,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchste Geschwindigkeit 188/186 Stundenkilometer. Spritverbrauch 5,5/5,7 Liter pro 100 Kilometer. 145/144/151 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Kofferraum 1355/1900 bis 3000/3500 Liter. Preis: 25 490/33 990 Euro.
Technische Daten III (Qubo-L-Elektro)
Fünfsitzer. Permanent-Elektromotor. 100/136 kW/PS. 270 Newtonmeter Drehmoment. Frontantrieb. Elektrische Servolenkung. Scheibenbremsen vorn/hinten. Vorderrad-/Hinterradaufhängung. Leergewicht 1736 Kilo. Beschleunigung 11,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchste-Geschwindigkeit 135 Stundenkilometer. Batteriekapazität 50/54 Kilowattstunden netto/brutto. Ladedauer 30 Minuten von 0 auf 80 Prozent bis 5 Stunden und 5 Minuten komplett. Reichweite 340 Kilometer. Energieverbrauch 18,0 bis 19,4 Kilowattstunden. Kofferraum 1355 bis 3000 Liter. Preis: Ab 35 490 Euro.
KoCom/Fotos: Günther Koch
6. August 2026

