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Gute Reise!

"Ein Autofahrer aus Beuel / hat geträumt – und es war ihm ein Greuel / er musst mit dem Audi / bis runter zum Saudi / und ihn bitten: Please give me some oil!”

Die Limericks hier stammen alle von Ole Haldrup. Sein „Buch der Limericks“ (2003), dazu „Lirum, Larum, Limerick“ (2004) und „Das Geheimnis der fünften Zeile" (2007) sind zu beziehen über: Nereus-Verlag, Susanne Happle, Johann-von-Werth-Straße 6, 79100 Freiburg, Telefon 0761-403802, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (gk)

Am Chattahoochee

Von der Bürgerrechtsbewegung über CNN bis Coca-Cola / Mit BMW in Georgias Hauptstadt Atlanta

Von Günther Koch/Life-Magazin

Patriotismus auch in Georgia scheint vor allem auf dem Land eine große Rolle zu spielen. Fotos Koch

Atlanta – Kurz vor Bremen links ab, noch eine letzte Kurve – und der Airbus A340 des Lufthansa-Flugs LH444 aus Frankfurt/Main setzt nach über neun Stunden und rund 8000 Kilometern auf einer der Landebahnen des International Hartsfield-Jackson Airports auf, dem größten Flughafen der Welt mit zuletzt über einer Million Passagiere im Jahr.

Atlanta, Atlanta, Atlanta: Die Hauptstadt von Georgia ist eine typische amerikanische Großstadt.

Hölle auf dem Highway

Wir sind in Atlanta, Georgia. BMW stellt in dem Südstaat der USA seinen neuen BMW X5 vor, rund 280 Kilometer südwestlich von Spartanburg in South Carolina, wo auch die vierte Generation des größeren SUV-Modells der Münchner vom Band läuft. Es ist Anfang September. Das Wetter schwülwarm. Selbst an diesem ganz normaler Wochentag, einem Donnerstag, ist der in beiden Richtungen über jeweils acht, insgesamt also 16 (!) Spuren ausgebaute Highway schon am Nachmittag vom Flughafen zum Mandarin Oriental in der Peachtree Road wieder verstopft. Autofahrer haben es nicht leicht, auch in der fast 5,8 Millionen Einwohner zählenden Metropolregion Atlanta nicht. Wenigstens scheint man Fahrradfahrern inzwischen etwas entgegenzukommen und hat Bike Lanes eingerichtet.

Beim Mandarin Oriental handelt es sich um ein Hochhaushotel. Wegweisung an der Strecke.

Für die Bürgerrechte

Wer nach Atlanta kommt, tut dies, unabhängig von einer Autofahrvorstellung, die uns diesmal weitgehend über Land in einem weiten Bogen hinaus zur südöstlich gelegenen Painted Rock Farm führt, aus verschiedenen Gründen, darunter historischen. Vielleicht ist es das Interesse an der Bürgerrechtsbewegung der US-Afroamerikaner, denn einer der bekanntesten Sprecher der Civil Rights Movement im gewaltfreien Kampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit ist der 1929 in Atlanta geborene Martin Luther King gewesen. Der schwarze Baptistenpastor hat in der Kirche seines Vaters, der Ebenezer Baptist Church in der Auburn Avenue, wo auch sein Geburtshaus steht, gepredigt, zivilen Ungehorsam als Mittel gegen die politische Praxis der Rassentrennung in den Südstaaten der USA mit religiösen Begründungen propagiert und 1963 beim Marsch auf Washington seine berühmte „I have a dream“-Rede gehalten. In Memphis, Tennessee, ist der Friedensnobelpreisträger 1968 bei einem Attentat erschossen und danach im King Memorial Center in seiner Heimatstadt beigesetzt worden.

Auf ihren Schultern lastet die Welt. Spiegelung in einer Glasfassade an der Peachtree Road.

„Stehender Pfirsichbaum“

Vielleicht ist es der Wunsch nach einer Studiotour bei CNN, dem weltweit bekannten Sender, der 1980 als erster reiner Nachrichtenkanal gegründet worden ist und seine Zentrale in der Innenstadt von Atlanta am Techwood Drive an der Ecke zur Marietta Street hat, von wo aus es in Coke-City dann auch nicht mehr weit zu Coca-Cola ist. Jedenfalls kann man ihn vom CNN-Gebäude aus gleich neben dem an der Baker Street gelegenen Georgia Aquarium schon sehen, den bunten (Museums-)Schrein der „erfolgreichsten Limonade aller Zeiten“ am Pemberton Place. Wer weiß, dass das Coca-Cola-Imperium hier im Fulton County am Ufer des Chattahoochee Rivers noch vor Ende des 19. Jahrhunderts seinen Ausgang genommen hat an einem Ort, den Cherokee- und Muskogee-Indianer einst blumig Pakanahuihli, englisch „Standing Peachtree“ („Stehender Pfirsichbaum“) nannten, der wird mit Sicherheit irgendwann auch darauf neugierig sein – auf die fast schon legendäre Zusammensetzung der braunen Brause. Das Rezept!

