Montag, 17. Februar 2020

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Blinklicht

"Wir sehen Tempo 180 nicht als negativen, sondern als positiven Punkt an ... Volvo-Fahrer sind keine Rennfahrer."

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Flexibles Konzept

Mercedes lässt nun auch Sprinter vollelektrisch fahren / eCharging-Planer hilft bei Umstellung

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der eSprinter steht zunächst als Kastenwagen mit 3500 Kilo zulässigem Gesamtgewicht zur Verfügung. Fotos: Mercedes

Frankfurt/Main. „Wir freuen uns drauf!“ Volker Eggeling weiß um die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität inzwischen auch im gewerblichen Bereich. Seine Kunden im Vertriebsgebiet von Kassel im Norden bis hinunter nach Landau in der Pfalz fragten immer wieder danach, sagt der Transporter-Verkaufsleiter der Mercedes-Niederlassung jetzt bei der regionalen Fahrvorstellung des neuen Elektro-Sprinters in Frankfurt/Main.

Schon erste Auslieferungen

Gleich vorweg: Der nach dem Elektro-Vito zweite vollelektrische Nutzfahrzeug-Mercedes soll zwar noch vor Jahresende bei ersten Flottenbetreibern auf dem Hof stehen, während das Gros dann im Frühjahr folgt. Konkrete Preise hat der Hersteller überraschenderweise aber selbst beim Frankfurter Roadshow-Termin noch nicht genannt. Man werde sich da, heißt es bei Mercedes, „im Wettbewerbsumfeld“ bewegen, mit dem in diesem Fall wohl der Elektro-Crafter gemeint sein dürfte, den VW inzwischen, was den preislichen Einstieg betrifft, von anfangs fast 70 000 deutlich auf aktuell knapp 54 000 Euro gesenkt hat.

Blick auf die Frontpartie. Der Ladeanschluss befindet sich vorn unter dem Markenstern.

Teuerste Version bisher über 55 000 Euro

Zum Sprinter selbst, der - mit anderen Motoren ausgestattet und äußerlich leicht modifiziert - von 1996 bis 2016 vorübergehend sogar als Crafter angeboten worden ist: Den Kleintransporter gibt es seit 1995. Die dritte Generstion ist seit 2019 auf dem Markt. Neben dem Crafter sind Fiat Ducato, Ford Transit, dessen Elektro-Variante für 2021 angekündigt ist, Opel Movano und Renault Master weitere Konkurrenten. Der Sprinter fährt als Kastenwagen, Tourer und Fahrgestell mit Einzel- oder Doppelkabine vor. Vier Turbodiesel mit 114, 143 163 und 190 PS stehen zur Wahl. Der günstigste Sprinter ist ohne/mit Mehrwertsteuer ab 20 990/24 978, der teuerste ab 55 162/65 642 Euro zu haben.

Zumindest lokal schadstofffrei

Mit dem eSprinter, wie Mercedes ihn offiziell nennt, können Gewerbekunden künftig ähnlich wie beim ab 44 990/53 538 Euro teuren eVito zumindest lokal schadstofffrei Waren ausliefern, zur Baustelle fahren oder Servicearbeiten erledigen. Er ist mit einem flexiblen Batterie- und Nutzlastkonzept für unterschiedliche Kundenprofile konzipiert. Ein eCharging genannter Planer auf Webbasis, der das eDrive-Ökofahrsystem ergänzt, soll bei der Mobilitätswende in Fuhrparks helfen, indem er etwa Antworten auf Fragen gibt, was Flottenbetreiber alles bei der Umstellung auf den Elektrobetrieb berücksichtigen müssen: Wie sieht es mit Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz aus? Welches sind typische Fahrprofile, Einsatz-, Ladezeiten, Reichweiten? Können alle Fahrzeuge gleichzeitig auf dem Betriebshof geladen werden? Reicht die aktuelle Stromversorgung? Sind zusätzliche Installationen erforderlich? Wie sieht es überhaupt mit dem Investitionsbedarf aus und mit den Einsparungen?

Nach dem eVito ist der große Transporter Sprinter der zweite Mercedes-Nutzfahrzeug-Stromer.

Mit 3500 Kilo zulässigem Gesamtgewicht

Zunächst steht der eSprinter als Kastenwagen mit 3500 Kilo zulässigem Gesamtgewicht zur Verfügung. Wie bei der Variante mit Verbrennungsmotor beträgt sein maximales Ladevolumen 10,5 Kubikmeter. Der Elektroantrieb treibt die Vorderräder an, leistet wie der 114-PS-Einstiegsdiesel mit bis zu 295 Newtonmetern Drehmoment 85 Kilowatt. Die Reichweite mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 47 Kilowattstunden gibt Mercedes mit 168 Kilometern bei maximal 891 Kilo Zuladung an, die bei der zweiten Option, die auf andere Prioritäten bei den Einsatzkriterien ausgerichtet ist, mit 115 Kilometern bei nutzbaren 35 Kilowattstunden Kapazität, wobei im Gegenzug bis zu 1045 Kilo zugeladen werden können. Passend zum Einsatzzweck ist die Höchstgeschwindigkeit auf 80, 100 oder bis Tempo 120 konfigurierbar. Als Verbrauch finden sich 32,5 bis 37,1 Kilowattstunden so jedenfalls im Datenblatt. Dank integrierter Schnellladefunktion soll das Nachladen bis zu 80 Prozent schon innerhalb von 30 Minuten möglich sein.

Drei Fahrprogramme, vier Rekuperationsstufen

Der Grad der Rückgewinnung von Bremsenergie, die dann wieder in die Batterie eingespeist wird, ist über Schaltpaddel am Lenkrad in verschiedenen Rekuperationsstufen einstellbar. Sie reichen von der ersten, die das vorausschauende Fahren mit nur einem Pedal erlaubt, bis zur vierten, in der der Elektro-Sprinter „segelt“. Zudem lassen sich über einen Taster in der Mittelkonsole drei Fahrprogramme anwählen, mit denen man entweder besonders effizient oder doch komfortabler fährt, indem beispielsweise die Klimatisierung zugunsten einer höheren Reichweite angepasst wird.

Schon die nächsten Stromer im Blick

„Wir sind gewappnet, können loslegen“, hat Transporter-Verkaufsleiter Eggeling von der Frankfurter Mercedes-Niederlassung da von der Elektro-V-Klasse bis hin zum möglichen Elektro-Nachfolger des Citan wohl auch schon die nächsten vollelektrischen Versionen im Nutzfahrzeugbereich der Marke mit dem Stern im Blick.

Datenblatt

Motor: Elektro. Leistung: 85/114 kW/PS. Maximales Drehmoment: 295 Newtonmeter. Höchstgeschwindigkeit: Je nach vorgewählter Einstellung 80, 100 oder 120 Stundenkilometer. Maximales Ladevolumen: 10,5 Kubikmeter. Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 Kilo. Zuladung: 1045/891 Kilo. Nutzbare Batteriekapazität: 35/47 Kilowattstunden. Installierte Batteriekapazität: 41/55 Kilowattstunden. Stromverbrauch: 32,5 bis 37,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Ladeleistung: 7,4 Kilowatt (AC), serienmäßig 20, optional 80 (DC). Elektrische Reichweite: 120 bis 168 Kilometer. Ladezeit: Je nach Anschluss 30 Minuten für 80 Prozent bis 6 Stunden.

KoCom/Fotos: Mercedes

18. Dezember 2019