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Vorsicht, sticht!

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Abarth hat sich als eigenständige Marke im Zeichen des Skorpions seit 2008 inzwischen etabliert

Von Günther Koch/Life-Magazin

Dreimal Abarth: Vertreter der Baureihen (von links) 695, 595 und 124 Spider. Foto: Koch

Rheinmünster – Zehn Jahre Abarth als eigenständige Marke nach der Neuauflage, zehn Jahre Abarth in Deutschland! „Zeit für ein Resümee“, verweist Markenmann Harald Koch jetzt in Rheinmünster bei Baden-Baden bei der „Il mondo dello scorpione“-Veranstaltung über die Welt der Skorpione, dem Abarth-Markenzeichen, auf Zahlen, die die Entwicklung belegen: 2008 Start bei uns mit 17 Händlern, 1000 verkaufte Einheiten im ersten Jahr. 2018 schon 130 Händler, 154 Verkaufsstützpunkte und zuletzt 3780 Neuzulassungen.

Eine Orgie in Rot: Fiat Abarth 1000, ... Fotos: Koch
Eine Orgie in Rot: Fiat Abarth 1000, … Fotos: Koch
... dessen 104-PS-Vierzylinder den Flitzer 220 Stundenkilometer schnell gemacht hat.
… dessen 104-PS-Vierzylinder den Flitzer 220 Stundenkilometer schnell gemacht hat.

Aus Karl wird Carlo

Rückblick. Ein gebürtiger Österreicher, der 1938 die italienische Staatsbürgerschaft angenommen und seinen Vornamen Karl in Carlo geändert hat, mischt das auto- und motorsportbegeisterte Italien auf. Zusammen mit einem Partner gründet Carlo Abarth 1949 eine Firma, die Fahrzeuge und technische Komponenten für Sport- und Renneinsatz baut, sich im Motorsport engagiert und Ausrüstungen für Serienfahrzeuge entwickelt, darunter den ersten Sportauspuff damals für Fiats Topolino. Es folgen Systeme für andere Fiat-Modelle, für Alfa Romeo, Maserati, Vespa-Motorroller und für andere Marken. Abarth stattet vorübergehend sogar alle Ferrari-Rennautos aus. Sein Sternzeichen, der Skorpion, wird zum Markenzeichen. Er ist schwarz auf gelbrotem Grund.

Auch die aktuellen Modelle, weitgehend auf Fiat-500-Basis, geben sich sportlich, ...
Auch die aktuellen Modelle, weitgehend auf Fiat-500-Basis, geben sich sportlich, …
... fahren wie in diesem Fall sogar als Cabrio vor.
… fahren wie in diesem Fall sogar als Cabrio vor.

Leistung höher, Sound kerniger

Das Geschäft läuft. Abarths Auspuffanlagen sind beliebt. Sie erhöhen die Leistung, machen den Sound kerniger. Als Fahrzeughersteller nutzt der angeblich stets akkurat im Anzug auftretende Selfmade-Ingenieur meist bewährte Fiat-Technik, modifiziert die Motoren, lässt seine Konstruktionen von namhaften Designern wie Bertone, Pininfarina oder Ghia einkleiden. Seine Philosophie: Abarths sollen handlich, besonders stark in der Leistung, vor allem aber klein und leichtgewichtig sein. Und bissig wie ein Skorpion!

Vorn der Abarth-Roadster 124 Spider, hinten der kleine Abarth 695 Tributo Ferrari.
Vorn der Abarth-Roadster 124 Spider, hinten der kleine Abarth 695 Tributo Ferrari.
Vorn der Abarth-Roadster 124 Spider, hinten der kleine Abarth 695 Tributo Ferrari.
Vorn der Abarth-Roadster 124 Spider, hinten der kleine Abarth 695 Tributo Ferrari.

Seit 1971 im Fiat-Besitz

Als Fiat 1957 den Cinquecento, italienisch für 500, auf den Markt bringt, scheint dessen Motor wie geschaffen für ein Tuning. „Statt 13,5 hat der Zweizylinder im Heck nach der Abarth-Kur bis zu 23 PS produziert“, erzählt Koch. Die offizielle Zusammenarbeit mit Fiat beginnt. Abarth wandelt nun beinahe jedes Serienmodell der Marke in ein Sportauto um. Doch die Zeiten ändern sich. Große Hersteller dominieren immer mehr. Kosten steigen enorm. Kleinwagen verlieren an Bedeutung. Tuningverkäufe stagnieren. Carlo Abarths Firma ist wirtschaftlich angeschlagen. geht 1971 in den Besitz von Fiat über, wird zur Abteilung für Renn- und Rallyesport. Abarth, der 1979 stirbt, bleibt Berater. Fiat nutzt den Namen weiter für sportliche Spitzenversionen bestimmter Serienmodelle.

So sieht das Cockpit des kleinen Tributo-Ferrari-Giftzwergs aus.
So sieht das Cockpit des kleinen Tributo-Ferrari-Giftzwergs aus.
Hat was: Ein früherer Fiat Abarth 124 Rallye Spider.
Hat was: Ein früherer Fiat Abarth 124 Rallye Spider.

Aktuell drei Baureihen

Dann, 2008, folgt die Wiederbelebung als eigenständige Marke für sportliche Serienfahrzeuge. Seitdem bilden die Modelle auf Basis des Fiat 500 den Kern der Produktpalette, ergänzt 2016 um den Abarth 124 Spider. Aktuell listet Produktmann Tim Schwirz drei Baureihen für die Marke auf. Es sind dies die bei 18 490 Euro beginnende 595er mit Cabrio, Pista, Turismo und Competizione, die 695er mit XCR Yamaha, Rivale und Biposto, die bei 28 000 Euro starten, und die 124er mit Spider, Turismo und GT, die ab 33 000 Euro zu haben sind. Hinzu kommen weitere Sondermodelle, teilweise in limitierter Auflage, hinter denen auf der Internetseite jedoch wie bei der Maserati Edition, dem Tributo Ferrari oder dem Cabrio Italia oft schon „Ausverkauft“ steht. Die jeweils 1,4-Liter-Turbobenzinmotoren in diesen Abarth leisten 145, 160, 165, 170 und 180 PS.

Längst Geschichte: Der kleine Fiat Abarth 595 Esse Esse mit 32 PS aus dem Jahr 1968.
Längst Geschichte: Der kleine Fiat Abarth 595 Esse Esse mit 32 PS aus dem Jahr 1968.
Heute fahren die kleinen Abarth-Kraftpakete mit Namen wie 595 Pista vor.
Heute fahren die kleinen Abarth-Kraftpakete mit Namen wie 595 Pista vor.

„Synonym für Leidenschaft“

Nach wie vor ist Abarth im Motorsport aktiv. Eine eigene Abteilung kümmert sich um die Tradition der Marke und die als Klassiker durchaus begehrten älteren Modelle. Scorpionship heißt die Gemeinschaft, die rund 100 000 Fans vereint. „Abarth hat bis heute“, sagt Markenmann Koch, „seine einzigartige DNA erhalten, ist noch immer Synonym für Performance, fahrerische Leidenschaft und sportliche Ausstrahlung!“ Auf die Frage, ob sich die Marke vielleicht sogar im Konzern noch ausbauen lasse, antwortet Sprecherin Anne Wollek, es gebe „keine Pläne für eine weitere Abarthisierung anderer Baureihen“. Derzeit jedenfalls noch nicht. Und viele Baureihen kommen überdies nicht mehr infrage. Zumindest bei Fiat nicht.

KoCom/Fotos: Günther Koch

22. Juni 2018

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