Sonntag, 14. August 2022

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Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Der kann was

Alfa Romeo hat neuen Kompakt-SUV Tonale am Start / Zunächst zwei Hybrid mit 130 und 160 PS

Von Günther Koch

Nach Giulia und Stelvio ist der Tonale aktuell Alfas dritte Baureihe. Fotos: Koch

Frankfurt/Main – „Der will was“, haben wir im März nach seiner statischen Präsentation geschrieben – und das gerade bei der nationalen Fahrvorstellung wiederum in der Klassikstadt in Frankfurt/Main bestätigt bekommen: Auch Alfa Romeo, mittlerweile ebenfalls zum Stellantis-Konzern gehörend, hat mit dem gegen Konkurrenten wie BMW X1, Audi Q3, Mercedes GLA und Volvo XC40 antretenden Tonale nun endlich ab 35 500 Euro sein kompaktes SUV-Modell im Programm! Die Italiener setzen damit noch im Juni nach der Sportlimousine Giulia und dem größeren Stelvio-SUV das Bemühen um eine (erneute) Wiederbelebung ihrer einst sportlich-noblen Traditionsmarke fort.

Nach einem Alpenpass benannt

Das Auto: Der Tonale ist wie der Stelvio nach einem Alpenpass benannt, kommt solide verarbeitet daher, mutet recht wertig an, ist 4,53 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,60 Meter hoch, verfügt über 2,63 Meter Radstand und einen Kofferraum, der 500 bis 1550 Liter fasst. Lange Motorhaube, flache Frontscheibe, GT-Linie, skulpturalere Seitenansicht und Schrägheck fallen auf. Dreiteilige LED-Scheinwerfer flankieren den Scudetto-Kühlergrill. Auch die dreiteiligen Rückleuchten ziehen den Wagen mit den markentypisch gelochten Felgen optisch in die Breite. Vorn ist ordentlich Platz vorhanden, im Fond geht es jedoch beengter zu. Die bauartbedingt nach hinten sportlich-coupéhafter abfallende Dachlinie schränkt die Sicht etwas ein. Im recht übersichtlichen Digitalcockpit liegen Anzeigen und Armaturen ganz gut im Blick.

Blick auf die Frontpartie mit dem markentypischen Scudetto-Kühlergrill.

Basis sind 1,5-Liter-Turbobenziner

Der Antrieb: Zwei Hybrid mit 96/130 und 118/160 kW/PS sowie 240 Newtonmeter Drehmoment stehen zunächst zur Wahl. Die beiden 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbos mit 48-Volt-Technik sind mit einem 15/20 kW/PS und 55 Newtonmeter starken, im Getriebe eingebauten Elektromotor kombiniert. Sie beschleunigen die leer 1600 Kilo schweren Alfas in 9,6 und 8,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen sie in der Spitze 200 und 212 Stundenkilometer schnell. Eine Sieben-Gang-Automatik mit Doppelkupplung überträgt die Kraft auf die vorderen Räder. Den kombinierten Verbrauch pro 100 Kilometer geben die Italiener nach WLTP mit akzeptablen 5,7-6,1 und 6,7-6,5 Litern an, was umgerechnet einem Kohlendioxidausstoß pro Kilometer von 129-139 und 130-148 Gramm entsprechen würde.

Blick unter die Haube des Hybrid. Im Cockpit geht es übersichtlicher zu.

Das Fahrwerk wirkt sportlich-straff

Das Fahren: Bei unserer ersten Ausfahrt im Frankfurter Umland hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts- und Landstraßenfahrprofilen sowie spritzigeren Autobahnetappen 7,2 Liter angezeigt. Das Fahrwerk wirkt sportlich-straffer ausgelegt, federt dennoch – nicht unwichtig auf längeren Strecken – ausreichend komfortabel. Mit der DNA genannten Dynamikkontrolle sind per Drehrad außer dem Fahrprogramm Natural auch noch Advanced Efficiency für effizienteres Unterwegssein und – nomen est omen – Dynamic einstellbar. Zur Fahrdynamik tragen bestmögliche 50:50-Gewichtsverteilung, McPherson-Radaufhängung vorn und hinten, direktere Lenkübersetzung, elektronische Federung, integriertes Bremssystem, Vorderradantrieb mit elektronischem Sperrdifferenzial und aktive dynamische Momentenverteilung zwischen rechtem und linkem Rad bei. Der 48-Volt-Generator unterstützt beim Anfahren und Beschleunigen. Die elektrische Servolenkung gibt ordentliche Rückmeldung von der Straße. Die vorn und hinten innenbelüfteten Scheibenbremsen sorgen für standfeste Verzögerung.

