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Zukunftsmobilität

Das Cat-Car

by admin

Ora setzt gleich auf Funky-Vollstromer / Den 171 PS starken China-Mini gibt es in zwei Batteriegrößen

Von Günther Koch/Life-Magazin

Ähnlichkeit nicht ausgeschlossen: Ora-Kleinwagen Funky Cat. Foto: Ora

Cascais – Die chinesische Great-Wall-Motors-Tochter Ora ist mit ihrem ersten Modell nun auch in Deutschland vertreten: Der im portugiesischen Cascais vorgestellte Kleinwagen Funky Cat wird wie Mitsubishi hierzulande von der Emil-Frey-Gruppe vertrieben, fährt vollelektrisch, ist ab 38 990 Euro zu haben – und sieht nicht nur auf den ersten Blick irgendwie aus wie ein etwas zu heiß gewaschener kleiner VW-Beetle-Käfer.

Mehr als nur standesgemäß

Das Auto: Der Name bedeutet übersetzt soviel wie Punk-Katze. Die Verarbeitung des Funky Cat – nur 4,23/4,25 Meter lang, 1,82/1,84 Meter breit, 1,60 Meter hoch, Radstand 2,65 Meter, Kofferraum hinter schmaler Öffnung immerhin noch 228 bis 858 Liter, sind die Rücksitze umgeklappt – wirkt solide, die Anmutung in Sachen Qualität für die Klasse, in der er unterwegs ist, mehr als nur standesgemäß. Vorn ist noch einigermaßen Platz vorhanden. Im Fond des Fünftürers mit fünf Sitzen, der leer 1615/1655 Kilo auf die Waage bringt, geht es jedoch beengter zu. Auch ist die Sicht nach hinten eingeschränkt. Zur Eingewöhnung in die Bedienung des Digitalcockpits sollte man sich anfangs etwas Zeit nehmen.  

Mit 48- oder 63-Kilowattstunden-Akku

Der Antrieb: Der Elektromotor leistet 126/171 kW/PS. Sein maximales Drehmoment liegt bei 250 Newtonmetern. Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 beträgt laut Datenblatt je nach Batterie 8,3 oder 8,2 Sekunden. Die höchste Geschwindigkeit wird bei 160 Stundenkilometern erreicht. Der Antrieb erfolgt über ein Automatikgetriebe auf die vorderen Räder. Zwei Batteriegrößen stehen zur Wahl. Die eine mit rund 48, die andere mit rund 63 Kilowattstunden Kapazität. Den Verbrauch geben die Chinesen kombiniert nach WLTP mit 16,5 bis 16,8 Kilowattstunden pro 100 Kilometer an, die Reichweite mit 310 bis 420/400 Kilometer. Bei 11,0 beziehungsweise 64,0/67,0 Wechsel-/Gleichstrom-Ladeleistung soll das Laden je nach Anschluss 43/48 Minuten für 15 bis 80 Prozent bis 5,5/6,5 Stunden dauern.

Unterm Strich ziemlich sportliches Fahrgefühl

Das Fahren: Der Funky Cat vermittelt ein ziemlich sportliches Fahrgefühl. Einfach den Getriebewählhebel auf D(rive) drehen – und schon geht’s munter los. Die Durchzugskraft reicht vollkommen aus, den relativ leichten Ora in Schwung zu bringen. Er folgt spursicher seiner Bahn. Das Fahrwerk federt bei aller Sportlichkeit unterm Strich immer noch ausreichend komfortabel. Dass der Akku im Fahrzeugboden platziert ist, verbessert Handling und Agilität, indem sich der Schwerpunkt des Wagens so noch mehr nach unten verlagert. Die elektrische Servolenkung könnte direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. Beim Verbrauch dürften Werte schon mehr Richtung 20 Kilowattstunden realistisch sein.

Bis hoch zur GT-Variante

Die Ausstattung: Fünf Lines gibt es. Sie heißen 300, 300 Pro, 400 Pro, 400 Pro+ und GT. Im Basispaket enthalten sind etwa schon LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, 10,25-Digitalcockpit, 10,25-Zoll-Infotainment mit „Over the air-Updates“, Navigation, „vegane“ Ledersitze, Gesichtserkennung, Sprach-, Aufmerksamkeits-, Müdigkeits-, Stau-, Spurhalte-, Querverkehrsassistenz hinten mit Notbremsfunktion, Totwinkelwarner, adaptiver Geschwindigkeits- und Abstandstempomat, Einparkhilfe hinten, 360-Grad-Rundumsichtkamera und 18-Zoll-Leichtmetallräder. Zum Grundumfang in den Stufen darüber gehören etwa drahtloses Smartphone-Laden, dann elektrische Heckklappe, automatische Rückfahr-, automatische Parkassistenz und Panorama-Glasschiebedach sowie Stoßfänger, Grill und Dachspoiler im speziellen GT-Design, Autobahn-, Querverkehrsassistent vorn mit Notbremsfunktion zum Grundumfang.

Fröhlicher Begleiter

Alles in allem: Eine Katze steht im Chinesischen für Begleiter. Was das mit fröhlicher Zweifarblackierung, Kulleraugen-Front, rundlichem Heck, dazu mit vielen technischen Finessen wie Kameraüberwachung des Fahrers und wertigen Materialien versehene Ora-Cat-Car betrifft, kann es in Sachen Verarbeitung und Anmutung punkten. Der Antrieb ist modern. Die Ausstattung mit Blick auf elektronische Hilfen in puncto Sicherheit und Komfort kann sich sehen lassen, auch wenn die die Aufmerksamkeit des Fahrenden überwachende Assistenz schon bei kleinsten Abweichungen in diesem Fall hin und wieder nervt. Zudem sind fünf Jahre Garantie, die der Hersteller auf den Wagen gibt, ein Wort. Ja, die Chinesen können durchaus Qualität, aber auch zu einem hohen Preis.

Datenblatt

Motor: Elektro. Leistung: 126/171 kW/PS. Maximales Drehmoment: 250 Newtonmeter. Beschleunigung: 8,3/8,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 160 Stundenkilometer. Antrieb: Front. Getriebe: Automatik. Verbrauch: Laut Ora kombiniert nach WLTP 16,7, 16,5/16,8 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Batteriekapazität (brutto/netto): 47,8/45,4, 63,1/59,3 Kilowattstunden. Reichweite: 310, 420/400 Kilometer. Ladeleistung (Wechsel-/Gleichstrom): 11,0/64,0/67,0 Kilowatt. Ladedauer: Je nach Anschluss 43, 48 Minuten für 15-80 Prozent bis 5,5, 6,5 Stunden. Grundpreis: 38 990, 40 990 Euro (48-Kilowattstunden-Akku), 44 490-49 490 Euro (63-Kilowattstunden-Akku).

KoCom/Fotos: Ora

26. Mai 2023

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