Mittwoch, 2. Dezember 2020

FB Logo für GK 1

  • A IAA 2019 Studie 005
  • A IAA 2019 Studie 001
  • A BMW Concept 4
  • A IAA 2019 Studie 003
  • A IAA 2019 Studie 004
  • A IAA 2019 Studie 006
  • GALERIA STUDIEN: EQ Silver Arrow nennt sich die Mercedes-Silberpfeil-Vision. Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Der Hyundai 45 ist ein elektrisches Coupé-Konzeptfahrzeug. Foto: Günther Koch.
  • GALERIA STUDIEN: Zeigt der BMW Concept 4 schon den Elektro-i4? Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Auch die Cupra-Hochleistungsstudie Tavascan steht unter Strom. Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Audis AI Trail stellt die Konzeptstudie eines Elektro-Offroaders dar. Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Die spaßige Elektro-Strandauto-Studie von VW nennt sich ID.Buggy. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

Forscher Forscher

Ford kann Explorer jetzt in den Handel bringen / Großes Allrad-SUV aber nur als Plug-in-Hybrid zu haben

Von Günther Koch/Life-Magazin

Mit elektrifizierter Doppelherz-Kraft leistet der Explorer im System 457 PS. Fotos: Koch

Ismaning – Seit Ende 2019 ist er schon bestellbar, aber erst jetzt hat Ford coronabedingt mit der Auslieferung beginnen können: Mit dem markenintern noch über dem Edge angesiedelten Explorer rundet der Autobauer bei uns seine SUV-Palette nach oben ab, tritt mit ihm im Bereich der Volumenhersteller gegen Konkurrenten wie Hyundai Santa Fe oder Kia Sorento an, hat ihn zu Einstiegspreisen ab 76 000 Euro bei den Händlern stehen. 

Sechste Generation

Das Auto: Den Explorer, englisch für Forscher, gibt es in Nordamerika seit 1990. Er läuft in den USA vom Band. Die sechste Generation, mit der Ford nun auch in Europa vertreten ist, kommt auf 5,06 Metern Länge solide verarbeitet daher, mutet für die gehobenere Mittelklasse in Sachen Wertigkeit standesgemäß an. Die Neuauflage wirkt im Seitenprofil sportlicher. Der Achsüberhang vorn ist kürzer. Die Dachlinie fällt nach hinten etwas dynamischer ab. Die Auspuffanlage besteht aus vier Endrohren aus poliertem Edelstahl. Die Seitenschweller sind mit Kontrasteinsätzen versehen. Man sitzt höher, genießt ordentliche Rundumsicht. Platz ist bei 3,02 Metern Radstand selbst im Fond üppig vorhanden. Das Gepäckabteil fasst je nach Sitzkonfiguration für bis zu sieben Personen 240 bis 2274 Liter. Im insgesamt recht übersichtlich gestalteten Cockpit ist die Bedienung auch durch das Tablet-förmige Zentraldispaly rasch im Griff.

Blick auf die ziemlich bullig wirkende Frontpartie mit dem Markenoval vorn mittig im Kühlergrill.

Als ST-Line und als Platinum

Die Ausstattung: Ford bietet den Explorer bei uns in zwei Versionen an. Bei ST-Line gehören unter anderem schon LED-Scheinwerfer, zweiteiliges Panorama-Schiebedach, Dreizonen-Klimaautomatik, Multimedia-, Soundsystem, Vernetzung, Leder, eine ganze Sicherheits- und Komfortarmada moderner elektronischer Helfer bis hin zum Adaptivtempomat mit Stauassistenz, Stopp-&-Go-Funktion, Fahrspurpilot und Verkehrsschilderkennung, dazu elektrisch aus- und einfahrbare dritte Sitzreihe, elektrische Heckklappe und 20-Zoll-Leichtmetallräder mit 255er-Reifen zum Grundumfang. Das Platinum-Paket, mit dem der Explorer dann 1000 Euro teurer ab 77 000 Euro in der Liste steht, ist etwa mit Echtholz-Applikationen, speziellen Ziernähten und Einsätzen sowie farblich abgesetztem Kopfteil noch mehr in Richtung Luxus ausgelegt.   

Unter der Haube arbeiten ein Sechszylinder-Turbobenziner und ein Elektromotor zusammen. Das Cockpit ist übersichtlich.

