Samstag, 19. September 2020

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Blinklicht

"Trotzdem braucht es keinen Pilotenschein, um diesen Golf zu fahren."

Hendrik Muth aus dem Produktmarketing der achten VW-Golf-Generation bei der Vorstellung der beiden Plug-in-Hybridvarianten GTE und eHybrid sowie des Mildhybrid eTSI am Stammsitz der Marke und des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg über das noch digitalere und in verschiedenen Medien als nicht immer intuitiv kritisierte Bedienkonzept unter Hinweis darauf, dass sich dieser digitale Trend auch fortsetzen werde. (gk)

Im Spannungsaufbau

Renault hat den Clio als Hybrid sowie den Captur und den Grandtour-Mégane als Plug-in elektrifiziert

Von Günther Koch/Life-Magazin

Clio, Captur und Mégane Grandtour fahren jetzt auch unter Strom. Fotos: Renault       

Brühl – Bis 2022 will Renault zwölf Modelle mit Hybridtechnologie im Programm haben. Den Auftakt machen, gerade am Sitz der Deutschland-Organisation in Brühl bei Köln vorgestellt, ab September der Clio als Hybrid ab 21 874 Euro, der Captur als Plug-in-Hybrid ab 32 752 Euro und der Grandtour-Mègane als Plug-in-Hybrid ab 34 107 Euro. Mit dem Clio sind die Franzosen in der Kleinwagen-, mit dem Captur in der City-SUV- und mit dem Mégane in der Kompaktklasse unterwegs.

Die Zahlen steigen

Für Pkw-Produktmarketing-Mann Alexander Albrecht sind die Rahmenbedingungen für elektrifizierte Modelle „aktuell sehr günstig“, wohl auch wegen der finanziellen Förderung. Jüngste Dataforce-Zahlen, auf die Albrecht bei der Präsentation in Brühl verweist, belegen zudem: Bei den Zulassungen nach Antriebsart in Deutschland haben Benziner (inklusive Autogas) 2020 im Vergleich zu 2015 schon 9, Diesel aus bekannten Gründen sogar 27 Prozent einbüßen müssen, während vollelektrische Autos und solche mit Hybrid- oder mit Plug-in-Hybridantrieb – von einem freilich mit nur 4 und sogar nur 2 Prozent sehr, sehr kleinen Vergleichsniveau kommend – prozentual mehr als deutlich zugelegt haben, laut Dataforce bei den Stromern nämlich gleich um 769, bei den Hybriden um 652 und bei den Plug-in-Hybriden noch um 571 Prozent.

Klein, aber fein: Den Clio gibt’s jetzt auch als Hybrid. Blick ins Cockpit des 140-PS-Fünftürers.

Spezielles Antriebssystem

Twizy, Zoe, zuletzt immer noch das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland und in Europa, dazu Kangoo und Master: Mit diesen vier Z(ero)E(mission)-Fahrzeugen haben die Franzosen bereits vorgemacht, wie man rein batterieelektrisch und damit zumindest lokal vollkommen schadstofffrei unterwegs sein kann. Unter dem Begriff E-Tech fassen sie nun die neuen elektrifizierten Modelle mit jeweils speziellem Antriebssystem zusammen. Besonderheit ist, dass die Grundstruktur seriellen und parallelen Hybridbetrieb erlaubt, bei den Plug-in-Hybriden zudem den rein elektrischen Modus. Beim seriellen System lädt der Verbrenner den Akku während der Fahrt, die Elektromotoren übernehmen den eigentlichen Antrieb. Im parallelen System arbeiten Elektromotoren und Verbrenner zusammen. „Welchen Modus die Systemsteuerung allerdings übernimmt, das hängt von der aktuellen Fahrsituation und vom Ladestand der Batterie ab“, erläutert Renault-Mann Albrecht.

Die Antriebskennung ist nicht nur an der Seite angebracht, sondern auch am Heck zu finden.

Jeweils Verbrenner und zwei Elektromotoren

Clio Hybrid, Captur Plug-in-Hybrid und Mégane Grandtour Plug-in-Hybrid kombinieren die jeweils zwei Elektromotoren mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner. Sie starten immer im elektrischen Modus. Ihre Beschleunigung wird elektrisch oder ausschließlich mit Kraft aus der Batterie unterstützt. Und dank dem neuen Multi-Mode-Getriebe ihne Kupplung, dank der effizienterer Energierückgewinnung und dank der verbesserten Batterie soll die Bilanz laut Albrecht in Sachen Leistung günstiger ausfallen. Wie die Energie jeweils fließt, das wird dann im modernen Display entsprechend angezeigt.

