Freitag, 20. Mai 2022

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Range Rover Evoque

Diesmal im Test noch als 150-PS-Diesel

Von Günther Koch/Life-Magazin

In zweiter Generation steht der Evoque bei uns seit 2019 bei den Händlern. Fotos: Koch

Mit dem Evoque, dem kleinsten Range Rover, ist die auf Geländewagen spezialisierte Jaguar-Schwestermarke Land Rover im Umfeld von BMW X1, Audi Q3-Sportback und Mercedes GLC unterwegs. Wir haben das SUV-Coupé, angesiedelt in der unteren Premiummittelklasse, jetzt noch als Diesel D150 mit Allrad und Automatik gefahren. Der nächste Modelljahrgang auch mit neuen Antrieben steht aber schon vor der Tür, ist bereits bestellbar. Die Briten wollen ihn Anfang 2021 ausliefern.

Außen & Innen

Den Evoque gibt es seit 2011. In zweiter Generation steht der fünftürige Fünfsitzer, 4,37 Meter lang, 1,99/2,10 Meter breit, 1,64 Meter hoch, Radstand 2,68 Meter, Kofferraum 472/591 bis 1156/1383 Liter, seit 2019 wertiger anmutend bei den Händlern, ist mit schnörkellosem Design, stark abfallender Dach- und stark aufwärtsstrebender Gürtellinie noch formschöner geworden. Glattere Flächen und klarere Linien haben das Äußere feingeschliffen. Die Scheinwerfer sind sehr schmal gehalten. Die ausfahrbaren Türgriffe verschwinden bündig in der Karosserie. Die Blinker hinten fallen dynamisch aus. Innen geht es wertig und etwa mit Eukalyptus-Textilgewebe als Alternative zum klassischen Leder oder Kunststoffen aus Recyclingmaterial nun auch nachhaltiger zu. Man sitzt gut, genießt ein ordentliches Raumgefühl. Die Kniefreiheit im Fond, wo Ein-, Ausstieg bequemer sein könnten, ist größer. Das Cockpit wirkt aufgeräumt, die umständliche Bedienung vor allem des Infotainments aber bleibt ein Kritikpunkt, jedenfalls im Testwagen noch vom vorigen Modelljahrgang.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn rechts im Kühlergrill.

Motor & Umwelt

Die neue Plattform ist für elektrifizierte Antriebe konzipiert. Auch der Evoque nutzt so erstmals in allen Motorvarianten mit Automatik die 48-Volt-Mildhybrid-Technologie mit Riemen-Starter-Generator. Das System leitet Energie, die etwa beim Bremsen entsteht, in die Batterie im Unterboden weiter, nutzt später den so dort gespeicherten Strom, um den Motor beim Beschleunigen zu unterstützen und auf diese Weise Sprit zu sparen. Bei dem getesteten Vierzylinder handelt es sich um einen recht kultivierten 2,0-Liter mit 150 PS und durchzugsstärkeren 380 Newtonmeter Drehmoment ab 1750 Touren. Der Selbstzünder erfüllt die strengere Abgasnorm Euro-6d-Temp, beschleunigt diesen Range Rover in 11,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, macht ihn in der Spitze 196 Stundenkilometer schnell. Eine gut abgestufte Neungang-Automatik überträgt die Kraft auf die Räder. Die in Verbindung mit der Stopp/Start-Spritspartechnik zumindest im Datenblatt so angegebenen maximal 6,9 Liter haben wir im Alltagsbetrieb leider nicht ganz erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und eher moderaten Autobahnfahrprofilen 7,3 Liter angezeigt.

Unter der Haube arbeitet hier noch der 150-PS-Selbstzünder. Blick ins moderne Cockpit.

Dynamik & Sicherheit

Der Turbo könnte diesen leer 1891 Kilo schweren Evoque, der Lasten bis 2,5 Tonnen ziehen kann, munterer vorantreiben. Der intelligente Efficient-Driveline-Permanentallrad erhöht mit der Traktion die Stabilität beim Fahren. Das mögliche Entkoppeln des Antriebsstrangs trägt zu mehr Effizienz bei. Die Fahrwerkssteuerung balanciert Komfort und Agilität besser aus, erkennt, auf welchem Untergrund sich der Wagen gerade befindet, stellt wichtige Fahrzeugsysteme entsprechend ein. Die Bodenfreiheit beträgt gut 21 Zentimeter. Die Wattiefe hat auf 60 Zentimeter zugelegt. Gleich eine ganze Armada von elektronischen Hilfen unterstützt sichereres Fortbewegen auf der Straße und im Gelände, trägt zu höherem Insassenschutz bei. Die elektromechanische Servolenkung gibt direkte Rückmeldung. Die Scheibenbremsen packen standfest zu.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit dem Modellschriftzug hinten.

Serie & Extras

Auch in der aktuellen Liste verliert man fast wieder die Übersicht, was Preise und Ausstattungen betrifft. Gleich neun (!) Ausstattungslinien führen die Briten auf. Es sind dies über dem Basismodell noch S, SE, HSE, R-Dynamik, R-Dynamik S, R-Dynamik SE, R-Dynamik HSE sowie die Autobiography-Ausführung plus eine Nolita genannte Edition. Schon die Grundversion ist umfangreicher mittlerweile etwa mit LED-Scheinwerfern, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment, Vernetzung, Sprachsteuerung, Soundsystem, Multifunktionslederlenkrad, All Terrain Progress Control zum konstanten Einhalten von niedrigen Geschwindigkeiten bis 30 Stundenkilometern auch unter schwierigeren Bedingungen, dazu An-, Abfahrhilfe am Berg, Rückfahrkamera, Aufmerksamkeits-, Spurhalte-, autonomer Notfallbremsassistenz, Einparkhilfe, Tempomat samt Begrenzer sowie 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit 235er-Reifen bestückt. Alle Ausstattungen darüber gehen entweder in die noch sportlichere Richtung oder zeigen, was in Sachen Luxus und Komfort noch alles möglich ist.

Das Gepäckabteil fasst 472/591 bis 1156/1383 Liter. So sieht das Kompakt-SUV von der Seite aus.

Preis & Leistung

In der zwischenzeitlich schon gültigen neuen Übersicht fangen die Preise bei 37 894 Euro für den frontangetriebenen Diesel an, gehen hoch bis 76 606 Euro, wobei die Benziner bei 38 113 Euro beginnen. Zwei Vierzylinder-Turbodiesel mit 163 und 204 PS sowie vier Drei- und Vierzylinder-Turbobenziner mit 160, 200, 250 und 300 PS, der stärkste sogar gleich doppelt aufgeladen, sowie ab 54 563 Euro ein 309-PS-Plug-in-Hybrid stehen nunmehr zur Wahl. Neu beim Evoque des Modelljahrs 2021 soll neben elektrifizierten Triebwerken, 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner und zwei effizienteren Diesel endlich auch ein Infotainment mit logischerer Menüstruktur sowie erstmals mit Einbindung des Musikdienstes Spotify sein. Die Entwickler haben den Angaben zufolge Apps, Services und Systemsoftware auf den neuesten Stand gebracht. 3D-Surround-Kamera und ein rückwärtiges Kollisionswarnsystem runden künftig die modernen Fahrerassistenzen ab.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung: 110/150 kW/PS. Maximales Drehmoment: 380 Newtonmeter ab 1750 Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 11,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 196 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrach 7,3 Liter pro 100 Kilometer, 149 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 6,9 Liter Mixverbrauch. Grundpreis: 38 100 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

13. Oktober 2020 (nachträglich aktualisiert)