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by admin

Toyota lässt Auris wieder als Corolla vorfahren / Kompaktmodell startet im April

Von Günther Koch/Life-Magazin

Toyotas neuer Corolla, hier als 1,8-Liter-Fließheck-Hybrid mit 122 PS. Fotos: Koch

Canyamel – Alter Name, neues Modell: Toyota hat aus dem Auris wieder den Corolla gemacht, tritt damit ab April zu Einstiegspreisen ab 20 990 Euro im besonders hart umkämpften VW-Golf-Kompaktsegment neben Ford Focus und Opel Astra auch gegen asiatische Konkurrenten wie Honda Civic, Hyundai i30, Kia Ceed und Mazda3 an. 

Zwölfte Generation

Das Auto: Der Corolla/Auris-Tausch 2006 ist damals sogar bei Experten auf viel Unverständnis gestoßen, war Corolla als Name doch überall erfolgreich eingeführt, stand und steht zudem nach wie vor mit mittlerweile bis zu 46 Millionen produzierten Einheiten seit 1966 für das meistverkaufte Auto der Welt. Die zwölfte Generation kommt stämmig-flach und kantiger als durchaus eleganterer Fließheck-Fünftürer und Touring Sports genannter Kombi sowie, bei uns aber nicht ganz so wichtig, als Limousine mit ziemlich flotter Linienführung auf 4,37 bis 4,65 Metern Länge solide verarbeitet daher, mutet für die untere Mittelklasse recht wertig an. Platz ist bei 2,54 bis 2,70 Metern Radstand selbst im Fond noch ganz ordentlich vorhanden. Die Gepäckabteile fassen 361/313, 598/581 und 471 Liter. Die Rundumsicht ist besser. Im übersichtlicheren Cockpit wünscht man sich die Infotainmentbedienung samt Navigation noch immer etwas intuitiver.    

Schon die Front wirkt dynamischer. Das Markenlogo ragt vorn in den Kühlergrill hinein.

Gleich mit fünf Lines

Die Ausstattung: Schon das Basismodell ist neben LED-Scheinwerfern, Klimaanlage, CD-Radio und Tempomat mit einer Reihe aktiver Sicherheitssysteme bestückt. Beim Comfort gehören Zweizonen-Klimaautomatik, Multimedia, Rückfahrkamera, beheiztes Lederlenkrad, Stopp-&-Go-Funktion sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder mit 205er-Reifen zum Grundumfang. Die Business Edition für Gewerbekunden hat zusätzlich etwa Digitalradioempfang und Navigation an Bord. In Club-Ausführung fährt der Corolla, was im Englischen Blumenkrone bedeutet, mit Bi-LED-Leuchten und 17-Zöllern mit 225er-Reifen vor. Die Lounge-Version findet sich mit Matrix-LED, Totwinkelwarner, Rückfahrassistenz, Einparkhilfe, Teilleder, Sportsitzen und 18-Zöllern in der Liste.

Blick unter die Haube auf den Vierzylinder-Benziner. Im Cockpit geht es übersichtlicher zu.

Zwei Hybrid, ein Benziner

Der Antrieb: Zwei bei 27 390 Euro beginnende 1,8- und 2,0-Liter-Vierzylinder-Hybridbenziner mit 122 und 180 PS Systemleistung samt elektrischem Motorgenerator sowie ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 114 PS stehen zur Wahl, alle nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d-Temp eingestuft. Sie machen die drei Frontantriebler in der Spitze 180 bis Tempo 200 schnell. Bei den Hybriden ein Planeten-, beim Verbrenner ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder ein Multidrive-Automat übertragen die Kraft auf die Räder. In Verbindung damit geben die Japaner den Mixverbrauch nach bisherigem Zyklus mit 3,3 bis 3,7, beim Verbrenner mit 5,2 bis 5,8 Litern an, zumindest im Datenblatt.  

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers. Modellschriftzug am Heck.

Mit verschiedenen Modi

Das Fahren: Wir sind im verbesserten 1,8-Liter- und im neuen 2,0-Liter-Hybrid unterwegs gewesen. Deren Bordcomputer haben bei uns am Ende nach normalen Orts-, kurvenreicheren Landstraßen- sowie eher moderateren Autobahnfahrprofilen 4,7 und 6,5 Liter angezeigt. Die neue Plattform, auf der auch Prius und C-HR entstehen, ermöglicht dank niedrigerer Sitzposition und tieferem Schwerpunkt im Verbund mit der Mehrlenker-Hinterachse ein agileres Fahrgefühl mit optimiertem Handling, mehr Fahrstabilität und Komfort. Mit adaptivem und variablem Fahrwerk regelt das System die Dämpfung sogar an jedem Rad individuell, passt sie zudem an verschiedene vorwählbare Fahrmodi an. Die elektrisch unterstützte Servolenkung gibt direktere Rückmeldung von der Straße. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, sorgen für standfeste Verzögerung.    

Das Gepäckabteil des kleineren Fließheck-Hybrid fasst 361 Liter. So sieht der Corolla als Kombi aus.

Nicht (mehr) langweilig

Alles in allem: Als erste Modelle der Marke bieten die Japaner für Fließheck und Kombi gleich zwei Hybridmotorisierungen an,, wobei der neue 2,0-Liter der etwas spritzigere, der Touring Sports zweifellos der noch nutzwertigere ist, während der reine Benziner eher für den Einstieg in die weltweit eingesetzte Baureihe steht. Chefingenieur Yasushi Ueda weiß, „dass Toyota und dem Corolla in einigen Regionen zuweilen ein – sagen wir mal – etwas langweiliges Image unterstellt wird“. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Japaner dieses Bild mit Blick etwa auf Design und Fahrleistungen der Neuauflage durchaus umkehren können. Alles ist möglich! Corolla sei Dank. Als nächstes holt Toyota sogar den überaus formschön gewordenen Camry auch nach Deutschland wieder zurück. 

Datenblatt

Motor: Zwei Vierzylinder-Hybridbenziner, ein Vierzylinder-Turbobenziner. Hubraum: 1,8, 2,0, 1,2 Liter. Leistung: (System) 90/122,  (System) 132/180, 85/114 kW/PS. Maximales Drehmoment: 142/3600, 190/4400-5200, 185/1500-4000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: Je nach Variante 8,1 bis 11,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 180 bis 200 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Toyota nach bisherigem Messverfahren  Mixverbrauch pro 100 Kilometer 3,3 bis 3,7 Liter (Hybrid), 5,2 bis 5,8 Liter (Verbrenner) und 100 bis 106, 132 bis 143 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer nach realitätsnäherem Zyklus. Preis: 20 990 bis 34 490 Euro (Fünftürer), 22 190 bis 36 090 Euro (Touring Sports), 27 990 bis 28 690 Euro (Limousine). 

KoCom/Fotos: Günther Koch

15. Februar 2019

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