Mittwoch, 14. April 2021

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  • GALERIA STUDIEN: EQ Silver Arrow nennt sich die Mercedes-Silberpfeil-Vision. Foto: Günther Koch
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Blinklicht

"Klare Antwort: Ja, denn zum einen betrug der Dieselanteil beim CX-5 in den letzten beiden Jahren rund 30 Prozent und zum anderen passt ein sauberer und effizienter Diesel gerade für die Langstrecken-Fahrten besser als ein Benziner oder sogar besser als ein Plug-in-Hybrid mit Benzinmotor."

Mazda-Deutschland-Sprecher Jochen Münzinger aus Anlass der Fahrvorstellung des jetzt überarbeiteten Mittelklasse-SUV CX-5 auf die Frage, ob Mazda bei Fahrzeugen wie dem CX-5 auch in Zukunft weiter auf den Diesel setzt. (gk)

Elektro pur

Volvo hat mit Kompakt-SUV XC40 ersten Vollstromer im Programm / Zwei Motoren, 408 PS, Allrad

Von Günther Koch/Life-Magazin

Dem Elektro-XC40 soll 2021 gleich noch der zweite vollelektrische Volvo folgen. Fotos: Koch

Hamburg – Zugegeben, der Name klingt etwas umständlich: XC40 Recharge P8 AWD. Doch kann auch Volvo damit jetzt zumindest auf sein erstes, rein batterieelektrisches Modell verweisen, tritt mit dem kompakten Elektro-SUV gegen demnächst ebenfalls neue Konkurrenten wie deni Q4 von Audi und den EQA von Mercedes an. Der aktuelle Modelljahrgang 2021 beginnt bei 62 000 Euro, der für 2022 soll, so Deutschland-Sprecher Michael Schweitzer gerade bei der Fahrvorstellung in Hamburg, dagegen dann schon ab „deutlich unter 60 000 Euro“ zu haben sein. 

Infotainment auf Android-Basis

Das Auto: Den in den Normalversionen zuletzt ab 31 500, als Plug-in-Hybrid-Teilzeitstromer ab 48 900 Euro teuren XC40 gibt es bei uns seit 2018. Er läuft für den europäischen Markt im belgischen Gent vom Band, stellt in Volvos SUV-Welt unterhalb vom XC60 und XC90 so lange das Einstiegsmodell dar, bis der offenbar noch kompaktere XC kommt. Der wie gehabt skandinavisch-coole, schnörkellos-formschöne Elektro-XC40, 4,42 Meter lang, 1,86/2,03 Meter breit, 1,64 Meter hoch, Radstand 2,70 Meter, Kofferraum hinten 414, Stauraum vorn 31 Liter, unterscheidet sich außen durch die geschlossene Front, den hochglänzend-schwarzen Heckdiffusor und die Räder im 19- und 20-Zoll-Format. Im selbst im Fond noch vergleichsweise geräumigen Inneren kommen im dank moderner Displaytechnik sehr übersichtlichen Digitalcockpit spezielle Anzeigen für den Elektrobetrieb hinzu. Das Infotainment mit dem hochformatigen Touchscreen in der Mittelkonsole baut auf Android-Basis auf, ist nach kurzer Eingewöhnung rasch im Griff.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo mittig in der Verkleidung vorn.

180 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit

Der Antrieb: Der ist im Grunde bekannt, stammt aus dem Polestar 2 der Volvo-Performance-Marke, der auf derselben, ebenfalls von der chinesischen Konzernmutter Geely genutzten Plattform entsteht. Gleich zwei Elektromotoren, einer vorn, der andere hinten, bringen es, übertragen von einem ruckfreien einstufigen Getriebe, zusammen auf satte 408 PS und durchzugsstarke 660 Newtonmeter Drehmoment bis 4350 Touren, sorgen zugleich für den elektrischen Allrad. In 4,9 Sekunden schafft dieser XC40 aus dem Stand Tempo 100, ist 180 Stundenkilometer schnell, eine Begrenzung, die inzwischen generell bei Volvo-Modellen gilt. Die Hochvoltbatterie tief im Fahrzeugboden verfügt über 78 Kilowattstunden Kapazität, nutzbar davon sind 75. Den kombinierten Verbrauch geben die Schweden mit 23,8 bis 25,0 Kilowattstunden, die Reichweite mit 400 bis 418, innerorts mit 519 bis 539 Kilometer an, jedenfalls im Datenblatt. Bei uns hat der Bordcomputer in Sachen Verbrauch am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und etwas spritzigeren Autobahnfahrprofilen im Mix 25,6 Kilowattstunden Strom angezeigt.

Das Stauabteil vorn fasst 31 Liter. Im modernen Cockpit geht es sehr übersichtlich zu.   

