Mittwoch, 22. Januar 2020

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Blinklicht

"Nicht nur mit Blick auf die Ereignisse vor 30 Jahren hier in Berlin sage ich: Freiheit ist Mobilität - und Mobilität ist Freiheit."

Bernhard Mattes, scheidender Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, bei der Vorlage der Jahresbilanz 2019 in Berlin. "Die Begeisterung für diese spannendste Branche der Welt speist sich aus meiner tiefen Überzeugung, dass das Automobil, dass nachhaltige individuelle Mobilität für die Menschen - weltweit - ein sehr hohes Gut ist, für das es sich zu kämpfen lohnt." (gk)

Der Achte

VW führt nächsten Golf noch im Dezember ein / Mehr Digitalisierung, Hybridisierung / Statische Weltpremiere

Von Günther Koch/Life-Magazin

Auch in die neue Golf-Generation setzt VW große Erwartungen. Fotos: Koch

Wolfsburg/München – Gut, dass es ihn gibt! Der Golf, seit 1974 über 35 Millionen Mal verkauft, dürfte bei VW wesentlich mit dazu beitragen, dass die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns ihre sicher nicht gerade billige Ausrichtung auf Elektromobilität überhaupt finanzieren kann. Im Rahmen der Weltpremiere am Stammsitz in Wolfsburg hat VW statisch jetzt die neue, die achte Generation des Kompaktmodells vorgestellt, das im besonders hart umkämpften Segment der unteren Mittelklasse im Umfeld zahlreicher Konkurrenten, darunter insbesondere den deutschen Ford Focus und Opel Astra, noch im Dezember zu Einstiegspreisen ab unter 20 000 Euro bei den Händlern stehen soll.

So fing es an: Der erste Golf aus dem Jahr 1974. Konzernchef Herbert Diess bei der Weltpremiere.  

Evolution außen und ...

München. Eisbach-Studios. Letzter Freitag im September. Unter Geheimhaltung bis zur Weltpremiere informieren die Wolfsburger erstmals offiziell über die Neuauflage des Käfer-Nachfolgers. Die fährt bei fast gleichen Abmessungen, 4,28 Meter lang, 1,78 Meter breit, 1,45 Meter hoch, Radstand 2,63 Meter, mit ordentlich Platz flacher, gestreckter und dynamischer wirkend nur noch als Fünftürer vor, kommt digitalisierter, vernetzter, vorausschauender und leichter bedienbar daher. Der Kühlergrill ist betont schmal gehalten, die Dachlinie ziemlich tiefgezogen. Schulter- und Heckpartie sind stärker ausgeformt.

Außen sind die Änderungen gewohnt zurückhaltend ausgefallen. Blick auf die Frontpartie.

... Revolution innen

Neue Instrumente und Online-Infotainmentsysteme samt Bedieninseln mit Touchflächen und natürlicher Sprachsteuerung stellen das nunmehr weitgehend digitalisierte Cockpit dar. Der stets vernetzte Golf ist damit, wie VW es formuliert, „always on“. Wer will, kann die direkt integrierte Sprachassistenz „Alexa“ bitten, Musik zu spielen, Nachrichten und Meldungen übers Wetter abzurufen oder sogar kompatible Smarthome-Geräte zu steuern. Die erstmals in einem Kompaktmodell eingesetzte Reiseassistenz „Travel Assist“ erlaubt, den neuen Golf bis Tempo 210 assistiert ohne aktives Lenken, Gasgeben und Bremsen zu fahren. Die Car2X genannte Kommunikation warnt früh vor lokalen Gefahren, indem sie da, wo es möglich ist, im Umfeld bis zu 800 Metern Informationen anderer Autos nutzt.

Das Markenlogo sitzt vorn im betont schmal gehaltenen Kühlergrill. Blick unter die Haube.

Weitere Varianten folgen

Vier neue Ausstattungslinien sind vorgesehen. Golf, Life und Style lösen dabei Trendline, Comfortline und Highline ab; die R-Line ersetzt das gleichnamige Paket des Vorgängers. Schon beim Basismodell gehören etwa LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Digitalcockpit, mobile Onlinedienste und -funktionen, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Spurhalte-, Abbiegehilfe und Umfeldbeobachtung und eben Car2X-Kommunikation zum Grundumfang. Als weitere Modellvarianten auch neben dem Kombi, der bei VW Variant heißt, sollen im Laufe des nächsten Jahres noch GTI, GTI TCR, GTD, GTE und Golf R folgen. Den dann vom ID3 abgelösten Elektro-Golf haben die Wolfsburger noch bis Sommer 2020 im Programm.

Das Cockpit ist mittlerweile digital, der Wagen immer vernetzt. Heck-/Seitenansicht des Fünftürers.

Mit 48-Volt-Technologie

Acht Antriebsversionen mit bis zu 17 Prozent weniger Verbrauch listet VW auf, Benziner, Diesel, Erdgasvarianten, Mild- und Plug-in-Hybride. Benziner und Diesel, alles Turbos mit Direkteinspritzung, leisten 90 bis, nach Anlauf aller Motoren, 300 PS. Neu sind zwei Dreizylinder-Benziner mit 90 und 110 sowie zwei Vierzylinder-Diesel mit 115 und 150 PS. Eine zweifache AdBlue-Einspritzung soll bei den Selbstzündern das Abgas sauberer machen und den schädlichen Stickoxidausstoß deutlicher verringern. Als erster VW ist der neue Golf gleich fünfmal mit Hybridantrieb zu haben. Dabei feiert die 48-Volt-Technologie bei der Marke Premiere, bei der ein Riemen-Startergenerator den Verbrenner unterstützt und in bestimmten Situationen, etwa beim Bremsen, Energie wieder zurück in die Batterie speist. Die drei damit bestückten Mildhybrid sind 110, 130 und 150, die beiden an der Steckdose aufladbaren Plug-in-Hybrid-Pendants mit Doppelherz-Kraft aus Verbrennungs- und Elektromotor 204 und, als Weiterentwicklung für den sportlicheren GTE, 245 PS stark. 

Der Kofferraum lässt sich durch die relativ große Öffnung gut beladen. Modellschriftzug hinten.

Zum Erfolg verdammt

Der Golf, dessen Produktion jetzt in Wolfsburg gebündelt wird, sei nicht nur Ikone, Maßstab und Namensgeber seiner Klasse. „Vielmehr“, so Konzernchef Herbert Diess gerade bei der Weltpremiere in der Autostadt vor rund 700 Gästen, darunter Giorgio Giugiaro, Designer des ersten Golf, „ist er das Herz der Marke“, stehe für Innovation statt Verzicht. Dass die Erwartungen an das kompakte Brot-und Butter-Modell der Wolfsburger mit zuletzt rückläufigen Verkaufszahlen auf dem Heimatmarkt ziemlich hoch sind, weiß auch Ralf Brandstätter, der operativen Chef von VW. Der Golf stelle nach wie vor das „wirtschaftliche Fundament der Marke“ dar. Die Elektronikprobleme seien behoben, alle Ausstattungsmerkmale bestellbar. Mit Blick auf den Ausbau der Elektromobilität zeigt sich Brandstätter zuversichtlich, dass es auch für die achte Generation wieder einen Nachfolger geben werde. Der Golf, so scheint es, ist zum Erfolg verdammt.     

KoCom/Fotos: Günther Koch

25. Oktober 2019