Freitag, 30. Oktober 2020

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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

Unter (Teilzeit-)Strom

Mini setzt mit Cooper SE Countryman All4 Elektrifizierung fort / Plug-in-Allradhybrid mit 220 PS

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der Countryman, hier als Cooper SE All4, ist das größte Modell von Mini. Fotos: Koch 

Frankfurt/Main – Noch ist es keine richtige Familie, aber die auf Kleinwagen spezialisierte BMW-Premiumtochtermarke Mini ist zumindest auf dem Weg dorthin: Mit dem ab 38 016 Euro teuren Plug-in-Hybrid-Modell Cooper SE Countryman All4 haben die Münchner nach dem bereits seit März 2020 im Handel befindlichen 184-PS-Vollstromer Mini Electric Cooper SE gerade in Frankfurt/Main ihr zweites elektrifiziertes Modell vorgestellt.

In aufgewerteter zweiter Generation

Das Auto: Den über Dreitürer, Fünftürer, Cabrio und Clubman angesiedelten Countryman hat Mini 2010 eingeführt. Generation zwei des größten und vielseitigsten Modells der Marke ist seit 2017 am Start, in überarbeiteter Auflage mit modifiziertem Design, neuen Ausstattungsmerkmalen und weiterentwickelter Antriebstechnik seit Mitte 2020. Der preisliche Einstieg beginnt aktuell bei 26 600 Euro. An klassischen Verbrennern sind einschließlich John Cooper Works derzeit vier Turbobenziner mit 102, 136, 178 und 306 sowie drei Turbodiesel mit 116, 150 und 190 PS lieferbar. Der allradangetriebene fünfsitzige Cooper SE Countryman All4, 4,29 Meter lang, 1,82 Meter breit, 1,55 Meter hoch, Radstand 2,67 Meter, Kofferraum 405 bis 1275 Liter, ist der erste Mini mit Doppelherzkraft aus Verbrennungs- und Elektromotor. Auch mit dieser Variante zielen die Münchner insbesondere auf Kundschaft in der Stadt und im städtischen Umfeld ab.  

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenlogo vorn auf der Motorhaube.

125-PS-Benziner und 95-PS-Elektromotor

Der Antrieb: Ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Twinpower-Turbobenziner mit 125 PS und 220 Newtonmetern Drehmoment arbeitet hier mit einem unter dem Kofferraum platzierten 95 PS und 165 Newtonmeter starken Elektromotor zusammen, der das Gepäckabteil etwas kleiner ausfallen lässt. Gemeinsam bringen es beide auf 220 PS Systemleistung und 385 Newtonmeter Systemdrehmoment, beschleunigen diesen unter Strom gesetzten Countryman in 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen ihn in der Spitze noch bis zu 196 Stundenkilometer schnell. Eine sehr gut abgestufte Sechsgang-Automatik überträgt die Kraft Mini-typisch auf die Vorderräder, während der Elektromotor auf die Hinterräder wirkt und so der All4-Allrad entsteht. Die direkt vor dem Elektromotor unter dem Rücksitz verbaute Batterie verfügt über zehn Kilowattstunden Kapazität. Je nach Anschluss soll der laut Mini rein elektrisch für 44 bis 52 Kilometer reichende Akku bis 80 Prozent in zweieinhalb bis dreidreiviertel Stunden nachgeladen sein. Den Spritkonsum gibt Mini zumindest im Datenblatt nach dem realistischeren WLTP-Messverfahren im Mix mit 1,7 bis 2,0 Litern an, was 45 bis 50 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer entspricht. In Sachen Strom soll der Verbrauch bei 13,1 bis 14,0 Kilowattstunden liegen. Die Abgasnorm ist die strengere Euro-6d. 

Antriebsmäßig arbeiten ein Verbrennungs- und ein Elektromotor zusammen. Blick ins Cockpit.