Das Gepäckabteil fasst 500 bis 1550 Liter. Blick auf den Modellschriftzug hinten.

Als Super, Sprint, TI oder als Veloce

Die Ausstattung: Vier Ausstattungslinien plus Spezialauflage gibt es. Es sind dies die Einstiegsvarianten Super und Sprint sowie die premiumorientierteren TI (für Turismo Internazionale) und Veloce (für Schnell). In dem die einzelnen Versionen übergreifenden Serienpaket sind etwa Voll-LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, digitale 12,3-Zoll-Instrumentenanzeige, Infotainment, 10,25-Zoll-Touchscreen, Digitalradioempfang, Vernetzung, Smartphone-Einbindung, Alexa-Sprachassistenz, Soundsystem, unten abgeflachtes Kunstlederlenkrad, Aufmerksamkeits-, intelligente Geschwindigkeitsassistenz, Verkehrszeichenerkennung, Kollisions-, Spurverlassenswarner, Spurhaltehilfe und 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen schon enthalten.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers und der Tonale von der Seite.      

Fälschungssicheres Digitalzertifikat

Alles in allem: Der Tonale fährt designmäßig keinesfalls als Mainstream vor, weckt in Details sogar Erinnerungen an legendäre Modelle der Marke. Er ist technisch und fahrdynamisch auf der Höhe der Zeit, kann auch da punkten kann, wo Giulia und Stelvio bis zur Aufwertung 2020 doch einige Kritik einstecken mussten, nämlich beim Infotainment bis hin zu „Over the Air“-Aktualisierungen via Funk. Hinzu kommt: Laut Alfa ist der Tonale das erste Serienfahrzeug, dessen gesamter Lebenszyklus mit fälschungssicherem, digitalem Zertifikat erfasst wird. Beim im System 275 PS starken, wohl für Ende 2022 geplanten Plug-in-Hybrid mit Q4-Allrad arbeiten ein 1,3-Liter-Turbobenziner mit 180 PS und ein 122-PS-Elektromotor zusammen; die rein elektrische Reichweite soll kombiniert bis zu 60, innerstädtisch bis zu 80, die Gesamtreichweite bis zu 600 Kilometer betragen. Ein ebenfalls frontangetriebener Diesel wird sich seine 130 PS aus einem 1,6-Liter-Aggregat holen. Was die Modellpalette insgesamt betrifft, sind den Angaben zufolge noch weitere sechs Modelle geplant, darunter 2024 der erste Vollstromer. Im Gespräch sind zuletzt zudem ein Sportcoupé wohl als GTV und die Spider-Hommage Duetto, beide ebenfalls elektrisch, gewesen. Ab 2027 soll es dann zwar keine Verbrenner mehr geben, aber dafür schon vorher ab 2023 jedes Jahr eine Neuheit ... Der nächste Neuanfang könnte beginnen.

Datenblatt

Motor: Zwei Vierzylinder-Turbobenziner plus Elektromotor. Hubraum: 1,5 Liter. Leistung Verbrenner: 96/130, 118/160 kW/PS. Leistung Elektromotor: 15/20 kW/PS. Maximales Drehmoment: 240 Newtonmeter. Maximales Drehmoment Elektromotor: 55 Newtonmeter. Beschleunigung: 9,6, 8,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchszgeschwindigkeit: 200, 212 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Sieben-Gang-Doppelkupplungsbox. Umwelt: Laut Alfa Romeo kombinierter Verbrauch nach WLTP 5,7-6,1 und 6,7-6,5 Liter pro 100 Kilometer, 129-139 und 130-148 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Grundpreis: 35 500 bis 44 500 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

21. Juni 2022