Sonntag, 28. November 2021

FB Logo für GK 1

  • A Audi Skysphere
  • A IAA 2019 Studie 005
  • A IAA 2019 Studie 001
  • A BMW Concept 4
  • A IAA 2019 Studie 004
  • A IAA 2019 Studie 006
  • GALERIA STUDIEN: Audis Skysphere stellt eine Oberklasse-Elektro-Roadster-Studie dar. Foto: Audi
  • GALERIA STUDIEN: EQ Silver Arrow nennt sich die Mercedes-Silberpfeil-Vision. Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Der Hyundai 45 ist ein elektrisches Coupé-Konzeptfahrzeug. Foto: Günther Koch.
  • GALERIA STUDIEN: Die BMW-Studie Concept 4 hat schon den Elektro-i4 angedeutet. Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Audis AI Trail stellt die Konzeptstudie eines Elektro-Offroaders dar. Foto: Günther Koch
  • GALERIA STUDIEN: Die spaßige Elektro-Strandauto-Studie von VW nennt sich ID.Buggy. Foto: Günther Koch

Blinklicht

"999"

Tempolimit-Anzeige in einem Kleinwagen bei unserem "Auto im Alltag"-Test. (gk)

"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Life oder Cargo

Opel setzt mit dem Combo als Pkw- und Nutzfahrzeug-Variante die Elektrifizierung der Marke weiter fort

Von Günther Koch/Life-Magazin

Den Combo, hier als Hochdachkombi, gibt es nun auch als Vollstromer. Fotos: Koch

Rüsselsheim – Den Combo gibt es, damals noch als Kadett/Corsa-Derivat, eigentlich schon seit 1986, und zwar als Hochdachkombi und als Kastenwagen. Die fünfte Generation ist mit dem französischen PSA-Konzern, heute Stellantis, entwickelt worden, steht – in Spanien gebaut – seit 2018 bei den Händlern, wobei die alle nahezu identischen drei Schwestermodelle Peugeot Rifter, Citroën Berlingo und Toyota Proace City dieselbe technische Basis verwenden. Aktuell findet sich der herkömmliche Combo in zwei Radständen als fünf- oder siebensitzige Pkw-Variante Life/Life XL ab 23 600, als Nutzfahrzeug-Variante Cargo/Cargo XL/Cargo Doppelkabiner je nach Zuladung ab 18 760/20 310 – und, gerade in Rüsselsheim vorgestellt, als neue Elektroversionen Combo-e ab 38 100 und Cargo-e ab 29 700 Euro im Programm, wobei nach Abzug der Umweltprämie bloß noch 28 530 beziehungsweise 20 700 Euro verbleiben.  

Geräumiger Van, praktischer Transporter

Das Auto: Die neuen Elektroversionen Combo Life/Life XL mit 2,78/2,97 Meter Radstand sind 4,40/4,75 Meter lang, bis zu 1,92 Meter breit und 1,84/1,88 Meter hoch. Ähnlich verhält es sich mit den vollelektrischen Cargo/Cargo-XL/Cargo-Doppelkabiner-Pendants, die sich aber beim Koffer-/Laderaumvolumen von 597/850 bis 2126/2693 Liter bei den Pkw- und 3,3/3,9/1,8 bis 3,8/4,4/4,0 Kubikmeter bei den Nutzfahrzeug-Varianten unterscheiden, deren Ladelänge 3,09/3,44/3,05 Meter und Zuladung bis zu 800 Kilo beträgt. Vom Äußeren her kommt auch der Elektro-Life als geräumiger Van für Familie, Freizeit und Beruf zwar nicht besonders windschlüpfrig, sondern eher etwas bulliger und robuster designt daher, zeigt sich aber überaus variabel bei den verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten, lässt sich zudem ziemlich leicht bedienen, be- und entladen, was auch für den Elektro-Cargo als nach wie vor eher praktisch-nüchterner, aber jetzt noch effizienterer Transporter für Handel und Handwerk mit zwei- oder dreisitzigem Cockpit oder als Doppelkabiner mit bis zu fünf Sitzplätzen gilt.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn in einer Chromspange oben im Kühlergrill.          

136 PS, Batterie mit 50 Kilowattstunden Kapazität

Der Antrieb: Der Verbrenner-Combo ist als Turbobenziner mit 110 und 130 sowie als Turbodiesel mit 102 und 130 PS zu haben, der Verbrenner-Cargo als Turbobenziner mit 110 sowie als Turbodiesel mit 76, 102 und 130 PS. Der vorn sitzende Elektroantrieb der neuen Varianten ist bereits aus dem Konzern bekannt. Er leistet 136 PS, ist im Drehmoment 260 Newtonmeter stark, beschleunigt die leer bis 1664/1738 Kilo schweren Combo-e Life/Combo-e Life XL in 11,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, macht sie elektronisch abgeregelt in der Spitze 135 Stundenkilometer schnell. Eine Automatik mit fester Getriebeübersetzung überträgt die Kraft auf die vorderen Räder. Die Batterie hat immerhin noch 50 Kilowattstunden Kapazität. Den Verbrauch gibt Opel im Mix mit 19,3 bis 20,0 Kilowattstunden an, zumindest im Datenblatt. Die Reichweite soll bis zu 280 Kilometer betragen, das Laden je nach Anschluss gut 30 Minuten für 80 Prozent des Akkus bis knapp über fünf Stunden, bis die Batterie wieder komplett voll ist.

