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Gesichter New Yorks

by admin

Zum Beispiel das von Brooklyn auf der Seite gegenüber der Upper Bay bei Manhattan

 Von Günther Koch/Life-Magazin

Unter der Brooklyn-Brücke ist die Silhouette Süd-Manhattans zu sehen. Foto: Koch

New York – Es sind zwei Welten. Da die in der Vormittagssonne glitzernden Hochhaustürme von Manhattan auf der anderen Seite der Upper New York Bay, hier, unter der mächtigen Brücke mit dem Namen des Stadtbezirks, die Backstein- und Sandsteinbauten von – Brooklyn.

Mit ausgeprägt-eigenem Charakter

Die diesmal in smartes Grün getauchte Marian S Heiskell hat uns von Hoboken am Westufer des Hudson an der Freiheitsstatue auf Liberty Island und an der Südspitze Manhattans vorbei hierher gebracht. Wir sind auf dem Weg in Brooklyns Historic Districts. „Wie eigenständige pulsierende Städte beleben die historischen Stadtteile Brooklyns die Metropole New York“, lesen wir in einer entsprechenden Beschreibung. Egal ob Brooklyn Heights, Carroll Gardens, Fort Green, Cobble Hill, Greenpoint oder Park Slope: „Sie haben sich“, so der Brooklyn-Führer, der uns begleitet, „einen ausgeprägten eigenen Charakter bewahrt.“

Kontraste spiegeln sich wider

Noch heute spiegeln sich in der Tat ethnische und kulturelle Kontraste sowie unterschiedliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Hintergründe der ersten Einwanderer im jeweiligen Stadtbild wider. Charakteristisch für die nordwestlichen sind die Backstein- und Sandsteinbauten aus dem 19. Jahrhundert, die nördlichen, traditionell eher Arbeiterviertel, weisen eine überaus lebendige Kulturszene auf, im zentralen und südlichen Teil liegen die mit starken ethnischen und architektonischen Kontrasten.

In einem eher bürgerlich geprägten Wohnviertel von Brooklyn. Fotos: Koch
In einem eher bürgerlich geprägten Wohnviertel von Brooklyn. Fotos: Koch
Unter der Brooklyn-Brücke ist die Silhouette Süd-Manhattans zu sehen.
Unter der Brooklyn-Brücke ist die Silhouette Süd-Manhattans zu sehen.
Erinnerung an 9/11: Feuerwehr-Denkmal in Brooklyns Union Street.
Erinnerung an 9/11: Feuerwehr-Denkmal in Brooklyns Union Street.

Bewohner gestalten Nachbarschaft mit

Tief verwurzelt in ihren Vierteln, gestalten die Bewohner Brooklyns ihre Nachbarschaft mit, engagieren sich in Gemeinschaften und beteiligen sich an Food Coops, die, gegründet in den 1970er-Jahren, ihren Mitgliedern ökologische Lebensmittel zu angemessenen Preisen bieten. „Für rund drei Stunden Mitarbeit pro Monat ungeachtet der eigenen wirtschaftlichen und sozialen Siedlung“, wie es in dem Führer steht.

Quasi als Vorreiter für Nachhaltigkeit

Es gibt sogar, quasi als Vorreiter für Nachhaltigkeit, bereits ein Design-Label namens „Brooklyn Industries“, dessen erstes Produkt, eine aus Werbeplanen recycelte Umhängetasche, 1998 einen neuen Trend setzte. „Ökologische Verantwortung wird in dem erfolgreichen Label immer noch groß geschrieben“, verweist unserer Führer darauf, dass das Label zuletzt als „Green Power Pioneer“ dafür ausgezeichnet worden ist, dass alle seine 14 Shops Ökostrom aus Windenergie nutzen.

Wandmalerei in einem Viertel des 2,5 Millionen Einwohner zählenden Brooklyn.
Wandmalerei in einem Viertel des 2,5 Millionen Einwohner zählenden Brooklyn.
Gegenpol zur Hochhauswelt Manhattans: Backsteinbau in Brooklyn.
Gegenpol zur Hochhauswelt Manhattans: Backsteinbau in Brooklyn.
Lagerraum ist auch in Brooklyn nicht selten teures Handelsgut.
Lagerraum ist auch in Brooklyn nicht selten teures Handelsgut.

Grünes Refiúgium mit vielfältigen Möglichkeiten

Prospect Park nennt sich, über Altersgrenzen, gesellschaftliche Gegensätze und kulturelle Unterschiede hinweg, das grüne Refugium von Brooklyn. Seit 1867 steht die von den Landschaftsarchitekten des Central Parks entworfene, 2,4 Quadratkilometer große Anlage den 2,5 Millionen Einwohnern von Brooklyn zur Verfügung. Mit seinen grünen Oasen, Museen, Gastronomiebetrieben, Spielfeldern und Eventlocations offeriert er vielfältigste Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Flussufer des Stadttels wird zur urbanen Oase

In Brooklyn gibt es eine unabhängige Bürgerbewegung namens „Brooklyn Bridge Park Conservancy“. Nach rund 20 Jahren Planung und Verhandlung hat sie damit begonnen, das Flussufer des Stadtteils in eine urbane Oase zu verwandeln. Verrottete Piers, verkommene Parkplätze und verwahrloste Flussuferabschnitte weichen Wiesen, Freizeitanlagen, Stränden, Buchten, Spielplätzen und restaurierten Wohnanlagen.

Schon öffentlich zugänglich

Große Abschnitte des Volksparks sind schon öffentlich zugänglich. Er beginnt oberhalb der Manhattan Bridge, begrünt das Ufer am East River bis zur Brooklyn Bridge, zieht sich von da über Pier 1 bis Pier 6 nach Süden. Gut ein Kilometer Flussufer wird so zum verkehrstechnisch bestmöglich angebundenen Freizeit- und Erholungsgebiet.

Unabhängig vom städtischen Haushalt

Geplant war, dass der Park alles in allem rund 340 000 Quadratkilometer Grünfläche bietet und Tausende von Besuchern lockt. Finanzieren sollte er sich lediglich über Mieteinnahmen aus den restaurierten Wohnanlagen am Rande des Parks und so unabhängig vom städtischen Haushalt sein. So ist das in dieser Welt. In der anderen drüben, in Manhatten, dürfte es diesbezüglich schwieriger sein.

Info Brooklyn

Brooklyn ist einer der Boroughs genannten fünf Stadtbezirke von New York City, liegt im Südosten am westlichen Ende von Long Island. Nach Manhattan oder New York County gilt das samt Wasserfläche rund 250 Quadratkilometer große Brooklyn mit seinen rund zweieinhalb Millionen Einwohnern sogar als der am dichtesten besiedelte Verwaltungsbezirk der USA. Niederländer gründeten die Siedlung 1634 als Breu(c)kelen nach der gleichnamigen Stadt bei Utrecht. Bis zur Eingemeindung 1898 nach New York war Brooklyn eigenständig. Die Bevölkerung spiegelt alle Einwanderungswellen der USA wider. Nach Niederländern und Briten ließen sich Deutsche, Italiener und ehemalige schwarze Sklaven aus den Südstaaten hier nieder. Die meisten Einwanderer der vorigen Jahrzehnte stammen aus Mittel- und Südamerika, Asien und Osteuropa. Information: Visit USA Commitee Germany, Thalkirchner Straße 14, 80337 München, www.vus.travel.de.    

KoCom/Fotos: Günther Koch

27. Dezember 2015

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