Freitag, 20. Mai 2022

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Volvo V60

Diesmal im Test als 163-PS-Benziner Momentum Pro

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der aktuelle Volvo-Kombi V60 ist bei uns seit 2018 auf dem Markt. Foto: Koch  

40, 60, 90: Auf diese drei Modellfamilien hat Volvo schon seit geraumer Zeit sein Portfolio gestrafft, bietet da SUV, Limousinen und mit V gekennzeichnete Kombis an, darunter den in der Premium-Mittelklasse im Umfeld etwa vom Audi A4 Avant, BMW 3er-Touring, Jaguar XF Sportbrake und dem C-Klasse T-Modell von Mercedes positionierten V60, den wir jetzt als frontangetriebenen Einstiegsbenziner mit Automatik in Momentum-Pro-Ausführung zur Probe gefahren haben.  

Außen & Innen

Der V60 wird seit 2010 gebaut. In zweiter Generation steht der fünftürige Fünfsitzer seit 2018 bei den Händlern, baut auf derselben Plattform auf wie S60-Limousine und XC60-SUV, ist mit 4,76 Metern deutlich länger als der Vorgänger, 1,85 Meter breit, 1,42 Meter hoch, verfügt über 2,87 Meter Radstand und einen 498- bis 1410-Liter-Kofferraum. Innen geht es selbst im Fond noch recht geräumig zu. Das modern und insgesamt übersichtlich gestaltete Cockpit wird auf dem mittleren Armaturenträger von einem Tablet-ähnlichen Touchscreen-Display im Hochformat dominiert. Zur Eingewöhnung in die Bedienung sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen, um letztlich alles wirklich sinnvoll nutzen zu können.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo und der Diagonalstrebe vorn mittig im Kühlergrill.

Motor & Umwelt

Der nach der noch strengeren Abgasnorm Euro-6d freigegebene 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 163 PS und 265 Newtonmetern schon früh ab 1500 über ein breites Drehzahlband bis 3900 Touren ist als 48-Volt-Mildhybrid mit einem 14 PS und 40 Newtonmeter starken Startergenerator kombiniert, der als eine Art Elektromotor funktioniert. Dieser Volvo mit Zylinderabschaltung beschleunigt in 9,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, ist in der Spitze – wie nun immer bei den Schweden – nicht über 180 Stundenkilometer schnell. Eine gut abgestufte Achtgang-Automatik überträgt die Kraft auf die Vorderräder. Die in Verbindung mit der Stopp/Start-Spritspartechnik zumindest im Datenblatt nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren ermittelten maximal 7,5 Liter haben wir im Alltagsbetrieb leider nicht erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und etwas flotteren Autobahnfahrprofilen 7,9 Liter erreicht.

Unter der Haube ist ein 2,0-Liter-Vierzylinder am Werk. Im modernen Cockpit geht es übersichtlich zu. 

Dynamik & Sicherheit

Die Verbrenner/Elektro-Doppelherzkraft treibt diesen Kombi, der leer 1761 Kilo auf die Waage bringt und Lasten bis immerhin 1800 Kilo ziehen kann, beim Tritt aufs Gaspedal etwas spritziger voran. Dank des als Option in diesem Fall für 877 Euro verbauten Adaptivfahrwerks kann man im V60 genauso komfortabel federnd wie sportlich-straffer unterwegs sein, wobei zu den serienmäßigen Fahrprogramm-Einstellungen für Motor, Getriebe, Lenkung, Bremsen und Chassis zusätzlich auch ein Offroadmodus für mögliche Ausfahrten ins Gelände gehört. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung gibt ausreichend direkte Rückmeldung von der Straße. Die vorn und hinten innenbelüfteten Scheibenbremsen packen standfest zu. Unter anderem Aufmerksamkeitsassistenz, automatisches Notbremssystem, Fahrzeug-, Fußgänger-, Fahrradfahrer-, Wildtier-, Verkehrszeichenerkennung, Kreuzungsbremsassistenz, aktive Spurhaltehilfe, aktive Vorbeugung vor Überfahren der Mittellinie bei sich näherndem Gegenverkehr, vor unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrbahn und vor drohenden Überschlägen tragen bereits zum Standard-Insassenschutz bei.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit der Modellkennung hinten.

Serie & Extras

Bei Momentum Pro als mittlerer von insgesamt fünf Ausstattungslinien (plus zwei weiterer für die V60 Cross-Country) gehören etwa bereits LED-Scheinwerfer, Dachreling, elektrische Heckklappenautomatik, Zweizonen-Klimaautomatik, Digitalinstrumentierung, Infotainmentsystem, Neunzoll-Touchscreen, Navigation, Digitalradioempfang, Vernetzung, Multifunktionslederlenkrad, Einparkhilfe und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er-Reifen zum Grundumfang. Die Liste der aufpreispflichtigen Sonderausstattungen neben dem Adaptivfahrwerk reicht hier beispielsweise vom Metalliclack über Sicherheits-, Licht-, Sitz-, Winter- und das ab 4289 Euro teure Xeniumpaket unter anderem mit Headup-Display, elektrischem Panorama-Glasschiebedach und Parkkamera mit 360-Grad-Surround-View bis hin zu 19-Zöller mit 235er-Reifen. Alles zusammen hat den Grundpreis des Testwagens nochmal um rund 15 500 auf 56 801 Euro erhöht.

Das Gepäckabteil fasst 498 bis 1410 Liter. Und so sieht der kompakte Kombi von der Seite aus.

Preis & Leistung

Die Anschaffungskosten mit den Optionen sind wie die Positionierung der Marke, nämlich Premium. Das Design ist skandinavisch-cool. Die Verarbeitung wirkt sauber, die Anmutung wertig. Das Raumgefühl ist angenehm. Man sitzt gut, genießt ordentliche Rundumsicht. Beim Mildhybrid unterstützt die Elektromaschine den Verbrenner in bestimmten Situationen, etwa beim Beschleunigen; die Rückgewinnung von Energie hilft, den Kraftstoffkonsum zu senken. Der solide Kompakt-Kombi, gegenüber der ab 43 036 Euro teuren S60-Limousine die nutzwertigere Wahl, eignet sich auch für die längere Strecke. Das Sicherheitsniveau ist Volvo-typisch hoch, die Ausstattung ebenfalls mit modernen Elektronikhilfen umfangreich. In der bei 37 919 Euro beginnenden Baureihe ist der V60 als Benziner noch mit 197, 250 und 300 sowie als Diesel mit 197 PS zu haben. Als elektrifizierter Recharge mit 253-Benzin- und 87-Elektro-PS fängt er bei 54 929 Euro.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner/Elektromotor. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung (Verbrenner/Elektromotor): 120/163, 10/14 kW/PS: Maximales Drehmoment (Verbrenner/Elektromotor): 265, 40 Newtonmeter. Beschleunigung: 9,1 Sekunden auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 180 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 7,9 Liter pro 100 Kilometer, 144-169 Gramm Kohlendioxidverbrauch pro Kilometer bei angegebenen 6,4-7,5 Litern Mixverbrauch. Grundpreis: 41 331 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

9. Oktober 2020