Mittwoch, 14. April 2021

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Blinklicht

"Klare Antwort: Ja, denn zum einen betrug der Dieselanteil beim CX-5 in den letzten beiden Jahren rund 30 Prozent und zum anderen passt ein sauberer und effizienter Diesel gerade für die Langstrecken-Fahrten besser als ein Benziner oder sogar besser als ein Plug-in-Hybrid mit Benzinmotor."

Mazda-Deutschland-Sprecher Jochen Münzinger aus Anlass der Fahrvorstellung des jetzt überarbeiteten Mittelklasse-SUV CX-5 auf die Frage, ob Mazda bei Fahrzeugen wie dem CX-5 auch in Zukunft weiter auf den Diesel setzt. (gk)

Die Speerspitze

Audi führt zwei 476 und 598 PS starke Gran-Turismo-Vollstromer-Coupés in e-tron-Baureihe ein

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der e-tron GT, hier als 598-PS-RS, erweitert Audis Elektro-Modellpalette nach oben. Fotos: Koch

Hamburg – Nach dem e-tron, e-tron Sportback, e-tron S und dem e-tron S Sportback erweitert Audi jetzt seine aktuell bei 69 100 Euro beginnende e-tron-Baureihe um die beiden gerade in Hamburg vorgestellten e-tron GT Quattro und RS e-tron GT. Die Ingolstädter wollen sie ab Mai zu Einstiegspreisen ab 99 800 und 138 200 Euro ausliefern, treten damit gegen Konkurrenten wie Teslas Model S oder den Taycan der Volkswagen-Konzernschwestermarke Porsche an.

Mit aktiver Aerodynamik

Das Auto: Bei beiden e-tron GT handelt es sich um viertürige Gran-Turismo-Coupés, die außen etwas den A5/S5/RS5-Sportback- und A7/S7/RS7-Modellen ähneln. Sie sind 4,99 Meter lang, 1,96 Meter breit, nur 1,41 Meter hoch, verfügen über lange 2,90-Meter-Radstände sowie im Heck über immerhin noch 405- beziehungsweise 350-Liter-Kofferräume. Die Karosserielinie verläuft flach. Die Proportionen sind sportlich. Die Fronthaube streckt sich ganz schön. Der Singleframe-Grill in Kontrastfarbe fällt ziemlich niedrig aus. Die Quattro-Blister sind stärker ausgeprägt. Es gibt große Räder und eine breite Spur. Die Dachlinie der Kabine sinkt früh ab, was die Sicht nach hinten etwas beeinträchtigt, geht schließlich ins Heck mit den doch extremeren Einzügen über. Zur aktiven Aerodynamik mit einem windschnittigem cw-Wert von nur 0,24 gehören schaltbare Lufteinlässe für Bremsen und Kühler sowie ein mehrstufig ausfahrender Heckspoiler. Der Unterboden ist geschlossen, der Heckdiffusor breit. Der Innenraum setzt sportliche Akzente. Wer hinten sitzen muss, kann seine Füße wenigstens in einer Art vertieften „Fußgarage“ platzieren. Im digitalen Cockpit mit den größeren Displays hinter dem Lenkrad und in der Mitte findet man sich nach kurzer Eingewöhnung doch rasch zurecht.

Der RS ist der stärkere der beiden e-tron GT. Blick auf die vier Markenringe vor.   

Ein Elektromotor vorn, einer hinten

Der Antrieb: Gleich zwei Elektromotoren, der eine vorn, der andere hinten, sorgen für entsprechenden Schub und den elektrischen Allrad. Sie leisten 476 (per Boost kurzzeitig 530) und 598 (per Boost kurzzeitig 646) PS, stellen drehmomentstarke 630 (per Boost 640) und enorme 830 Newtonmeter zur Verfügung, beschleunigen die leer 2350 und 2420 Kilo schweren GT in 4,1 und 3,3 Sekunden mächtig aus dem Stand auf Tempo 100, machen sie bis zu 245 und 250 Stundenkilometer schnell. Ein Zweigang-Getriebe überträgt die Kraft auf die Räder. Die Reichweite der Lithium-Ionen-Batterie mit brutto/netto 93/84-Kilowattstunden-Energiegehalt und 800-Volt-Technik findet sich mit alltagstauglichen 452 bis 487 und 433 bis 472 Kilometern so zumindest im Datenblatt, der Verbrauch nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren mit 19,9 bis 21,6 und 20,6 bis 22,5 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometern. Wir sind in beiden Audi unterwegs gewesen, deren Bordcomputer bei uns am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und spritzigeren Autobahnfahrprofilen 24,8 (statt maximal 21,1) und 25,7 (statt maximal 22,5) Kilowattstunden angezeigt haben. Je nach Anschluss sollen fünf Minuten Laden für 100 Kilometer, 23 für 80 Prozent der Batteriekapazität reichen.

