Mittwoch, 20. Januar 2021

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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

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Jaguars vollelektrischer I-Pace ist auch mit anderen Aufwertungen schon ins Modelljahr 2021 gefahren

Von Günther Koch/Life-Magazin

Jaguars I-Pace wartet aufgefrischt mit einigen praktischen Neuerungen auf. Fotos: Koch

Kronberg/Taunus – Kurzer Fotostopp. Die Region zu Füßen des Taunus unter dichter, zäher Nebeldecke. Oben auf dem Großen Feldberg azurblauer Himmel und strahlender Sonnenschein. „Schönes Auto“, sagt der Mann auf der Passhöhe am Sandplacken, der beim Fotografieren zuschaut. Gerade ist, was die Detailaufnahmen betrifft, hinten der Modellschriftzug an der Reihe. Bei dem Auto handelt es sich um Jaguars Elektro-I-Pace, den die Briten mit einigen Änderungen so jetzt in Kronberg am Taunus vorgestellt und zum Einstiegspreis ab 77 300 Euro auch schon ins Modelljahr 2021 geschickt haben.

Leicht nachgeschärft

Das Auto: Den I-Pace, nicht zu verwechseln mit dem herkömmlichen beziehungsweise teilelektrischen E-Pace, gibt es seit 2018. Er ist 4,68 Meter lang, 2,01/2,13 Meter breit, 1,56 Meter hoch, verfügt über 2,99 Meter Radstand, einen Kofferraum, der 656 plus 27 Liter im Bug bis 1453 Liter fasst, fährt mit leicht nachgeschärftem Design und neuen Farben vor. Jaguars erstes vollelektrisches Serienmodell ist zumindest bei der Einführung laut Jaguar-Deutschland-Sprecher Michael Küster sogar der erste SUV-Vollstromer weltweit gewesen. Inzwischen mischen im Premium-Kompakt-SUV-Segment Konkurrenten von Audi (e-tron) über BMW (iX3), Lexus (UX 300e) und Mercedes (EQC) bis Volvo (XC40 Recharge) mit.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo, der Raubkatze, vorn im Frontgrill.

Zwei Elektromotoren, 400 PS

Der Antrieb: Dafür sorgen zwei Elektromotoren mit jeweils 200 PS und 348 Newtonmetern Drehmoment, der eine in die Achse vorn, der andere in die hinten integriert, um so auch den elektrischen Allrad zu realisieren. Beide zusammen bringen es im System auf 400 PS und wirklich durchzugsstarke 696 Newtonmeter, beschleunigen den EV400 genannten I-Pace sportwagenmäßig in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen ihn in der Spitze 200 Stundenkilometer schnell. Ein einstufiges Getriebe mit fester Übersetzung überträgt die Kraft auf die Räder. Den Verbrauch gibt Jaguar nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren mit maximal 25,2 Kilowattstunden an, zumindest im Datenblatt, die Reichweite mit bis zu 470 Kilometern. Das komplette Laden der 90-Kilowattstunden-Batterie soll je nach Anschluss in 8,6 bis weniger als 13 Stunden möglich sein, 15 Minuten Schnellladen sollen für zusätzlich 63 oder 127, eine Stunde für zusätzlich 35 oder 53 Kilometer reichen. Bei unserem mit gut 30 Kilometern relativ kurzen Test den Taunus hoch und wieder runter hat der Bordcomputer am Ende nach gemischten Fahrprofilen ohne Autobahn in Sachen Stromverbrauch 31,1 Kilowattstunden und mit insgesamt 87 Prozent unterm Strich noch eine restliche Reichweite von 336 Kilometern angezeigt.  

Das Staufach unter der Haube vorn fasst 27 Liter. Im Cockpit geht es modern und übersichtlich zu.