Durchzugsstark mit 825 Newtonmetern

Der Antrieb: Motormäßig sind in diesem Fall ein nach der strengeren Abgasnorm Euro-6d-Temp freigegebener 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbobenziner mit 349 PS und ein 101-PS-Elektromotor miteinander kombiniert, die es im System auf eine Leistung von 457 PS und im Drehmoment wirklich durchzugsstarke 825 Newtonmeter bringen. Der Plug-in-Hybrid beschleunigt den leer doch über 2,4 Tonnen schweren Explorer in 6,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, macht ihn der Spitze bis zu 230 Stundenkilometer schnell. Eine über einen Drehschalter in der Mittelkonsole steuerbare Zehngang-Automatik überträgt gut abgestuft die Kraft auf die Räder. Die Lithium-Ionen-Batterie verfügt über eine Kapazität von 13,6 Kilowattstunden, die eine rein elektrische Reichweite von bis zu 44 Kilometer erlauben soll. In Verbindung mit der Stopp/Start-Spritspartechnik gibt Ford zumindest im Datenblatt einen nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren ermittelten kombinierten Verbrauch von nur 3,1 Liter an. Bei uns hat der Bordcomputer im Praxisbetrieb am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und lediglich kürzeren Autobahnfahrprofilen allerdings 4,7 Liter angezeigt.

Heck-/Seitenansicht des bis zu siebensitzigen Fünftürers mit dem Modellschriftzug hinten in einer Querstrebe aus Chrom.

Auch mit Offroad-Managementsystem

Das Fahren: Mit der Doppelherz-Kraft aus Verbrennungs- und Elektromotor kann der von seiner Größe her für viele zunächst vielleicht etwas behäbiger wirkende Explorer beim Tritt aufs Gaspedal immerhin dank seiner Leistung doch um einiges leichtfüßig-forscher zu Werke gehen. Er federt dabei immer noch komfortabel genug. Der aktive Geräuschausgleich trägt zu einem angenehmeren Fahrgefühl und dazu bei, mögliche akustische Störquellen auch von außen zu reduzieren. Der serienmäßige Allrad erhöht mit der Traktion zugleich die Stabilität beim Fahren. Reicht die Bodenhaftung aus, treibt er den großen Ford über die Räder hinten an, leitet, falls nötig, die Motorkraft aber auch automatisch an die vorn weiter. Vier E(lectric)V(ehicle)-Modi erlauben zu entscheiden, wann und wie man die in dem Akku gespeicherte Energie abrufen will. Das Offroad-Managementsystem passt den Wagen an sieben unterschiedliche Geländebedingungen von normal über sportlich, unbefestigte Straße, rutschig, Ladung/Anhänger, Eco und Schnee/Sand an. Die elektromechanische Servolenkung könnte direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu.

Das Gepäckabteil fasst je nach Sitzkonfiguration 240 bis 2274 Liter. Und so sie das große SUV-Modell von der Seite aus.

Luxuriöses Arbeitstier

Alles in allem: Der Explorer ist laut Ford das „meistverkaufte SUV Nordamerikas“. Als Plug-in kommt hinzu, dass er nun auch noch der stärkste Hybrid der Marke ist und eines von insgesamt 18 Modellen, die bis Ende 2021 in Europa nicht nur mit dem blauen Oval, sondern ebenfalls mit elektrifiziertem Antrieb auf den Markt kommen sollen. Trotz luxuriöserer Ausstattung könnte sich das Spitzenmodell dabei in der Tat bei Bedarf durchaus auch als Arbeitstier beweisen, wofür bis zu 694 Kilo Zuladung, bis zu 2,5 Tonnen Anhängelast und bis zu 5,6 Tonnen zulässiges Gesamtzuggewicht stehen. 

Datenblatt

Motor: Sechszylinder-Turbobenziner plus Elektromotor. Hubraum: 3,0 Liter. Leistung (Verbrenner/Elektromotor): 257/349, 75/101 kW/PS. Maximales Drehmoment (Verbrenner/Elektromotor): 555/3500, 300/1000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Systemleistung: 336/457 kW/PS. Systemdrehmoment: 825/2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 6,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 230 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Ford Mixverbrauch 3,1 Liter pro 100 Kilometer, 71 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Grundpreis: Je nach Ausstattung 76 000/77 000 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

23. Juni 2020