Montag, 25. Oktober 2021

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  • A Opel Astra I 130721 Slide Auto
  • A Citroen C3 Aircross 060721 Slide Auto
  • A Mercedes CLS 110621 Slide Auto
  • A Renault Arkana 230621 Slide Auto
  • A Mercedes Maybach S Klasse 160621 Slide Auto
  • A Hyundai Bayon 090621 Slide Auto
  • GALERIA AUTO Opel liefert Neuauflage seines Astra-Fünftürers ab Anfang 2022 aus. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO Citroën hat sein kompaktes City-SUV-Modell C3 Aircross aktualisiert. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO Mercedes hat sein großes Oberklasse-Coupé CLS modellgepflegt. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO Renaults neuer Arkana fährt nach Mild- jetzt auch gleich als Vollhybrid vor. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO Maybach fährt mit noch mehr Luxus auf Rädern als Acht- und Zwölfzylinder vor. Foto: Günther Koch
  • GALERIA AUTO Hyundai startet neuen Klein-Crossover-SUV Bayon / Benziner auch als Mildhybrid. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

IAA, aber anders

Messe um Neuerfindung bemüht / Proteste trotz Weg zu klimaneutraler Mobilität / Dezentrales Konzept

Von Günther Koch/Life-Magazin

Wey aus China hat die nächste Version seiner i-Nest-Studie zur IAA Mobility nach München mitgebracht. Fotos: Koch

München – Gleich vorweg: Wir sind nicht mit dem Auto zum Auto gefahren. Die Tram hat uns in rund 20 Minuten auf der U-Bahnlinie 2 vom Königsplatz im Zentrum von München nahe des Hauptbahnhofs über Giesing raus zum Messegelände am ehemaligen Flughafen Riem gebracht. Die, die diesbezüglich die Probe aufs Exempel gemacht haben, sagen hinterher sogar, sie seien auf der Schiene am Ende tatsächlich schneller gewesen als die Kollegen auf der Straße ...

Polestar hat neue Motorvarianten im Programm. Renault setzt den Mégane voll unter Strom.

Druck immer größer geworden

Die zweite Woche im September. In der bayerischen Landeshauptstadt findet mit der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) die immerhin weltweit einst größte Schau der Branche statt. Schon beim letzten Mal, 2019 noch in Frankfurt/Main, ist der ausrichtende Verband der Automobilindustrie auch auf Druck von außen zum Schluss gekommen, dass was geschehen, dass sich was ändern muss. Denn nicht nur Besucher, auch Aussteller haben der alle zwei Jahre durchgeführten Pkw-IAA zuletzt immer mehr den Rücken gekehrt. Ein neuer Standort, ein neues dezentrales Konzept mit Präsentation in neun Hallen sowie auf neun ausgesuchten Plätzen in Münchens Innenstadt mussten her – und der Zusatz Mobility im Namen mit Fokus Mobilität auf dem Weg zur Klimaneutralität. Eine „Blaue Linie“ verbindet Messegelände und Zentrum; auf ihr dürfen nur lokal emissionsfreie Fahrzeuge unterwegs sein und solche mit mindestens drei Personen.

Bei Ford ist der Elektro-Mustang-Mach-E-GT aktuell. VW zeigt die ID-Life-Elektro-Studie und ...

Präsentationen auch in der Innenstadt

Sechs Veranstaltungstage gibt es. Über 1000 Aussteller „und Redner“, über 70 Marken aus dem Fahrradbereich sowie über 100 Weltneuheiten kündigt der Verband zumindest offiziell an. An klassischen Automobilherstellern sind in den Hallen sowie auf dem Freigelände der Messe BMW, Dacia, Ford, Hyundai, Mercedes, Mini, Ora (aus China), Polestar, Renault, Smart, VW und Wey (aus China) vertreten. In der Innenstadt kommen Audi, Cupra, Genesis, Kia, Porsche und Seat noch hinzu. Kein Stellantis-Konzern mit Marken wie Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge, DS Automobiles, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, Opel und Peugeot. Keine Briten wie Aston Martin, Bentley, Jaguar, Land Rover, McLaren oder Rolls-Royce. Nicht Bugati,. Nicht Ferrari. Nicht Lamborghini. Nicht Tesla. Nicht Skoda. Kein Japaner, nicht einmal Toyota. „Die IAA muss aufpassen“, sagt ein ausländischer Kollege auch mit Blick auf internationale Medien und deren Berichterstattung, „dass sie sich nicht irgendwann selbst nur noch auf eine DAA reduziert – auf eine Deutsche Automobil-Ausstellung.“

... die Multivan-Neuauflage jetzt auch als Hybrid. Mercedes fährt die Elektro-E-Klasse vor und ...

Die Autoaussteller von Audi bis zu Mercedes ...

