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Dann voll Elektro

by admin

Ford will noch mehr Stromer bauen / Autobauer setzt bei Neuausrichtung auf „Freiheit und Abenteuer“

Von Günther Koch/Life-Magazin

Gleich im Doppelpack: Fords Transit fährt jetzt auch vollelektrisch vor. Fotos: Koch

Ketsch – Er ist groß. Ein Transporter im Zwei-Tonnen-Nutzlastbereich. Und er ist elektrisch. Wie nach eigenen Angaben auch die Zukunft des Autobauers, der dieses leichte Nutzfahrzeug, den Transit, gerade zum Roadshow-Termin im baden-württembergischen Ketsch bei Schwetzingen in der Metropolregion Rhein-Neckar mitgebracht hat: Die Zukunft von Ford.

Konkreter Zeitplan

Dr. Christian Weingärtner ist erst seit Februar 2022 Ford-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Den schon konkreten zeitlichen Plan zur weiteren Elektrifizierung der Marke erläutert er so: Ab 2024 wolle man alle Nutzfahrzeuge „entweder als vollelektrische Modellversionen oder als Plug-in-Hybrid“ anbieten. Ab 2026 soll in jeder Pkw-Baureihe „mindestens ein Plug-in-Hybrid oder ein vollelektrisches Modell“ zu haben sein. Ab 2030, kündigt der Hersteller zudem bereits jetzt an, werde das Pkw-Angebot sogar „nur noch aus rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen“ bestehen. Und bei den Nutzfahrzeug-Verkaufszahlen geht Weingärtner dann bereits allein von zwei Drittel elektrifizierten Varianten aus.

Deutschland-Chef Weingärtner erläutert die Pläne. Ford Pro gehört dazu.

Sogar eigener Geschäftsbereich

Unter Hinweis auf die organisatorisch auf Konzernebene zuletzt neu gegründeten und weltweit tätigen eigenständigen Geschäftseinheiten Ford Pro (für Nutzfahrzeuge) und Ford Blue (für Pkw-Baureihen mit Verbrennungsmotor) ordnete Weingärtner der dritten mit Namen Ford Model-e aufgabenmäßig die „beschleunigte Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von vollelektrischen Pkw“ zu. Schon 2028, so der Plan, soll dieser Geschäftsbereich global jährlich mehr als zwei Millionen Elektrofahrzeuge vermarkten, was etwa einem Drittel der weltweiten Ford-Produktion entsprechen würde.

Die folgenden Charts zeigen Fords Zukunftsplan, die Elektrostrategie, …

Mittelgroßer und Sport-Crossover

Fest steht bislang: Der erste vollelektrische Ford in Europa läuft im Kölner Elektrifizierungszentrum vom Band. Dabei handelt es sich um einen mittelgroßen, fünfsitzigen Crossover mit 500 Kilometern Reichweite. Die Markteinführung ist 2023 vorgesehen. Auch ein weiteres vollelektrisches Modell, ein Sport-Crossover, wird am Rhein gebaut. Die Entscheidung für die Produktion dieser zweiten E-Baureihe in Köln bedeute, dass die Anzahl der dort entstehenden E-Fahrzeuge „innerhalb von sechs Jahren auf 1,2 Millionen Einheiten steigt“, rechnet Weingärtner vor.

… die vollelektrischen Modelle ab 2024 und das, was die Marke bieten kann.

Auch Custom, Courier und Puma

Mustang Nach-E (2021), Mustang Mach-E GT (2022) und Elektro-Transit (2022) stehen bereits unter Strom. Bis 2024 sieht Ford in Europa laut Weingärtner sieben Elektromodelle vor, drei Pkw und vier Nutzfahrzeuge. Was den gewerblichen Bereich betrifft: 2023 gehen demnach Transit Custom im Ein-Tonnen-Nutzlastsegment und die Großraumlimousine Tourneo Custom, beide in der Türkei produziert, vollelektrisch an den Stecker. Transit Courier und Tourneo Courier ziehen, dann in Rumänien gefertigt, 2024 nach, wenn Ford den ebenfalls in Rumänien gebauten Puma als Vollstromer bringen will; der kompakte Crossover ist 2021 der meistverkaufte Ford-Pkw in Europa gewesen.

Der Mustang Mach-E fährt bereits als Vollstromer vor. GT steht für Gran Turismo.

Schärfere Positionierung der Marke

Es gehe aber nicht nur um neue Elektroautos, fasst Weingärtner zusammen, oder um Produktionsstätten. Es gehe vielmehr um eine „Neuausrichtung und Neudefinition unseres Produktportfolios“. Die Elektrifizierung werde zur „Schärfung der Positionierung“ genutzt. „Wir bei Ford in Europa“, heißt es im Redemanuskript, „setzen in diesem Zusammenhang auf Freiheit und Abenteuer und auf hochemotionale ikonische Produkte wie Ranger, Mustang oder Mustang Mach-E.“

Transit steht schon am Stecker

Der neue Elektro-Transit dürfte es schwerer haben, sich da einzureihen. Den Elektro-Transporter mit Hinterradantrieb bieten die Kölner jedenfalls als Kastenwagen-Einzelkabiner, -Doppelkabiner und Fahrgestell-Einzelkabiner an. Die Elektro-Fahrgestelle sind netto/brutto ab 53 145/63 243, die Elektro-Kastenwagen ab 55 845/66 456 Euro zu haben. Deren Elektromotor ist mit 135/184 kW/PS für Standardeinsätze, mit 198/269 kW/PS eher für höhere Nutzlastklassen gedacht. 68 Kilowattstunden nutzbare Batteriekapazität sollen bei unverändert bis zu 15,1 Kubikmeter Laderaumvolumen für 317 Kilometer reichen. Das (Schnell-)Laden soll 35 Minuten für 15 bis 80 Prozent, sonst 8,2 Stunden dauern. Voll Elektro, das dauert eben aktuell mitunter doch immer noch eine ganze Weile.

KoCom/Fotos: Günther Koch

20. Mai 2022

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