Das Digitalcockpit ist Serie. RS steht bei Audi für besonders sportliche Modelle.

Technisch mit Porsche Taycan verwandt

Das Fahren: Dass beide GT technisch mit dem Taycan verwandt sind, merkt man. Die Fahrleistungen beeindrucken. Beim Tritt aufs Fahrpedal schieben sie vehement voran. Man kann mit ihnen „segeln“ und Energie zurückgewinnen. Die Bremsrekuperation gibt Audi mit bis zu 265 Kilowatt an. Schon das Fahrwerk der Normalversion ist mit Dämpferregelung, Komfort-, Dynamik-, Effizienz- und Individualeinstellung kombiniert. Tiefer Schwerpunkt und bestmögliche Achslastverteilung durch Einbaulage der Batterie und Anordnung der Elektromotoren wirken sich positiv auf das gesamte Fahrverhalten aus. Der Allrad ist vollvariabel, wird mit offenem Hinterachsdifferenzial und radselektiver Momentensteuerung unterstützt. Die elektromechanische Servolenkung gibt direkte Rückmeldung von der Straße. Die vorn und hinten innenbelüfteten Scheibenbremsen packen standfest zu. Im RS ist eine Dreikammer-Luftfederung Standard, die über verschiedene Trimmlagen automatisch Fahrzeugniveau und -dämpfung anpasst. Der Allrad ist in diesem Fall mit geregelter Differenzialsperre an der Hinterachse verknüpft. Wer will, kann als Option hier sogar Allradlenkung für noch größere Agilität auf der Strecke und bessere Wendigkeit ordern. Der sportliche e-tron-Sound ist Serie.

Schon die e-tron-GT-Normalversion fährt überaus sportlich vor. Unter der Fronthaube ist Stauraum.

Innen auch Recycling-Materialien

Die Ausstattung: Im Basismodell, dem e-tron GT Quattro, gehören etwa LED-Scheinwerfer, LED-Heckleuchten, getöntes Panorama-Glasdach, Dreizonen-Klimaautomatik, Leder/Kunstleder-Sportsitze, Lederlenkrad, virtuelles Cockpit, Infotainment, 10,1- und 12,3-Zoll-Display, Digitalradio, Navigation, Vernetzung samt Smartphone-Einbindung, Soundsystem, Geschwindigkeitsregelanlage samt Begrenzer, Spurverlassenswarnung, Einparkhilfe, On-Board-Ladegerät, e-tron-Ladesystem und 19-Zoll-Leichtmetallräder mit 225/275er-Reifen schon zum Grundumfang. Der RS verlässt unter anderem mit Optikpaket schwarz, Matrix-LED-Scheinwerfern, Ambiente-Lichtpaket, Mikrofaser/Kunstleder-Sportsitzen plus und 20-Zöllern mit 245/285er-Reifen die Produktion. Innen nutzt Audi Recycling-Materialien etwa aus wiederverwendeten alten Plastikflaschen und Fischernetzen, setzt so auch ein Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit.

Blick auf den Modellschriftzug hinten. Und so sieht der Elektrosportler von der Seite aus.

Zweifellos Hingucker

Alles in allem: Als „Speerspitze der Elektrifizierung“ kündigen Audi und Audi Sport GmbH die beiden e-tron-Neulinge an, die zweifellos Hingucker sind. Bei der digitalen Weltpremiere zuvor war sogar schon von der „nächsten Ikone“, vom „attraktivsten Audi aller Zeiten“ die Rede. Audi-Chef Markus Duesmann sieht darin zudem die Möglichkeit, den „Vorsprung durch Technik“-Slogan der Marke wieder neu zu beleben. Dass die GT in den Böllinger Höfen bei Neckarsulm hergestellt werden, könnte dabei durchaus ein gutes Omen sein. Der Supersportwagen R8 lässt grüßen!

Datenblatt

Motor: Jeweils ein Elektromotor vorn und hinten. Leistung: 350/476, 440/598 kW/PS. Maximales Drehmoment: 630/830 Newtonmeter. Beschleunigung: 4,1/3,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 245/250 Stundenkilometer. Brutto/Netto-Batteriekapazität: 93/84 Kilowattstunden Energiegehalt. Reichweite: 452 bis 487, 433 bis 472 Kilometer. Ladedauer je nach Anschluss: Fünf Minuten Schnellladen für 100 Kilometer, 23 Minuten für 80 Prozent der Batterie. Verbrauch: 19,9 bis 21,6 und 20,6 bis 22,5 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer. Grundpreis: 99 800 Euro (e-tron GT), 138 200 Euro (e-tron RS GT).

KoCom/Fotos: Günther Koch

3. März 2021