Starke Rekuperation sorgt auch für One-Pedal-Feeling

Das Fahren: Gleich ziemlich kraftvoll, recht komfortabel und relativ geschmeidig geht es los. Ohne große Mühe schiebt dieser leer doch 2188 Kilo schwere Volvo, der Lasten bis 1,5 Tonnen ziehen kann, voran, schnurrt danach leise dahin. Die sehr stark eingestellte Rekuperation, das Zurückgewinnen von Energie, erlaubt, mit dem Fahrpedal entweder zu beschleunigen oder zu bremsen, indem man einfach den Fuß vom Pedal lupft. Das hohe Drehmoment steht quasi vom Start weg zur Verfügung. Der Allrad erhöht mit der Traktion die Stabilität beim Fahren. Das Fahrverhalten generell haben wir als sicher und jederzeit gut beherrschbar empfunden. Die elektronische Servolenkung könnte direktere Rückmeldung von der Straße geben. Die Scheibenbremsen packen standfest zu. Egal ob Agilität, Handlichkeit oder bestmögliche Gewichtsverteilung: Die Anordnung der Elektromotoren vorn und hinten sowie des Akkus zentral zwischen den Achsen, was auch das Platzangebot weitestgehend erhält, ist dafür durchaus vorteilhaft. Der Elf-Kilowatt-Bordlader dient dazu, den Akku leichter zu Hause oder unterwegs zu laden. Schnellladen soll in 40 Minuten bis 80 Prozent möglich sein. Die optionale Wärmepumpe unterstützt die Klimatisierung, hilft zudem, Energie zu sparen und die Reichweite zu erhöhen.     

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers mit dem Modellschriftzug hinten.

Schon standardmäßig umfangreicher bestückt

Die Ausstattung: Diesen Volvo liefern die Schweden standardmäßig als Pure Electric aus. Der ist dann etwa schon mit LED-Scheinwerfern, sportlicheren Front- und Heckschürzen, Kontrastdach, dazu mit Zweizonen-Klimaautomatik, 12,3-Zoll-Digitalinstrumentierung, Infotainment, Neunzoll-Touchscreen, Google-Onlineservices, Digitalradio, Soundsystem, Textil-/Nappaleder-Sportsitzen, Tempomat, Einparkhilfe, elektrischer Heckklappen-Automatik und 19-Zoll-Leichtmetallrädern mit vorn/hinten 235/255er-Reifen gut bestückt, fährt zudem mit verschiedensten elektronischen Hilfen bis hin zum City-Safety-System zur Kollisionsvermeidung samt Fußgänger-, Radfahrer-, Wildtiererkennung und Kreuzungsbremsassistenz vor. Extras wie Fahrassistenz-Paket Pro, Laderaum-Paket mit faltbarem Boden, Sicht-Paket mit Voll-LED-Leuchten, Xenium-Paket Pro mit elektrischem Panorama-Glasschiebedach, Park- und 360-Grad-Umgebungskamera sowie spezieller Lackierung haben die 62 000 Euro Grundpreis des Wagens, mit dem wir unterwegs gewesen sind, am Ende nochmals um gut 9000 auf über 71 000 Euro erhöht. 

Der Kofferraum im Heck fasst 414 Liter. Und so sieht der XC40 Recharge von der Seite aus.    

Computer berechnet Akku-Füllstand voraus

Alles in allem: Auch wenn vom Grundpreis noch 7500 Euro Förderung abgehen: Um die 60 000 Euro Anschaffungskosten sind kein Pappenstiel. Aber den Anfang hat Volvo damit gemacht. Eine frontangetriebene 204-PS-Variante mit kleinerer Batterie ist im Gespräch. Zudem soll noch 2021 nach dem ersten gleich der zweite Vollstromer folgen, wohl ein sportlich-coupéhafterer XC40-Recharge-Ableger. Fünf Elektroautos insgesamt wollen die Schweden bis 2025 einführen. Kein Wasserstoff, kein Biokraftstoff, kein synthetischer Sprit: „Unsere Zukunft“, sagt Volvo-Deutschland-Chef Thomas Bauch bei der Veranstaltung in Hamburg, „ist elektrisch!“ Selbst eine Taste zum Starten des Wagens scheint nicht mehr nötig. Einfach reinsetzen, auf die Bremse treten, Fahrstufe einstellen – und der Strom beginnt zu fließen. Schade, dass die restliche Reichweite erst bei 20 Kilometern angezeigt wird, der Bordcomputer vorher lediglich auf den vorausberechneten Füllstand des Akkus bei Ankunft am Ziel verweist. Im Fall des Falles soll es jedoch rechtzeitig Vorschläge geben, welche nächsten Ladestationen am Weg man anfahren kann. Immerhin.

Datenblatt

Motor: Zwei elektrische Permanentmagnet-Synchronmotoren. Leistung: Jeweils 150/204, zusammen 300/408 kW/PS. Maximales Drehmoment: Jeweils 330, zusammen 660 Newtonmeter bis 4350 Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 4,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 180 Stundenkilometer. Batterie: Lithium-Ionen-Hochvoltakku. Kapazität maximal/nutzbar: 78/75 Kilowattstunden. Verbrauch: Laut Volvo kombiniert 23,8 bis 25,0 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Ladezeit: Je nach Anschluss 40 Minuten für 80 Prozent bis 72 Stunden. Reichweite: 400 bis 418, innerorts 519 bis 539 Kilometer. Grundpreis: 62 000 Euro (Modelljahr 2021), unter 60 000 Euro (Modelljahr 2022).

KoCom/Fotos: Günther Koch

23. Februar 2021