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Subaru setzt mit dem e-Boxer in seinem Kompakt-SUV Forester jetzt Mildhybridtechnik ein

Von Günther Koch/Life-Magazin

Subaru Forester e-Boxer, hier in Platinum-Ausführung. Fotos: Koch

Dresden – Die 1,6 Kilometer rein elektrische Reichweite hören sich nicht gerade nach besonders viel an, sind wohl auch deshalb nicht in den technischen Daten extra aufgeführt. Für Subaru jedoch stellt der im Kompakt-SUV-Segment im Umfeld deutscher Konkurrenten wie Ford Kuga, Opel Crossland X oder VW Tiguan unterwegs befindliche, national gerade auf dem Lausitzring nördlich von Dresden vorgestellte Forester in der ab 34 990 Euro teuren Mildhybridversion den „Startschuss für eine neue Ära“ dar. 

Fünfte Generation

Das Auto: Den Forester gibt es seit 1997. Die fünfte Generation des kompakten SUV-Modells der Japaner, 4,62 Meter lang, Radstand 2,67 Meter, Kofferraum 509 bis 1779 Liter, baut auf einer neuen Globalplattform der Marke auf, die für mehr Platz und für mehr Sicherheit sorgt. Der robustere Charakter, markant an der Front und am Heck, dazu kräftiger ausgestellte Radkästen, ist erhalten geblieben. Der in Deutschland knapp vor dem XV meistverkaufte Subaru fährt aber auch etwas dynamischer vor. Länge, Breite und Radstand sind gewachsen, wovon die Geräumigkeit profitiert. Die niedrigere Höhe trägt zu einer etwas sportlicheren Optik des fünftürigen Fünfsitzers bei. Neue Materialien, geometrische Muster, abgerundete Elemente, Dekoreinlagen und Ziernähte werten das Innere auf. Im noch recht übersichtlichen Cockpit ist die Bedienung rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn in einer Chromspange oben im Kühlergrill.

Schon gutes Basispaket

Die Ausstattung: Vier Lines gibt es. Im Basispaket Trend sind etwa schon LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment, Achtzoll-Display, Smartphone-Einbindung, EyeSight-Sicherheitssystem, gleich eine ganze Armada elektronischer Hilfen sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er-Reifen enthalten. Beim Active kommen Fahrer-Erkennungssystem mit Fahrprofilen, Aufmerksamkeits- und Müdigkeitswarner, elektrische Heckklappe, Seitensichtkamera und schlüsselloser Zugang hinzu. Beim Comfort gehört Navigation zum Grundumfang. Als Platinum ist der Forester mit einem noch wertigeren Audiosystem, Ledersitzen, elektrischem Panorama-Glasschiebedach und 18-Zöllern versehen. Lediglich Metallic-/Perleffektlack und Lederinnenausstattung kosten extra.        

Als Verbrenner ist unter der Haube ein 150-PS-Vierzylinder am Werk. Blick ins Cockpit.        

Sparsamer beim Spritverbrauch

Der Antrieb: Der schon nach der noch strengeren Abgasnorm Euro-6d freigegebene 2,0-Liter-Vierzylinder-Boxerbenziner mit 150 PS und 194 Newtonmetern Drehmoment ab 4000 Touren ist mit einem 16,7 PS und 66 Newtonmeter starken Elektromotor samt 13,5 Kilowattstunden großer Batterie kombiniert. Beide beschleunigen den leer 1656 bis 1692 Kilo schweren Subaru, der Lasten bis 1870 Kilo ziehen kann, in 11,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen ihn in der Spitze 188 Stundenkilometer schnell. Die längst komfortabler arbeitende, manuell über sieben Stufen schaltbare Lineartronic-Automatik überträgt die Kraft auf die Räder, in diesem Fall permanent auf alle vier. Den im Mix nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren ermittelten Verbrauch geben die Japaner mit 6,7 Liter an, zumindest im Datenblatt. Im Schnitt soll der Spritkonsum dank Mildhybrid-e-Boxer um 0,7 Liter pro 100 Kilometer sinken, was gegenüber dem Vorgänger pro Kilometer immerhin 14 Gramm weniger Kohlendioxidausstoß bedeuten würde. Wir sind im Platinum-Forester unterwegs gewesen, dessen Bordcomputer bei uns am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und zügigeren Autobahnfahrprofilen 7,8 Liter angezeigt hat.        

Heckansicht des fünftürigen Fünfsitzers. Das Gepäckabteil fasst 509 bis 1779 Liter.        

Kraftvoller im Antritt

Das Fahren: Besonders in der Stadt, wo häufiger gebremst und wieder beschleunigt wird, punktet die neue Technik. Benzin- und Elektromotor stellen ein üppigeres Drehmoment im unteren Drehzahlbereich zur Verfügung, so dass der Antritt kraftvoller ist. Beide arbeiten aber auch kraftstoffsparender zusammen. Zwei Fahr- und fürs Gelände zwei Allradprogramme stehen zur Verfügung. Elektronisch gesteuerte, aktive Drehmomentverteilung und Allradmanagement sorgen für bessere Traktion. Zudem helfen höhere Bodenfreiheit und Unterfahrschutz abseits befestigter Wege. Wie der an die Getriebeautomatik gekoppelte Allrad ist der elektrifizierte Antrieb symmetrisch angeordnet, was einen noch niedrigeren Schwerpunkt zur Folge hat, eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse und schließlich eine höhere Stabilität beim Fahren. Die Lenkung mit elektronisch geregelter Unterstützung gibt ordentlich Rückmeldung. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. 

Modellschriftzug hinten. Und so sieht das kompakte SUV-Modell der Japaner von der Seite aus.

Erst der Anfang

Alles in allem: Die Anschaffung ist nicht ganz billig. Dafür mutet das Auto solide, ebenfalls im Gelände zuverlässig und für die untere Mittelklasse standesgemäß an. Die Ausstattung kann sich sehen lassen. Der Antrieb wird mit der Mildhybridtechnik in einem ersten Schritt effizienter, wobei die 1,6 Kilometer rein elektrische Reichweite nicht mehr als ein Anfang sind. Weitere Hybride dürften folgen. Auch einen ersten vollelektrischen Subaru haben die Japaner als Studie schon gezeigt. Was den Forester betrifft, dürften sich nicht nur Förster über das Fahren mit diesem Wagen freuen.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Boxerbenziner plus Elektromotor. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung Verbrenner/Elektromotor: 110/150, 12,3/16,7 kW/PS. Maximales Drehmoment Verbrenner/Elektromotor: 194/66 Newtonmeter. Beschleunigung: 11,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 188 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Subaru kombinierter Verbrauch 6,7 Liter pro 100 Kilometer, 154 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 34 990 bis 43 490 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

18. Februar 2020

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