Abfahrt zu wichtigen Sehenswürdigkeiten. Die O’Tara Woods liegen schon draußen auf dem Land.

Die vierte Dimension

Wir sind schon bei unserem vorigen Aufenthalt, weil wir damals Zeit hatten, zum Museum gefahren. Wo sich Türen wie von Geisterhand öffnen und Comic-Kino in der „Glückseligkeits-Fabrik“ angesagt ist. Coca-Cola früher, Coca-Cola heute. Sogar eine aufgebaute Abfüllstation ist in Betrieb. Eine Etage höher lassen sich alle Produkte vom „größten Anbieter alkoholfreier Erfrischungsgetränke“ – mehr als 60 sollen es weltweit sein – probieren. Zum sofortigen Säubern des mitunter entsprechend klebrigen Bodens ist ständig eine Reinigungskraft samt Poliermaschine da. Es geht um Werbung im Wandel der Zeiten. Jemand drückt uns eine Spezialbrille in die Hand, ehe wir den 4D-Vorführraum betreten; die vierte Dimension, das sind in diesem Fall die Stühle, die sich mit dem, was auf der Leinwand passiert, bewegen. Die Handlung ist das – Rezept!

Eine Flagge selbst bei den Briefkästen, das muss sein! Auf der Painted Rock (Event-)Farm.

Geheime Formel 7X100

Noch heute soll die Coca-Cola-Rezeptur eines der bestgehüteten Geheimnisse sein. Die „Formel 7X100“, warum auch immer so genannt, soll in einem Tresor liegen, zu dem nie mehr als zwei Menschen Zugang haben, die demnach auch die schriftlich niedergelegte Grundlage des Mythos Coca-Cola kennen müssten. Und der reicht nun schon bald 125 Jahre zurück: 1886. John Pemberton, Arzt und Apotheker aus Atlanta, stellt damals ein aus Wein, Kolanüssen, Damiana und Kokablattextrakt gebrautes Mittel her, dass gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen helfen soll. Doch Atlanta führt die Prohibition ein, verbietet die Produktion von Alkohol. Der Wein muss aus dem Getränk, das anfangs für fünf Cent pro Glas und mit Sodawasser vermischt in Drugstores und Sodabars angeboten wird. Coca-Cola ist erfunden!

Den neuen X5 hat BMW zuletzt in Atlanta vorgestellt. Farmhaus mit Pferdekoppel davor.

Eine Brause erobert die Welt

Vermutlich weil Kriegsveteran Pemberton Geld für seine Morphinsucht braucht, verkauft er das Rezept und die Rechte an Coca-Cola. Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler beschafft sich nach Pembertons Tod alle Rechte, gründet 1892 die Coca-Cola Company, lässt Coca-Cola als Marke schützen und beginnt, das Produkt im großen Stil zu vermarkten. Die braune Brause erobert die Welt!

Ohne Barbeque geht in Amerika (fast) nichts. Die Georgia State Patrol sorgt für Sicherheit.

Fürs Militär in Dosen

Im Zweiten Weltkrieg werden eigens Abfüllanlagen an den Kriegsschauplätzen errichtet, um amerikanische Soldaten mit Coca-Cola zu versorgen. Für das Militär füllt das Unternehmen 1950 Coca-Cola in Dosen ab. Als das Ursprungsrezept einmal geändert wird, protestieren Verbraucher massiv. Seit der Erfindung, stellt Coca-Cola klar, beinhalte das Getränk keine künstlichen Aromen und zugesetzte Konservierungsstoffe. Schon gar nicht habe es jemals Kokain enthalten. Der Name Coca-Cola leitet sich übrigens ab von Coca Leave, englisch für Kokablatt, und Cola Nut, englisch für Kolanuss. Wichtige Geschmacksträger sollen immer noch echte Vanille, Orangen-, Zitronen- und Zimtöle sein. Für den sauren Geschmack soll eine spezielle Säure sorgen, für die Süße gewöhnlicher Haushaltszucker. Auf dem Etikett finden sich als Zutaten Wasser, Zucker, Kohlensäure, ein Lebensmittelfarbstoff, ein Säuerungsmittel, Aroma und Aroma-Koffein.

Sitzende Kinderstatue mit US-Flagge in der Hand. Vorsicht, Straßenarbeiten in Atlanta!