Der Elektromotor sitzt bei dem Frontantriebler vorn. Das übersichtliche Cockpit wirkt schnörkellos.

Tiefer Schwerpunkt verbessert Fahreigenschaften und Straßenlage

Das Fahren: Bei unserer ersten Ausfahrt – wir sind in der Pkw-Variante unterwegs gewesen – hat der Bordcomputer am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und zügigeren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel 23,3 Kilowattstunden angezeigt. Durch ihre platzsparende Lage unter dem Fahrzeugboden senkt die Batterie den Schwerpunkt des Wagens, wodurch sich auch die Fahreigenschaften verbessern, was wiederum für eine stabilere Straßenlage gerade bei stärkerem Seitenwind und in Kurven sorgt. Das Fahrwerk bietet noch ganz ordentlich Komfort. Die Traktionskontrolle ist mit Motor- und Bremseingriff kombiniert. Das Grip-&-Go-Paket mit dem adaptiven System soll für bessere Bodenhaftung sowie stabileres Fahrverhalten auf Matsch, Sand oder Schnee sorgen. Bei der Servolenkung handelt es sich um eine geschwindigkeitsabhängige. Die Bremsen verzögern standfest. Deren regenerative Auslegung gewinnt in Schubphasen und beim Verzögern Energie zurück, die in die Batterie eingespeist wird. Unter anderem Mode-2-Ladekabel und dreiphasiger Onboard-Charger sind Standard an Bord.  

Modellschriftzug auf der großen Heckklappe, hinter die 597/850 bis 2126/2693 Liter Gepäck passen.

Bereits mit einem umfangreicheren Basispaket

Die Ausstattung: Schon das Basismodell ist umfangreicher bestückt. Zum Serienumfang des Combo-e Life gehören so etwa schon Front-, Heckschürze, Schiebetür, verglaste Heckklappe, Spoiler, Klimaanlage, 3,5-Zoll-Fahrerinformationsdisplay, Radio, Fünfzoll-Touchscreen, Digitalempfang, unten abgeflachtes Komfortlenkrad, Spurhaltehilfe, Frontkollisionswarner, Müdigkeits-, Verkehrsschild-, Fußgängererkennung, Berganfahrassistenz, Tempomat samt Begrenzer und 16-Zoll-Stahlräder mit 205er-Reifen. Multimedia-Navigation mit Achtzoll-Touchscreen und Sprachsteuerung kostet 1200, die zweite Schiebetür 450 und die Smartphone-Integration 400 Euro extra. 

Heck-/Seitenansicht des geräumigen Vans mit entweder einer oder optional auch zwei Schiebetüren.

Bei Nutzfahrzeugen schon Ende 2021 komplett

Alles in allem: „Opel ist elektrisch“, finden zumindest die Rüsselsheimer. Mit den vor dem Start stehenden Elektro-Combo setzen sie jedenfalls die Elektrifizierung der Marke fort. Schon bis Ende 2021 soll ihr gesamtes Nutzfahrzeugportfolio komplett elektrifiziert sein. So ist geplant, dass etwa auch erste Exemplare des großen Movano noch im Herbst zu Einstiegspreisen ab 57 990 Euro zu den Kunden rollen und die Produktion des darunter platzierten Brennstoffzellen-Projektmodells Vivaro-e Hydrogen mit Wasserstoffantrieb in den kommenden Monaten in Rüsselsheim beginnt. Bis 2024 hat Opel vor, alle Pkw- und Nutzfahrzeugmodelle auch in elektrifizierter Ausführung im Programm zu haben. Ab 2028 will die deutsche Stellantis-Tochter dann auf dem Kernmarkt Europa nur noch Elektrofahrzeuge anbieten.  

Datenblatt

(Combo-e Life/Life XL) Motor: Elektro. Leistung: 100/136 kW/PS. Maximales Drehmoment: 260 Newtonmeter. Beschleunigung: 11,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit: 135 Stundenkilometer. Batterie: Lithium-Ionen. Kapazität: 50 Kilowattstunden. Verbrauch: Nach WLTP kombiniert 19,3-20,0 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Reichweite: 280 Kilometer. Ladedauer: Je nach Anschluss 32 Minuten für 80 Prozent der Batterie bis gut fünf Stunden. Grundpreis: 38 100 bis 42 550 Euro (Combo-e Life), 42 400 Euro (Combo-e Life XL)   

KoCom/Fotos: Günther Koch

19. Oktober 2021