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by admin

DS-Deutschland-Premiere des neuen Flaggschiffs / Vollstomer DS N°8 statt DS9 / Drei Leistungsstufen

Der DS N°8 soll schon mit dem Design neue Kunden locken. Foto: Koch

Von Günther Koch/Life-Magazin

Rüsselsheim – 2020 hat DS Automobiles mit der Produktion des in der oberen Mittelklasse angesiedelten Spitzenmodells DS9 begonnen, einer als Plug-in-Hybrid und als Benziner erhältlichen Limousine. 2025, etwa zur Mitte des Jahres, steht bei der französischen Stellantis-Premiumtochter mit dem ab 57 700 Euro teuren DS N°8 schon der Wechsel des Flaggschiffs an. Bei dem neuen Modell und Nachfolger handelt es sich um eine Kombination aus Limousine, Kombi und SUV-Coupe, national von den Franzosen gerade am Deutschland-Standort in Rüsselsheim statisch vorgestellt.

Das Auto: Es läuft in Frankreich vom Band, baut futuristisch designt auf der mittleren 400-Volt-Elektroplattform des Konzerns auf, ist 4,83 Meter lang, 1,92/2,09 Meter breit und 1,57 Meter hoch. Der Radstand misst 2,90 Meter. In den großen Kofferraum passen 621/580 bis 1873/1834 Liter Gepäck. Front und Heck sind ziemlich markant. Von der Silhouette her ähnelt das wie alle übrigen DS avantgardistische Modell mit der nach hinten abfallenden Dachlinie den beiden ebenfalls vom Konzern angebotenen Citroën C5X und Peugeot 408. Es ist auf den ersten Blick sauber verarbeitet, mutet relativ wertig an. Platz ist selbst im Fond ausreichend vorhanden. Es geht vergleichsweise nobel zu. Im modernen Cockpit, in dem es wenigstens für alle wichtigen Funktionen auch noch Tasten und Schalter gibt, fallen insbesondere der Displayverbund und das Lenkrad mit den X-Verstrebungen in der Mitte auf. Die Bedienung ist überraschend schnell im Griff.

Die Frontpartie mit Blick auf das Markenlogo am Vorderwagen.

Mit 230, 235 und 350 PS

Der Antrieb: In drei Leistungsstufen mit 230, 245 und 350 PS bietet DS seinen wie den Flaggschiff-Vorgänger DS9 in der gehobeneren Mittelklasse positionierten Vollstromer an. In der stärksten Version sorgt ein zweiter Elektromotor an der Hinterachse für den elektrischen Allrad. Die Drehmomente belaufen sich auf 343 und 509 Newtonmeter. Zweimal Front- oder einmal Allrad sind möglich. Eine Elektroautomatik mit fester Übersetzung überträgt die Kraft auf die Räder. In 5,4 bis 7,8 Sekunden erreichen die leer 2132 bis 2289 Kilo schweren DS N°8 aus dem Stand auf Tempo 100, schaffen, elektronisch abgeregelt, 190 Stundenkilometer Spitze. Die kürzeste Reichweite geben die Franzosen mit bis zu 527, die längste über fast 750 mit innerstädtisch sogar bis zu 777 Kilometern an, die Stromverbräuche kombiniert mit 15,7 bis 17,4 Kilowattstunden und das Schnellladen je nach Anschluss mit 31 und 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent.

Das moderne Digitalcockpit mit Blick auf die breite Mittelkonsole.

Ordentlich Durchzugskraft

Das Fahren: Zwar ist die Deutschland-Premiere in Rüsselsheim eine am stehenden Modell im Designzentrum gewesen, doch geben Zahlen und buchstäbliche Erfahrungen mit anderen DS vom kleinen DS3 bis zum großen DS7 erste Hinweise auf das Unterwegssein: So dürften etwa mit Blick auf das Fahrwerk vor allem Federungskomfort und Ausgewogenheit, nicht unwichtig etwa bei unebenen Straßen oder längeren Strecken, eine Rolle spielen. Genauso wie in mehr als nur Ansätzen Sportlichkeit zu erwarten ist. Die Drehmomente jedenfalls versprechen schon ordentliche Durchzugskraft. Dazu gehört dann freilich auch eine Lenkung, die auseichend direkte Rückmeldung gibt, zumal Lenkungen in Elektroautos nicht selten recht künstlich wirken. Und wer mit dem DS N°8 einen Anhänger ziehen will: Immerhin können Lasten bis 1400 oder 1600 Kilo an den Haken genommen werden. Rekuperation, also das Zurückgewinnen von Brems- und sonstiger Verzögerungsenergie, sowie das Fahren im Ein-Pedal-Modus sind Standard an Bord.     

Modellkennung hinten und Blick in den großen Kofferraum.

Pallas oder lieber Étoile?

Die Ausstattung: Pallas und Étoile heißen die leidglich zwei Lines, mit denen das neue Flaggschiff der französischen Premiummarke lieferbar ist. Bei Pallas gehören etwa schon Eco-Voll-LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multimedia, Navigation, 16-Zoll-Touchscreen-Monitor, Adaptivtempomat, Rückfahrkamera, Einparkhilfe und 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen zur Serie. Étoile wartet noch wertiger unter anderem mit Alcantara, Komfortsitzen samt Nackenwärmer, Fahrassistenz, 360-Grad-Kamera, Headup-Display und mit 20-Zöllern auf.  

Markante Heck- und Seitenansicht des neuen DS-Flaggschiffs.

BMW, Polestar, Tesla

Alles in allem: Ja, eigentlich stimmt das Gesamtpaket von der stylischen Außenhaut über das fließende Dachprofil mit coupéhafter Linie, den illuminierten Kühlergrill samt beleuchtetem DS-Logo, die V-förmige Lichtsignatur und die elektrisch ausfahrenden Türgriffe bis hin zum detailverliebten Innenraum. Aber die Konkurrenz – etwa BMW i4, Polestar 4 oder Tesla Model Y – ist nicht ohne. Kein Zweifel: Bei den Franzosen ist noch viel Luft nach oben. Deshalb: Mal sehen, ob der DS N°8 es anders als der DS9 schafft, Kundschaft verkaufsstärker, fester und damit dauerhafter an sich und die Marke zu binden. Vielleicht sogar mit standesgemäß dienstlichem Chauffieren. Mit der neuen Bezeichnung, ausgesprochen übrigens ganz einfach DS Nummer 8. Oder doch lieber mit – Oh là là! – Pariser Chic und mit Savoir-Vivre?

Datenblatt

Motor: Elektro. Leistung: (Standard) 169/230, 180/245, 257/350, (Maximal) 190/258, 207/281, 276/375 kW/PS. Maximales Drehmoment: 343, 509 Newtonmeter. Antrieb: Front, Allrad. Getriebe: Automatik mit fester Übersetzung. Beschleunigung: 7,7, 7,8, 5,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 190 Stundenkilometer. Reichweite: Kombiniert maximal 527-549, 714-749, 664, innerstädtisch 649, 867-908, 777 Kilometer. Stromverbrauch: Kombiniert 15,7-16,5, 15,9-16,8, 17,4 Kilowattstunden. Batteriekapazität: 74, 97 Brutto-Kilowattstunden. Ladezeiten: Schnellladen 31, 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent, sonst an der Wallbox 11:35, 15,05 Stunden komplett. Preis: 57 700 Euro (230 PS/Frontantrieb), 75 500 Euro (245 PS/Allrad/Längere Reichweite), 75 000 Euro (350 PS/Allrad/Längere Reichweite).   

KoCom/Fotos: Günther Koch/Dino Eisele

18. Februar 2025

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