Montag, 17. Januar 2022

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Jeep Renegade

Diesmal im Test als 240-PS-Plug-in-Hybrid

Von Günther Koch/Life-Magazin

Als Plug-in-Hybrid hat Jeep den Renegade erst seit 2020 im Programm. Fotos: Koch

Der Renegade, englisch für Abtrünniger, ist das Jeep-Einstiegsmodell bei uns. Es gibt ihn hierzulande seit 2014. Mit ihm ist die auf Geländewagen spezialisierte Stellantis-Tochtermarke in der Klasse der kleinen SUV im Umfeld deutscher Konkurrenten wie Ford EcoSport, Opel Mokka und VW T-Cross unterwegs. Wir haben ihn jetzt als stärkeren Plug-in-Hybrid 4xe mit Automatik und Allrad in S-Ausführung zur Probe gefahren.  

Außen & Innen

2018 ist der Renegade, 4,23/4,25 Meter lang, 1,80 Meter breit, 1,72/1,71 Meter hoch, Radstand 2,57 Meter, Kofferraum 330 bis 1277 Liter, überarbeitet worden. 2020 sind die Plug-in auf den Markt gekommen. Trotz des moderneren Blechkleids ist der fünftürige Fünfsitzer, technisch eng verwandt mit dem Fiat 500X, etwa am Kühlergrill oder an den runden Hauptscheinwerfern sofort als Jeep erkennbar. Kompakte Außenmaße stehen, auch wenn der Wendekreis kleiner sein könnte, für eine gewisse Stadttauglichkeit. Kurze Überhänge und große Böschungswinkel unterstreichen optisch die Geländetauglichkeit. Die Instrumente sind teilweise digital. Das Online-Infotainment hinterlässt einen akzeptablen Eindruck. Auch mit dem Angebot an Elektronikhilfen kann Jeep punkten.

Die Frontpartie mit diesem Kühlergrill und den Rundleuchten ist typisch Jeep.  

Motor & Umwelt

Vierzylinder-Turbobenziner. 1,3 Liter Hubraum. 133/180 kW/PS. Plus Elektromotor mit 44/60 kW/PS. Systemleistung 177/240 kW/PS. Drehmoment des Verbrenners 270, des Elektromotors 250 Newtonmeter. In 7,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. 199 (elektrisch 130) Stundenkilometer Spitze. Benziner treibt Räder vorn, Elektromotor die hinten an, sorgt so in Verbindung mit der Sechs-Stufen-Automatik für elektrischen Allrad. Weites Bindeglied ist 11,4-Kilowattstunden-Batterie. Laut Jeep elektrische Reichweite 55 Kilometer. Plug-in-Hybrid, Abgasnorm Euro-6d, soll kombiniert nach WLTP pro 100 Kilometer maximal 2,1 Litern Benzin und maximal 16,6 Kilowattstunden Strom verbrauchen. Bordcomputer hat bei uns nach zweiwöchigem Standardtest mit normalen Orts-, Landstraßen- und flotteren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel 4,3 Liter angezeigt.

Als Verbrenner arbeitet ein Vierzylinder-Benziner im System. Blick ins Cockpit.

Fahren & Sicherheit

Auch wenn der Motor im Normalbetrieb etwa träge reagiert: Drückt man die Sport, schiebt der Turbo diesen leer doch 1845 Kilo schweren Jeep noch ganz ordentlich voran. Als weitere Fahrprogramme sind Auto, Schnee und Sand/Schlamm einstellbar. Es gibt eine Bergabfahrhilfe. Der Allrad ist als Low oder Lock wählbar. Das Getriebe überträgt die Kraft weitgehend direkt auf die Räder. Die Fahrleistungen können sich für ein Modell dieses Typs insgesamt sehen lassen. Das Fahrwerk federt alles in allem ausreichend komfortabel. Der Allrad erhöht mit der stärkeren Bodenhaftung die Stabilität beim Fahren. Die etwas künstliche elektrohydraulische Lenkung könnte direktere Rückmeldung geben. Die Bremsen packen dagegen standfest zu. Unter anderem Spurhalteassistenz, Verkehrszeichenerkennung, Tempomat samt Begrenzer und Einparkhilfe tragen bereits zum Standard-Insassenschutz eines jeden Renegade bei. 

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers. Das Stauabteil fasst 330 bis 1270 Liter.

Serie & Extras

Bei S als zweithöchster von vier Lines gehören etwa schon Dachreling, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multimedia, 8,4-Zoll-Touchscreen, Navigation, Digitalradio, Smartphone-Einbindung, beheizbares Lederlenkrad, Quer-/Längsparkassistenz, Rückfahrkamera, Totwinkelwarner und 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen zum Grundumfang. Sonderausstattungen wie Speziallack (690 Euro), Premiumsoundsystem (690 Euro) und Leder (1090 Euro) haben den Grundpreis des Testwagens um rund 2500 Euro erhöht.

Blick auf den Modellschriftzug. Und so sieht das kleine SUV-Modell von der Seite aus.

Preis & Leistung

Das Design lehnt sich an die robuste Formensprache der Marke an. Die Verarbeitung wirkt solide. Die Wertigkeit mutet zumindest für das Segment standesgemäß an. In Sachen Geräumigkeit geht es vorn sogar recht üppig zu. Die Bedienung ist eigentlich rasch im Griff. Lediglich die Rundumsicht könnte etwas besser sein. Die Anschaffung, hier kostenmäßig ab 42 600 Euro, ist kein Schnäppchen. Dafür ist dank elektrifizierter Doppelherz-Kraft ein effizienterer Antrieb an Bord, dem auch dank extra starkem Riemen-Starter-Generator die Fähigkeiten im Gelände nicht zum Opfer fallen. Preislich beginnt die Baureihe bei 23 900, geht hoch bis 43 700 Euro. Es finden sich noch ein 120-PS-Turbobenziner, ein 130-PS-Turbodiesel und ein Plug-in-Hybrid mit 190 PS in der Liste.  

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner plus Elektromotor. Hubraum: 1,3 Liter. Leistung: 133/180 kW/PS (Verbrenner), 44/60 kW/PS (Elektromotor). Systemleistung: 177/240 kW/PS. Maximales Drehmoment: 270 Newtonmeter (Verbrenner), 250 Newtonmeter (Elektromotor). Beschleunigung: 7,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 199 (elektrisch 130) Stundenkilometer. Antrieb: Elektroallrad. Getriebe: Sechs-Stufen-Automatik. Rein elektrische Reichweite: 51-55 Kilometer. Umwelt: Testverbrauch 4,3 Liter Benzin pro 100 Kilometer, 43-48 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 1,9-2,1 Litern Benzin- und 15,9-16,8 Kilowattstunden Stromverbrauch nach WLTP. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis Testwagen: Laut Datenblatt 42 600 Euro.     

KoCom/Fotos: Günther Koch

22. November 2021