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Gut Hermannsberg, Nahe

by admin

Im liebevoll restaurierten Gästehaus ist früher der Weindomänenrat untergebracht gewesen

Von Günther Koch/Life-Magazin

Gut und Gästehaus liegen idyllisch inmitten von Weinbergen. Fotos: Koch

Niederhausen – Weingut, Gästehaus, Restaurant: Mit Gut Hermannsberg in Niederhausen, eine in der Tat kleine, schöne versteckte Perle an der mittleren Nahe in Rheinland-Pfalz, setzen wir in loser Folge die Reihe von Vorstellungen ausgewählter nationaler und internationaler Möglichkeiten der Beherbergung fort, begleitend diesmal wieder mit Geschichten über Sehenswertes aus sowie über Keller und Küche in einer noch immer nicht ganz so bekannten Region.

Die Unterführung gibt den Blick frei auf erste Weinlagen des Guts bei Niederhausen an der Nahe.

Gästehaus & Lage

Bei Gut Hermannsberg, das seit 2010 als solches firmiert und bei dem auch Götterbote Hermes, in der griechischen Mythologie Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, Kaufleute und Hirten, durchaus Pate gestanden haben könnte, indem vermutet wird, dass der Name auf eine alte Kultstätte verweist, handelt es sich um eine ehemalige, vormals 1902 gegründete Königlich-Preußische Weinbaudomäne, die in den 1990er-Jahren privatisiert und 2009 von den jetzigen Eigentümern, der Familie Reidel, übernommen worden ist. Das Gut liegt samt Gästehaus eingebettet im wildromantischen Tal der Nahe inmitten von steilen Weinbergen zwischen schroffen Felsen und bewaldeten Hügel. Hermannsberg ist Gründungsmitglied des Verbands deutscher Prädikatsweingüter. Alle sieben Terroirs, die sich über 30 Hektar verteilen, sind mit der höchsten Qualitätsstufe „Große Lagen“ zertifiziert. Experten zählen sie zu den besten Riesling-Lagen der Welt.

Die Einfahrt zur vormaligen Königlich-Preußischen Weinbaudomäne. Das Gründungsjahr ist 1902.

Unterbringung & Flair

Das mit viel Gespür fürs Detail liebevoll renovierte und zum Ort der Entspannung umfunktionierte Gästehaus ist aus dem 1910 als Teil der Königlich-Preußischen Weinbaudomäne erbauten Gutsdirektoren- und Domänenrats-Wohngebäude entstanden. Die elf Doppelzimmer, Appartements und Suiten tragen Namen wie Kertz, Melaphyr, Tonschiefer, Kupfergrube, Rhyolith, Hermannshöhle, Felsenberg, Hermannsberg, Bastei, Porphyr und Steinberg, nehmen Bezug auf die Böden und einzelne Lagen. Schon die fünf Doppelzimmer bieten Komfort in stilvoll eingerichteten Räumen mit unverstelltem Blick auf die umgebende Weinlandschaft. Die größeren verfügen zusätzlich über gemütliche Sitzecken. In den vier Appartements findet sich Platz für bis zu vier Personen mit getrennten Wohn- und Schlafbereichen. Die zwei Suiten sind noch exklusiver. Alle haben Bad mit Dusche und WC, Satelliten-Fernsehen, Telefon und W-LAN. Zusätzlich sind manche mit Kamin, Weinkühlschrank, Eckbadewanne oder Privatterrasse ausgestattet. Der historische Rotenberg-Raum im Erdgeschoss ist fürs abendliche Beisammensein in größere Runde gedacht. Zum gepflegten Garten gehört ein modernes Sonnendeck.

Vom Gut geht der Blick hinunter ins Tal der Nahe nach Oberhausen. Seitlich ist ein Turm zu sehen.

