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by admin

Fiat 600 als 156-PS-Vollelektromodell neu aufgelegt / Für 2024 ist auch noch eine Hybridversion vorgesehen

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der neue Elektro-Fiat 600e baut auf einer Stellantis-Konzernplattform auf. Fotos: Fiat

Dreieich – Es hat ihn schon einmal gegeben: Von 1955 bis 1969 ist der Fiat 600, italienisch Seicento, damals vom Band gelaufen. Als ganz normaler Verbrenner. Jetzt haben die Italiener den 600e neu aufgelegt – als Vollstromer – und ihn national gerade in Dreieich bei Frankfurt/Main vorgestellt. Er ist nach dem ab 30 990 Euro teuren Fiat 500e das zweite rein elektrisch angetriebene Modell der Stellantis-Marke, tritt außerhalb des Konzerns gegen Konkurrenten wie Hyundai Kona oder Mazda MX-30 an, soll hier ab Mitte November zu Einstiegspreisen ab 36 490 Euro bei den Händlern stehen.

Ein B-Segment-SUV

Das Auto: Dabei handelt es sich um ein oberhalb vom Fiat 500e positioniertes B-Segment-SUV. Der in Polen gebaute Fünftürer, ausgelegt für fünf Personen, wirkt solide verarbeitet, mutet, was die Wertigkeit betrifft, für die kleinere Wagenklasse jedenfalls standesgemäß an, ist 4,17 Meter lang, 1,78/1,98 Meter breit, 1,52 Meter hoch, verfügt über 2,56 Meter Radstand und einen Kofferraum, der immerhin noch 360 bis 1231 Liter fasst. Er baut auf der Mischplattform auf, auf der im Konzern auch Schwestermodelle wie die technisch eng verwandten Jeep Avenger, Opel Corsa und Peugeot 2008 entstehen. Man sitzt ziemlich bequem. Die Rundumsicht geht in Ordnung. Instrumentierung und Anzeigen liegen ganz gut im Blick. Vorn ist einigermaßen Platz vorhanden, hinten dürften zu dritt lediglich größer Gewachsene etwas Probleme mit der Knie-, Ellbogen- und Kopffreiheit haben. Im schnörkellos-übersichtlichen Cockpit ist die Bedienung rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie mit Kulleraugen-Leuchten links und rechts.   

Aus dem Konzern bekannt

Der Antrieb: Der Elektromotor aus dem Konzernregal leistet 156 PS, stellt 260 Newtonmeter Drehmoment bereit, beschleunigt den leer 1520 Kilo schweren 600e in 9,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schafft bei der höchsten Geschwindigkeit 150 Stundenkilometer Spitze. In dem Frontantriebler überträgt ein automatisches Ein-Gang-Untersetzungsgetriebe die Kraft auf die Vorderräder. 54 Kilowattstunden Batteriekapazität sollen kombiniert bis zu 409 Kilometer Reichweite erlauben, innerorts sogar – „600 im 600“ – maximal 604. Den Verbrauch gibt Fiat zumindest im Datenblatt mit 15,1 bis 15,2 Kilowattstunden an, die Ladedauer je nach Anschluss mit 27 Minuten für 20 bis 80 Prozent über 5:45 bis 16:10 Stunden. Für 2024 ist auch für Deutschland noch ein Mildhybrid aus 1,2-Liter-Benziner mit 100 PS und unterstützendem 29-PS-Elektromotor samt 48-Volt-Akku vorgesehen.

Modellkennung am Vorderwagen und Blick ins moderne Cockpit.

Recht flotter Auftritt

Das Fahren: Beim Tritt aufs Fahrpedal geht‘s – wie bei Elektroautos üblich – gleich flott los. Mit Eco, Normal und Sport stehen drei Fahrmodi zur Wahl. Leistung, Durchzugskraft und Höchstgeschwindigkeit gehen auf den Straßen, auf denen der 600e in der Regel unterwegs ist, durchaus in Ordnung. Lediglich auf der Autobahn sollte man – nicht zuletzt natürlich mit Blick auf den Verbrauch – bisweilen etwas mehr Geduld mit im Gepäck haben. Was übrigens auch beim Wechselstromladen mit geringeren 11 oder 100 Kilowatt gilt. Die Rekuperation ist in zwei Stufen einstellbar, bleibt jedoch vielleicht für die, die gern mit einem Pedal fahren, im Ergebnis wohl nur eher mäßig. Wenigstens ist ein Fahrprogramm mit dauerhafter 45-Kilowatt-Energierückgewinnung aktivierbar. Die kompakten Abmessungen tragen zur Wendigkeit und zur Agilität im Stadt- und Landstraßenverkehr bei. Das Fahrwerk hat unterm Strich einen recht ausgewogenen Gesamteindruck hinterlassen. Selbst die elektrische Servolenkung gibt ordentliche Rückmeldung von der Straße. Und die vorn und hinten verbauten Scheibenbremsen sorgen für standfeste Verzögerung.

Heck-/Seitenansicht und Blick auf den Markennamen am Heck.

Nur zwei Versionen

Die Ausstattung: Bloß zwei Versionen bieten die Italiener diesbezüglich an. N dem nach einer Wohltätigkeitsorganisation Red genannten Basispaket sind etwa schon Voll-LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Infotainment-/Audiosystem, 10,25-Zoll-Display, Vernetzung, Smartphone-Einbindung, Multifunktionslenkrad, Geschwindigkeitsassistenz, Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhaltehilfe, Verkehrszeicheninformation, Parksensoren und 16-Zoll-Stahlfelgen mit 215er-Reifen enthalten. La Prima wartet mit elektrischer Heckklappe, 180-Grad-Rückfahrkamera, 360-Grad-Parksensoren, Navigation, teilautomatisiertem Stufe-2-Fahren, adaptiver Fahrkontrolle, Stauassistenz, Totwinkelwarner, beheizbaren Vordersitzen, Massagefunktion und 18-Zoll-Leichtmetallrädern auf.

Das Gepäckabteil fasst 360 bis 1231 Liter. Der 600e von der Seite.   

Trotzdem Charme

Alles in allem: Der Fiat 500e wirkt knuffiger, verspielter, der Fiat 600e – trotz Kulleraugen – schon eine Spur vernünftiger, hat dennoch Charme, ist einen halben Meter länger, entsprechend geräumiger und am Ende familientauglicher. Produktmann Andreas Mayer stuft den äußerlich durchaus etwas dem Hybrid 500X ähnlichen Neuling marketingmäßig als „Italian Upgrade“ ein. Mitarbeiterin Vanessa Schwalm sieht das Modell als „außen ikonisch und innen mit noch mehr dolce Vita“, also süßem Leben. Dass Grau diesmal auch deshalb keine Chance hatte, ins bunte 600er-Farbprogramm aufgenommen zu werden, begründet die Produktfrau so: „Schließlich ist Italien doch genau das – ein Land der Farben.“  

Datenblatt

Motor: Elektro. Leistung: 115/156 kW/PS. Maximales Drehmoment: 260 Newtonmeter. Beschleunigung: 9,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 150 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Ein-Gang-Automatik mit Untersetzung. Batteriekapazität: 54 Kilowattstunden. Reichweite: Kombiniert nach WLTP 409, innerorts 604 Kilometer. Umwelt: Stromverbrauch 15,1-15,2 Kilowattstunden. Ladedauer: Je nach Anschluss 27 Minuten für 20 bis 80 Prozent über 5:45 bis 16:10 Stunden. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis: 36 490 (Red), 42 490 Euro (La Prima).

KoCom/Fotos: Fiat

24. Oktober 2023

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