Laut Hersteller-Ankündigungen sind in München unter anderem die nachfolgenden ausgewählten Produktneuheiten zu sehen: Audi: Kompaktsportler RS3, Oberklasse-Studie Grandsphere. BMW: Elektro-i4, Elektro-iX, 2er-Coupé, 4er-Gran Coupé, aktualisierte X3/X4, Elektro-Roller CE04, kompakte Studie i Vision Circular. Cupra: Elektro-Sportler Born, Performance-Studie Urban Rebel. Dacia: Elektro-SUV Spring, Jogger-Siebensitzer, Duster-Facelift. Ford: Elektro-Mustang-Mach-E/GT, Kuga-/Puma-Mildhybrid, „Achtsam“-Studie auf Kuga-Basis, die das Wohlbefinden bis hin zum Überwachen der Gesundheitswerte steigern soll. Genesis: Elektro-Coupé-Studie. Hyundai: Elektro-Studie Prophecy, Brennstoffzellen-Nexo, Elektro Ioniq 5, Elektro-Kona. Kia: Sportage Plug-in-Hybrid, Elektro EV6. Mercedes: Elektro-E-Klasse, Elektro-B-Klasse, Elektro-G-Klasse, Elektro-AMG-S-Klasse, E-Klasse All-Terrain, Elektro-Studie T-Klasse, Maybach-Studie SUV.

... lässt beim ersten Smart-Elektro-SUV tiefer ins Cockpit des Konzeptfahrzeugs blicken.

... und weiter über Mini bis zu City-Transformer

Und weiter: Mini: Elektro-Cooper SE, Plug-in-Hybrid-Cooper SE Countryman All4, Studie Urbanout mit verschiedenen Raumkonzepten. Ora: Kompakt-Stromer Cat 1. Polestar: Motorvarianten Polestar 2, Lastenroller, Precept-Elektro-Studie mit Portaltüren. Porsche: Studie Mission R mit Rennsport-Technologie und nachhaltigen Werkstoffen. Renault: Elektro-Mégane, R5-Prototyp, der 2024 in Serie gehen soll. Seat: Elektro-Scooter. Smart: Studie Elektro-SUV. VW: ID5 GTX noch im Tarnkleid, Crossover-Coupé Taigo, Neuauflage Multivan, Kleinwagen-Elektro-Studie ID Life. Wey: Plug-in-Hybrid-SUV Coffee 01. Zweisitzige Elektro-Kleinstwagen wie Microlino oder City-Transformer wecken Interesse. Oldtimer und bei aller Neuorientierung sogar Supercar-Walk sowie Tuningbereich runden die Informationsangebote der neuen Münchner IAA ab.

Auch City-Transformer sollen den Markt erobern. Da wirkt der Elektro-BMW-i4 schon erhabener.

Widerstand hat sich formiert

Auffällig schon am Medienmontag: Die Einhaltung der Coronaregeln und das Überprüfen der Genesen-, Geimpft- und Getestet-Nachweise wird streng überwacht. In den Hallen selbst bereitet ein Sicherheitsvorauskommando den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel tags darauf zur offiziellen Eröffnung vor. Zudem ist auf der Messe, um sie herum und in der Innenstadt schon sehr viel Polizei zu sehen. Grund: Gegen die IAA hat sich trotz der nach Frankfurt stärkeren Ausstellungsausrichtung auf klimaneutrale Mobilität offenbar eine Menge Widerstand formiert. Als Schlagzeile ist auf der Lokalseite einer in München erscheinenden Tageszeitung sogar zu lesen: „Sand im Getriebe ist manchen zu wenig“.

Prophecy EV nennt Hyundai diese sportliche Elektro-Studie. Neu bei Dacia ist der Jogger.

Drohung mit Eskalation

Während die meisten zu gewaltfreien Blockaden und Störaktionen aufriefen, drohten einzelne mit Eskalation und Zerstörung, heißt es in Medien weiter. Im Radio gibt ein Reporter als Begründung Protestierender sogar unter anderem diese Aussage wieder: Auch Elektroautos würden in der Gesamtbetrachtung schließlich „für Zerstörung stehen“.

Fahrräder und Oldtimer runden das Ausstellerangebot bei der IAA Mobility 2021 ab.

Nachtrag

Zum Ende der ersten IAA Mobility in München hat der Verband der Automobilindustrie eine positive Bilanz gezogen. Nach sechs Veranstaltungstagen sind demnach mehr als 400 000 Besucher der Schau in den Messehallen und auf ausgewählten Plätzen in der Innenstadt gezählt worden. Zum Vergleich: Zuletzt in Frankfurt/Main sind es den Zahlen zufolge rund 560 000, davor rund 810 000 gewesen. Zur offenbar guten Frequentierung der Open Spaces im Zentrum dürfte auch das gute Wetter beigetragen haben, was umgekehrt die Frage aufwirft, wie es da bei schlechtem Wetter aussehen würde. Mit dem 5. bis 10. September 2023 steht zumindest der nächste Termin wieder in München fest. 

KoCom/Fotos: Günther Koch

6. September/12. September 2021