Küche & Keller

Im ebenfalls sanierten alten Kellereigebäude sind heute Vinothek und Restaurant untergebracht. Im Rahmen des neuen gastronomischen „Fine Dine & Wine“-Konzepts geht es um „entspannte Mittag- und feine Abendessen“. Küchenchef Florian Müller setzt dabei von Donnerstag- bis Samstagabend auf saisonale, in drei oder vier Gängen bestellbare raffiniertere oder ausgefallenere Menüs größtenteils mit regionalen Produkten, serviert zum Wein vom Gut zudem Samstag- und Sonntagmittag kleinere Speisen wie „Hermanns Burger“ als gezupfte Lammkeule im Burgerbrötchen mit Rotkrautsalat, Süßkartoffelsticks und Dips. Einmal im Monat finden die Weinschmecker-Wochenenden mit saisonalen oder themenbezogenen Fünf-Gang-Menüs statt, die auf die Sekte und trockenen, feinherben oder fruchtsüßen Guts-, Orts- und „Große Lagen“-Rieslinge von Kellermeister Karsten Peter abgestimmt werden, angefangen vom 7 Terroirs über Rotenberg, Steinberg, Felsenberg, Bastei bis hin zu Hermannsberg-, Schiefer-, Kupfergrube- und Vulkan-Reserve.

Schon auf dem Gut selbst gibt es interessante Fotomotive. Blick ins Hermannshöhlen-Zimmer, …

Wohlgefühl & Aktivitäten

Vom Gut aus lässt sich die Region zwischen dem Bostalsee im Saarland und dem Rhein bei Bingen einschließlich Hunsrück eigentlich ziemlich leicht erkunden. Sie eignet sich insbesondere für Entdecker, Genießer und Individualisten, vor allem für (Wein-)Wanderer und Radfahrer. Ausflüge lohnen etwa nach Bad Kreuznach (Bäderhaus, Salinental-Freiluftinhalatorium, Crucenia-Thermen, Museum für Puppentheaterkultur), Bad Münster am Stein (Rotenfels-Steilwand), Bad Sobernheim (Freilichtmuseum, Barfußpark), Ebernburg (Burg, Künstlerbahnhof), Idar-Oberstein (Steinkaulenberg-Minen, Edelsteinmuseum, Felsenkirche) und Kirn („Klein Venedig“). Draisinen-, geführte Segway-Touren, Golfen (Club Nahetal, Club Rheinhessen, Club Stromberg) und Wellness sind in unmittelbarer Nähe möglich. In Niederhausen selbst, direkt an einem Stausee gelegen, gibt es eine Farm mit Rentieren, mit denen man wandern kann. In der Gemarkung findet sich mit dem Schmittenstollen am Lemberg zudem ein historisches Quecksilberbergwerk, das für Besucher zugänglich ist.

… das mit Blick auf den gepflegten großen Garten stilvoll eingerichtet ist wie die andern auch. 

Preise & Anreise

Die Pro-Nacht-Zimmerpreise im Gästehaus des Guts reichten zuletzt von 155 Euro für das kleine Doppelzimmer über 180 Euro für das große und 195 Euro für das Appartement bis hin zu 210 Euro für die Suiten. Die Übernachtungsspecials für einen Kurzurlaub an der Nahe waren pro Person im Doppelzimmer zuletzt ab 105 Euro („Pre-Weekend“ für einen früheren Start ins Wochenende), ab 198 Euro („Eine Woche Auszeit“ für Erholung und Entspannung) sowie ab 238 Euro („Kulinarisches Wochenende“ für Wein und Kulinarik) zu haben. Nach Niederhausen an der mittleren Nahe reist man mit dem Auto am besten über die Autobahnen A60 aus Richtung Mainz oder die A61 aus Richtung Koblenz oder Richtung Mannheim/Ludwigshafen bis zur Abfahrt Bad Kreuznach und dann weiter über die B41 und die Landestraße 236 an. Die Bahn führt vom Knotenpunkt Bad Kreuznach direkt an Niederhausen vorbei. Nächst größerer Flughafen ist zuletzt der etwa 60 Kilometer entfernte in Hahn im Hunsrück gewesen. Bis zu dem in Frankfurt/Main sind es etwa 85 Kilometer.

Die Vinothek mit Übersicht der einzelnen Weinlagen an der Wand dient zugleich als Restaurant.

Information

Gut Hermannsberg, ehemalige Weinbaudomäne, 55585 Niederhausen/Nahe, Telefon 06758-92500, www.gut-hermannsberg.de.

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Im Rahmen unserer „Deutschland ist schön“-Serie über die Nahe sind nunmehr erschienen: Fluss, Felsen, Wein: Über die Region I Mehr Wilde Romantik: Über die Region II Mehr „Ganz oben“: Der Weinbau in der Region Mehr Trotzdem filigran: Die Küche in der Region Mehr Mineralisch spannend: Ein erster Ausblick auf den neuen Weinjahrgang 2021 Mehr

KoCom/Fotos: Günther Koch

22. Oktober 2021

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