Erst Kramer, dann Bremen

Und im Internet ist die Rede davon, dass das aus der Feder eines Pemberton-Angestellten stammende Ur-Rezept inzwischen doch gefunden worden ist. Demnach muss man bloß Koffeinsäure und Limonellensaft in kochendes Wasser mischen und dann nur noch Vanille und Essenzen zusetzen, sobald alles abgekühlt ist ... Ob sie das 70 Kilometer westlich im Haralson County in der 1883 von einem Einwanderer gegründeten Stadt, die zuerst Kramer hieß und über der wir den Anflug auf den Hartsfield-Jackson-Airport begonnen haben, auch wissen? In Bremen?

In dem Gebäude vorn ist das Coca-Cola-Museum untergebracht. Flaschen im US-Flaggendesign.

Info Atlanta I

Die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia im Süden der USA zählt rund 5,8 Millionen Einwohner. Der Phönix als Wappentier und Atlantas Motto „Resurgens“, lateinisch für „wieder auferstehend“, weisen auf den Wiederaufbau aus der Asche des Bürgerkrieges hin. Literarisch hat Margaret Mitchel der nach wie vor überwiegend von Schwarzen und Afroamerikanern  geprägten Stadt mit dem Roman „Gone with the wind“ („Vom Winde verweht“) ein Denkmal gesetzt, der 1939 mit Vivian Leigh und Clark Gable in den Hauptrollen verfilmt worden ist. 1996 fanden hier die Olympischen Sommerspiele statt, bei denen Box-Legende Muhammad Ali die Fackel getragen hat. Klimatisch liegt Atlanta zwar in einer subtropischen Zone etwa auf Höhe von Nordafrika, die Nähe zu dem den North Georgia Mountains als Teil der Appalachen vorgelagerten Gebirgsvorland macht die Hitze der Ebene aber erträglicher. Mehrere Highways kreuzen sich in Atlanta. Attraktion in der Umgebung ist bei Stone Mountain der weltgrößte freiliegende Granitfelsen.

Die Suche nach der geheimen Brause-Formel als Abenteuer in 4D. Nostalgische Erinnerung.

Info Atlanta II

Wir waren in Atlanta im Hochhaushotel Mandarin Oriental (fünf Sterne, 127 Zimmer/Suiten, gehobene Einrichtung, zehn Kilometer bis zum Zentrum, www.mandarin-oriental.hotels-atlanta.net/de) untergebracht. Als Restaurants können wir im Hotel das Steakhaus Del Frisco’s Grille (www.delfriscosgrille.com/atlanta) und in der Nähe das Sven Lamps (www.sevenlampsatl.com) empfehlen. Spezialitäten der Südstaaten-Küche mit ihren unterschiedlichen Einflüssen sind – natürlich neben Steaks – etwa geschmorte Brunswick-Stew-Eintöpfe, Chutneys mit würziger, teils süß-saurer, mitunter aber auch scharf-pikanter Sauce sowie Pulled Pork mit Schweineschulter oder Schweinenacken, zusammen mit Spareribs und Beef Brisket die „heilige Dreifaltigkeit“ der Barbecues. Es gibt verschiedenste Bier, die gut zu diesen Gerichten passen. In Sachen Wein werden in Georgia neben bekannten auch weniger bekannte Rebsorten wie Muscadine, Petit Manseng, Noble, Viognier und Seyval Blanc angebaut. Aber auch Whiskey und Rum spielen in den Südstaaten eine nicht unwichtige Rolle. Internet-Information: www.visittheusa.com/state/georgia. 

Ihnen hat das Museum offenbar gefallen. Atlantas Flughafen ist passagiermäßig der größte der Welt.

Service Auto

Die Verkehrsregeln sind in jedem Bundesstaat der USA bis hin zur Promillegrenze verschieden. Innerorts sind Höchstgeschwindigkeiten in der Regel zwischen 35 und 45 Meilen pro Stunde erlaubt, in Schulnähe 15. Auf Highways variieren sie zwischen 60 und 85 Meilen pro Stunde. Teilweise wird auch aus der Luft gemessen. Sollte Sie die Polizei im Auto einmal stoppen, verhalten Sie sich in jedem Fall ruhig, besonnen und vermeiden Sie hektische Bewegungen! Trotz öffentlichem Nahverkehr in den Städten bleibt das Auto auch in den Südstaaten nicht zuletzt auf dem Land das Fortbewegungsmittel Nummer 1. Die Reise in Georgia fand im neuen BMW X5 statt, der aktuell immer mit Allrad zweimal als Turbodiesel mit 340 und 265 PS sowie einmal als Turbobenziner mit 400 PS zu Einstiegspreisen ab 62 200 bis 92 900 Euro bei den Händlern steht.

KoCom/Fotos: Günther Koch

20. November 2018

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