Auto-eDrive, Max-eDrive und Save-Battery-Modus

Das Fahren: Gut, dass die Konzernmutter BMW in Sachen Elektrifizierung schon Erfahrung hat! So kann auch Mini entsprechende Antriebskomponenten nutzen. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl. Bei Auto-eDrive geht es bis Tempo 80 rein elektrisch voran; nehmen Geschwindigkeit und Beanspruchung zu, schaltet sich der Verbrenner automatisch ein. In der Max-eDrive-Einstellung ist elektrische Fortbewegung bis Tempo 135 möglich. Über den Save-Battery-Modus kann man sich Energie aufheben, um später vielleicht wieder in der Stadt schadstofffrei unterwegs zu sein. Ist die Routenführung der Seriennavigation aktiv, verhilft das auf deren Daten sich beziehende Energiemanagement zusätzlich zu mehr Effizienz. Das Fahrwerk ist ziemlich straff ausgelegt. Die Lenkung mit elektrohydraulischer, von der Geschwindigkeit abhängiger Lenkkraftunterstützung gibt direkte Rückmeldung. Bei unserer ersten Ausfahrt anfangs meist über Autobahn, danach durch die Stadt, zuletzt den Taunus hinauf hat der Bordcomputer verbrauchsmäßig am Ende 4,2 Liter und 16,7 Kilowattstunden angezeigt. Bei der elektrischen Reichweite sind es 31 Kilometer gewesen.  

Heck-/Seitenansicht des fünftürigen Fünfsitzers. Das E-Logo deutet auf die Elektrifizierung hin.

Mit hybridspezifischen Anzeigen

Die Ausstattung: Unter anderem LED-Scheinwerfer mit erweiterten Umfängen, Klimaanlage, Audiosystem, 8,8-Zoll-Touchscreen, Digitalradio, Smartphone-Einbindung, Sportlederlenkrad, Auffahrwarnung, City-Anbremsfunktion und 17-Zoll-Leichtmtallräder mit 225er-Reifen gehören schon zum Basispaket. Hinzu kommen bei diesem Landmann, englisch Countryman, unter Strom der akustische Fußgängerschutz in Form eines speziell generierten Sounds für elektrisches Fahren bis Tempo 30, dazu die eDrive-Taste, eDienste zur Suche und Anzeige beispielsweise von Ladestationen, Fahrzeugreichweite, Ladestatus, Ladetimer und Ladevorkonditionierung, das eInstrument, um das beschleunigende gemeinsame Verbrennungs-/Elektromotorboosten und das Rückgewinnen von Energie anzuzeigen, sowie ein Ladekabel für die Haushaltssteckdose. 

Das Gepäckabteil fasst 405 bis 1275 Liter. Und so sieht der Teilzeitstromer von der Seite aus.

Leistung kann sich sehen lassen

Alles in allem: Der Blick in die Preisliste zeigt, dass der neue Plug-in-Hybrid auf dem Niveau des 190-PS-Countryman-Allraddiesels liegt. Der Antrieb passt. Die Daten können sich auch dank der tätigen Mithilfe des Elektromotors in diesem leer doch immerhin 1660 Kilo schweren Mini sehen lassen. Besonders im Stopp-&-Go-Verkehr spielen Batterie und Elektromotor ihre Stärken aus. Die offiziellen Werte für den Sprit-, Stromverbrauch und für die Reichweite dürften im Alltagsbetrieb jedoch nicht ganz leicht zu erreichen sein. Mal sehen, wie es mit der Familienplanung bei der BMW-Tochter elektrifiziert weitergeht. 

Datenblatt

Motor: Dreizylinder-Twinpower-Turbobenziner plus Elektromotor. Leistung (Verbrenner/Elektromotor): 92/125, 70/95 kW/PS. Maximales Drehmoment (Verbrenner/Elektromotor): 220, 165 Newtonmeter. Systemleistung: 162/220 kW/PS. Systemdrehmoment: 385 Newtonmeter. Beschleunigung: 6,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 196, rein elektrisch 135 Stundenkilometer. Batterie: Lithium-Ionen. Kapazität: 10 Kilowattstunden. Ladedauer: Je nach Anschluss bis 80 Prozent zweieinhalb bis dreidreiviertel Stunden. Elektrische Reichweite: 44 bis 52 Kilometer. Umwelt: Laut Mini Spritverbrauch 1,7-2,0 Liter pro 100 Kilometer, 40-45 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer, Stromverbrauch 13,1-14,0 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.  

KoCom/Fotos: Günther Koch

22. September 2020