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Auto im Alltag

Kia Sportage

by admin

Diesmal im Test als 136-PS-Mildhybriddiesel GT-Line

Von Günther Koch/Life-Magazin

Den aktuellen Sportage hat Kia modellgepflegt bei uns seit 2018 im Handel. Fotos: Koch

Die Konkurrenz schon allein aus Asien ist groß, reicht etwa von Hondas CR-V über Hyundais Schwestermodell Tucson, den Mazda CX-5, den Mitsubishi ASX, den Nissan Qashqai und den Suzuki Vitara bis zu Toyotas RAV4. Hinzu kommen deutsche Wettbewerber wie Ford Kuga, Opel Crossland X und VW Tiguan: Wir haben den Sportage von Kia jetzt als mittleren Diesel mit 48-Volt-Mildhybridtechnologie, mit Automatikgetriebe und Allrad in GT-Line-Ausführung zur Probe gefahren.

Außen & Innen

Die vierte Generation ist bei uns seit 2016 auf dem Markt, hat 2018 eine Modellpflege mit einem von den Stoßfängern über Scheinwerfer, Rückleuchten und Chromleisten bis hin zu den Leichtmetallfelgen nachgeschärftem Äußeren spendiert bekommen. Es gibt neue Farben. Das Lenkrad ist neu. Die Instrumenteneinheit hat sich etwas verändert. Der rahmenlose Achtzoll-Touchscreen wirkt gefällig. Auf 4,48 Metern Länge fährt der Sportage solide verarbeitet vor, mutet für das untere Mittelklasse-SUV-Segment recht wertig an. Bei 2,67 Metern Radstand ist selbst im Fond noch ganz ordentlich Platz vorhanden. Das Gepäckabteil fasst 439 bis 1428 Liter, ist damit aber kleiner als das der Benziner. Die coupéhafte Dachlinie schränkt die Sicht nach hinten etwas ein. Das weitgehend übersichtliche Cockpit macht die Bedienung dagegen leicht.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn über dem „Tigernasen“-Kühlergrill.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Vierzylinder handelt es sich um einen kultivierteren 1,6-Liter mit 136 PS und durchzugsstärkeren 320 Newtonmetern ab 2000 Touren. Der nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d-Temp freigegebene Selbstzünder beschleunigt diesen Kia in 12,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, schafft 180 Stundenkilometer Spitze. Eine sehr gut abgestufte Siebengang-Doppelkupplungsbox überträgt die Kraft auf die Räder. Beim elektrifizierten Mildhybrid mit 48-Volt-Technologie sorgt ein riemengetriebener Generator dafür, dass der Motor schneller und komfortabler startet. Schon ab Tempo 30 wird Sprit gespart. Anfahren und Beschleunigen werden drehmomentmäßig unterstützt. Bremsen und freies Ausrollen erlauben, Energie zurückzugewinnen. Bis zu zehn Prozent weniger Verbrauch sollen möglich sein. Die in Verbindung mit der Stopp/Start-Spritsparfunktion zumindest im Datenblatt angegebenen maximal 4,9 Liter Mixverbrauch, ermittelt nach realistischeren WLTP-Messverfahren, haben wir nicht erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und moderaten Autobahnfahrprofilen immer noch akzeptable 5,4 Liter angezeigt.  

Unter der Haube ist ein 1,6-Liter-Selbstzünder am Werk. Im Cockpit geht es recht übersichtlich zu.

Dynamik & Sicherheit

Der Turbodiesel schiebt den leer in diesem Fall doch bis zu 1821 Kilo schweren Frontantriebler, der Lasten bis 1600 Kilo ziehen kann, beim Tritt aufs Gaspedal alles in allem noch flott voran. Es gibt verschiedene Fahrmodi. Das Fahrwerk im GT-Line wirkt sportlich, könnte etwas komfortabler federn, die elektronisch unterstützte Lenkung direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. Der elektronisch geregelte Allrad mit automatischer Kraftverteilung erhöht mit der Traktion die Stabilität beim Fahren, erlaubt zudem Ausflüge in leichtes Gelände. Unter anderem Müdigkeits-, Frontkollisions-, Totwinkelwarner, dazu Spurhalteassistenz mit Lenkkorrektur, Spurwechselhilfe, Verkehrszeichenerkennung und Gegenlenkunterstützung tragen im GT-Line zum höheren Standard-Insassenschutz bei.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit dem Modellschriftzug hinten.

Serie & Extras

Bei GT-Line als der zweihöchsten von insgesamt sechs Ausstattungen gehören etwa schon LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment, Digitalradio, Achtzoll-Touchscreen, Navigation, Smartphone-Einbindung, Tempomat samt Begrenzer, Rückfahrkamera, Stoff-/Kunstlederbezüge, Multifunktionslederlenkrad mit unten abgeflachtem Kranz, Aluminium-Sportpedale, Lenkrad-, Sitzheizung und 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 245er-Reifen zum Grundumfang. Die Liste aufpreispflichtiger Sonderwünsche reicht hier etwa vom kabellosen Smartphone-Laden für 120 Euro über bis zu 790 Euro teure Außenfarben, Panorama-Glasschiebedach für 990 Euro und Leder für 1490 Euro bis zum Technologiepaket mit sensorgesteuerter elektrischer Heckklappe für bis zu 1890 Euro hinauf.   

Das Gepäckabteil fasst 439 bis 1428 Liter. Und so sieht das SUV-Kompaktmodell von der Seite aus.

Preis & Leistung

Die Anschaffung – Testwagen-Grundpreis 39 440 Euro – ist sicher kein Schnäppchen. Dafür fährt ein gefälliges, geräumiges, dazu einigermaßen sportliches und als Mildhybrid dazu noch etwas effizienteres Kompakt-SUV-Modell vor. Kias sieben Jahre Garantie sind auch hier ein Wort. Ab 22 890 bis 45 490 Euro ist der Sportage noch als Benziner mit 132 und 177 sowie als Diesel mit 115 und 185 PS zu haben. Auch reiner Frontantrieb ist möglich.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 1,67 Liter. Leistung: 100/136 kW/PS. Maximales Drehmoment: 320/2000-2250 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 12,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 180 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 5,4 Liter pro 100 Kilometer, 130-125 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 4,9-4,7 Litern Mixverbrauch. Grundpreis: 39 440 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

31. August 2020

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