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Stern des Nordens

by admin

Volvo stärkt Polestar mit der S60-Limousine und dem V60-Kombi als Performance-Marke

Von Günther Koch/Life-Magazin

Im Volvo-Polestar-Doppelpack: S60 Limousine (links), V60 Kombi. Foto: Koch

Salzburg/Kals – „Man könnte es vielleicht auch so erklären“, sagt Niels Möller, Chef der Volvo-Performance-Marke, „Polestar ist der Nordstern.“ Den im Süden gibt es geographisch gesehen im Automobilbereich bereits. Es ist der von Mercedes, der Marke, mit der die Schweden neben Audi und BMW im Premiumbereich gern als nordisch-coole Alternative verglichen werden.

Seit 2015 im Besitz der Schweden

Die Partnerschaft zwischen dem Automobilhersteller und dem Motorsportspezialisten, der seit 2015 nun auch im Besitz von Volvo ist, gibt es seit 20 Jahren schon. Mit der Kompaktlimousine S60 Polestar, die 380 Liter Gepäck fasst, und der Kombivariante V60 Polestar, die über einen 430 bis 1241 Liter großen Kofferraum verfügt, haben die Schweden jetzt im Umfeld vergleichbarer Audi-S-, BMW-M- und Mercedes-AMG-Modelle die bislang „sportlichsten Fahrzeuge unserer Unternehmensgeschichte“ auf die Räder gestellt, betont Olaf Meidt bei der Fahrvorstellung im österreichischen Kals am Großglockner, Motto „Von der Rennstrecke auf die Straße“.

Start 2009 mit Optimierungen für Serienfahrzeuge

Angefangen hat es 2009 mit den ersten Performance-Optimierungen für Serienfahrzeuge, mit denen seitdem die Leistung der Turbomotoren von Volvo-Modellen gesteigert werden kann, erzählt Polestar-Chef Möller. Das entsprechende Software-Update ist demnach aktuell in über 60 Ländern und für mehr als 150 unterschiedliche Varianten der Volvo-Benziner und -Diesel verfügbar. Weltweit haben laut Möller vom nicht mehr gebauten C30 bis zu den neuen 90er-Modellen rund 100 000 Fahrzeuge die Kraftkur erhalten. Die Systemleistung des Achtzylinder-Plug-in-Hybrid-SUV XC90 ist dadurch auf 421 PS gestiegen, was ihn zum bisher „kraftvollsten Volvo“ gemacht hat. 

Volvo S60 Polestar, hier als Limousine. Fotos: Koch
Volvo S60 Polestar, hier als Limousine. Fotos: Koch
Volvo S60 Polestar: Das Markenlogo sitzt vorn im Kühlergrill.
Volvo S60 Polestar: Das Markenlogo sitzt vorn im Kühlergrill.
Volvo S60 Polestar: Blick unter die Haube auf den 367-PS-Vierzylinder-Turbobenziner.
Volvo S60 Polestar: Blick unter die Haube auf den 367-PS-Vierzylinder-Turbobenziner.
Volvo S60 Polestar: Auch im Cockpit geht es sportlich zu.
Volvo S60 Polestar: Auch im Cockpit geht es sportlich zu.

Spezielle Teile für mehr Fahrdynamik

Zur größeren Fahrdynamik tragen seit Frühjahr 2016 ebenfalls spezielle Performance-Teile bei. Neben Anbauten wie Heckspoiler, Diffusor und weiteren Designelementen sind unter anderem Sportfahrwerke und Abgasanlagen für den V40 sowie S60, V60 und XC60 erhältlich.

367 PS starker Vierzylinder-Turbobenziner

Wer will, kann aber auch gleich einen vollwertigen Polestar wie den entsprechenden S60 (mit 380-Liter-Kofferraum) und V60 (mit 430/1241-Liter-Kofferraum) ab 68 000 beziehungsweise 69 600 Euro ordern. Unterm Strich sind das nach Angaben Möllers rund 15 000 Euro mehr, als die jeweils teuersten Serienpendants kosten. Dafür ist er sehr gut grundausgestattet. Und ein Vierzylinder-Turbobenziner mit 367 PS und durchzugsstärkeren 470 Newtonmetern treibt in diesem Fall Limousine und Kombi an. Sie sind in unter fünf Sekunden auf Tempo 100 und in der Spitze 250 Stundenkilometer schnell.

Volvo S60 Polestar: Heck-/Seitenansicht.
Volvo S60 Polestar: Heck-/Seitenansicht.
Volvo S60 Polestar: So sieht die Limousine von der Seite aus.
Volvo S60 Polestar: So sieht die Limousine von der Seite aus.
Volvo V60 Polestar: Beim Kombi handelt es sich um die zweite Karosserievariante.
Volvo V60 Polestar: Beim Kombi handelt es sich um die zweite Karosserievariante.
Volvo V60 Polestar: Das Kombi-Gepäckabteil fasst 430 bis 1241 Liter.
Volvo V60 Polestar: Das Kombi-Gepäckabteil fasst 430 bis 1241 Liter.

Permanenter Allradantrieb

Eine sportliche Achtstufen-Automatik überträgt in den Permanentallradlern die Kraft auf die Räder. In Verbindung damit geben die Schweden den Mixverbrauch mit 7,8 und 8,1 Litern an, zumindest im Datenblatt. Bei unseren ersten Ausfahrten von Salzburg über Bischofshofen bis Kals hat der Bordcomputer am Ende nach meist flotteren Autobahn-, Landstraßen-, Serpentinen-, Bergauf- und Bergabfahrprofilen auf der Großglockner-Hochalpenstraße mit häufigeren Lastwechseln jeweils um die zehn Liter herum angezeigt.

Geringeres Gewicht besser verteilt

Im Vergleich zu früheren Polestar ist ebenfalls die Gewichtsverteilung verbessert worden. Die leer 1751 und 1796 Kilo schweren S60 und V60 bringen immerhin bis zu 20 Kilo weniger Gewicht auf die Waage, rechnet Polestar-Entwickler Henrik Fries vor. Die elektronisch unterstützte Servolenkung ist eigens für Polestar kalibriert. Die größeren Bremsen, vorn sogar geschlitzte, zweiteilige Schwimmscheiben für ein noch kräftigeres Zupacken, sind innenbelüftet. Zum sportlicheren Fahrerlebnis tragen ebenfalls, ohne es mit der Härte zu übertreiben, die einstellbaren Stoßdämpfer und die strafferen Federn bei.

Für mehr Emotion

Alles in allem: Beide Polestar bilden technisch die Grundlage für Volvos aktuelle Rennwagen in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft, in die die Schweden in diesem Jahr zurückgekehrt sind. Um das große Verkaufsvolumen geht es freilich auch bei den Straßenversionen nicht. „Aber damit“, so Polestar-Chef Möller, „können wir die Marke sicher weiter emotionalisieren.“ Rund 1500 Einheiten sind bislang pro Jahr geplant, „was jedenfalls schon eine Verdopplung wäre“. Und zehn Prozent der Produktion sollen nach Deutschland gehen. Bis 2020 soll das Polestar-Gesamtvolumen auf rund 5000 Einheiten steigen. Immerhin.   

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung: 270/367 kW/PS. Maximales Drehmoment: 470/3100-5100 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 4,7/4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 250 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Volvo Mixverbrauch 7,8/8,1 Liter pro 100 Kilometer, 179/186 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 68 000 Euro (S60 Polestar), 69 600 Euro (V60 Polestar).

KoCom/Fotos: Günther Koch

1. September 2016

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