Mit beeindruckender Durchzugskraft

Das Fahren: Die mehr oder weniger sofort zur Verfügung stehende Durchzugskraft beeindruckt bei Elektroautos wie dem I-Pace immer wieder. Das System speist beim Verzögern gleich wieder Energie zurück in die Batterie. Wählt man die höhere Stufe dafür, reichen Treten und Loslassen des Elektropedals fürs Ein-Pedal-Fahren. Bremsen ist dann nur noch selten nötig. Das Fahrwerk ist auch ohne Luftfederung ausreichend komfortabel. Dank niedrigem Schwerpunkt, breiter Spur und ausgeglichener Verteilung des Gewichts hat der leer trotz Aluminium-Leichtbau doch 2,2 Tonnen schwere Jaguar auch fahrdynamisch einiges drauf, bewegt sich spritzig auf der Straße und sicher durch Kurven. Fahrmodi von Eco bis Dynamik passen das Verhalten des Fahrzeugs an verschiedene Fahrbedingungen und Fahrstile an. Der Allrad reagiert prompt, erhöht mit der Bodenhaftung die Stabilität beim Fahren. Die elektronisch gesteuerte Fahrkontrolle baut dabei selbst auf extrem rutschigen Untergrund bestmögliche Haftung auf. Lediglich die elektromechanische Servolenkung könnte etwas direktere Rückmeldung geben. Die vorn und hinten innenbelüfteten Scheibenbremsen packen dagegen standfest zu.

Blick auf den Modellschriftzug am Heck. Ins Gepäckabteil hinten passen 656 bis 1453 Liter hinein.

Neues Infotainment endlich leichter bedienbar

Die Ausstattung: Die drei Lines, in denen der I-Pace angeboten wird, sind S, SE und HSE. Schon im umfangreicher bestückten Basispaket gehören etwa LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment, Zehnzoll-Touchscreen, Navigation, Digitalradio, Smartphone-Paket, Soundsystem, Multifunktionslederlenkrad, Sportsitze, Aufmerksamkeits-, Spurhalteassistenz, Verkehrszeichenerkennung, Einparkhilfe, Tempomat samt Begrenzer, Ladekabel für Ladestationen und für zu Hause sowie 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen zum Grundumfang. Das Infotainment lässt sich endlich schneller und einfacher mit weniger Schritten in Untermenüs bedienen, wird wie das Batteriemanagement und der Ladevorgang automatisch aktualisiert. Dreiphasen-Wechselstrom erleichtert das Laden zu Hause und unterwegs, reduziert die Ladezeit deutlich, soll maximale Reichweite über Nacht garantieren. Die Vernetzung ist bis hin zu Schnittstellen für zwei Mobiltelefone parallel besser geworden. 3D-Surround-Kamera und ClearSight-Spezialrückspiegel innen für uneingeschränkte Rundumsicht erweitern die Sicherheitstechnologien. Die neue teilbare Rückbank erhöht Flexibilität und Alltagsnutzen, die Ionisierung zum Filtern der Luft in der Kabine schon beim Aufladen den Wellnessfaktor.

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers. Und so sieht das Elektro-Kompakt-SUV von der Seite aus. 

Noch praktischer nutzbar

Alles in allem: Die Anschaffungskosten haben es natürlich in sich. Mit der schnelleren Ladetechnik, dem leichter handhabbaren Infotainment und den anderen Neuerungen ist der vollelektrische Jaguar aber durchaus noch praktischer nutzbar. Ein Wort sind auch die achte Jahre oder 160 000 Kilometer Garantie der Briten auf die Antriebsbatterie. "Was nicht unwichtig ist", sagt der Mann am Sandplacken im Taunus, "darauf kommt es schließlich auch an." Der I-Pace des Modelljahrs 2021 ist in Kronberg zusammen mit den neuen Evoque- und Discovery-Sport-Plug-in-Hybriden der Schwestermarke Land Rover präsentiert worden; beide haben wir parallel ebenfalls ausführlicher vorgestellt.

Datenblatt

Motor: Zwei Elektro-Permanentmagnetmotoren. Leistung: Jeweils 147/200 kW/PS. Systemleistung: 294/400 kW/PS. Maximales Drehmoment: Jeweils 348 Newtonmetern. Systemdrehmoment: 696 Newtonmeter. Beschleunigung: 4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 200 Stundenkilometer. Batterie: Lithium-Ionen. Kapazität: 90 Kilowattstunden. Reichweite (WLTP): 470 Kilometer. Ladezeit: Je nach Anschluss 8,6 bis 12,75 Stunden, zusätzliche Reichweite pro 15 Minuten Schnellladung 63 oder 127, pro Stunde Schnellladung 35 oder 53 Kilometer. Verbrauch (WLTP): Laut Jaguar 22-25,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Grundpreis: Je nach Mehrwertsteuer 77 300/75 352 Euro. 

KoCom/Fotos: Günther Koch

27. November 2020