An der Steckdose aufladbar: Der Mégane fährt künftig ebenfalls als Plug-in-Hybrid-Kompaktkombi vor. 

Im Kleinwagen mit 1,2-Kilowattstunden-Batterie

Zum Clio Hybrid: Er leistet im System 103/140 kW/PS. Die Beschleunigung auf Tempo 100 geben die Franzosen mit 9,9 Sekunden an, den Spritverbrauch im Mix pro 100 Kilometer mit 3,6 Litern, was umgerechnet einem Kohlendioxidausstoß pro Kilometer von je nach Messverfahren 82/96 Gramm entspricht. Nach der ersten Ausfahrt hat der Bordcomputer bei uns am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und kurzen Autobahnfahrprofilen 4,2 Liter angezeigt. Die Batterie mit 1,2 Kilowattstunden Kapazität lädt sich durch Rekuperation selbst auf, wobei der B(rems)-Modus des Getriebes eine höhere Energierückgewinnung erlaubt. Beim Verbrauch rechnet Renault bis zu 40 Prozent Ersparnis in der Stadt vor. 100 Prozent elektrisches Fahren sollen für 80 Prozent der Fahrten in der Stadt reichen. Das Stauabteil fasst erweiterbare 254 Liter.

Dass der Grandtour-Mégane nutzwertiger ist, resultiert nicht zuletzt aus seinem größeren Gepäckabteil.

Im City-SUV Akku schon mit 9,8 Kilowattstunden Kapazität ...

Zum Captur Plug-in-Hybrid: Er leistet im System 116/158 kW/PS, stellt mit 300 Newtonmetern ordentlich Drehmoment bereit. Mit zumindest im Datenblatt so angegebenen 1,5 Liter Mixverbrauch würden pro Kilometer nur 34/32 Gramm vom schädlichen Treibhausgas Kohlendioxid ausgestoßen. Rein elektrisch lässt sich der kleine Crossover bis Tempo 135 fahren. Mit vollem 9,8-Kilowattstunden-Akku soll man wiederum rein elektrisch in der Stadt bis 65, kombiniert bis 52 Kilometer weit kommen. Das Kofferraumvolumen hier beträgt auch mit Blick auf die verschiebbare Rückbank erweiterbare 265/379 Liter. Das Vollladen gibt Albrecht je nach Lademodus entweder bei 3,6 oder bei 2,4 Kilowatt mit drei bis fünf Stunden an.

Für die Stadt gedacht: Der B(rems)-Modus des Getriebes lässt den Captur stärker rekuperieren. 

... genauso wie im nutzwertigeren Kompaktkombi

Zum Mègane Grandtour Plug-in-Hybrid: Mit dem elektrifizierten Kombi – 116/158 kW/PS Leistung, laut Datenblatt 1,3 (im Test auf identischer Hybrid-Clio-Strecke 2,8) Liter Mixverbrauch, 29/28 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer, rein elektrisches Fahren bis Tempo 135, ebenfalls Batterie mit 9,8 Kilowattstunden Kapazität, rein elektrische Reichweite in der Stadt bis zu 65, kombiniert bis zu 54 Kilometer – sprechen die Franzosen neben Privat- vor allem Gewerbekunden an, die beispielsweise, was den Nutzwert betrifft, mehr Platz im Kofferraum mit erweiterbaren 389 Litern brauchen.

Das Vollladen der Batterie des fünftürigen Fünfsitzers dauert je nach Lademodus drei bis fünf Stunden.

Jeweils mit Intens-Ausstattung verbunden

Die drei E-Tech fahren stets in Intens-Ausstattung vor, bei der im Hybrid-Clio Voll-LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, digitale Siebenzoll-Instrumententafel, Online-Multimediasystem, Siebenzoll-Touchscreen, Smartphone-Einbindung, Einparkhilfe, Notbremsassistenz, Fußgänger-, Verkehrszeichenerkennung, Spurhaltehilfe und 17-Zoll-Leichtmetallräder etwa schon zum Grundumfang gehören. Beim Captur Plug-in-Hybrid sind digitale Zehnzoll-Instrumententafel, 9,3-Zoll-Touchscreen, Navigation, Rückfahrkamera, freischwebende Mittelkonsole, Multi-Sense mit Ambientelicht und Ladekabel Standard. Der Mègane Grandtour Plug-in verlässt serienmäßig mit Siebenzoll-Touchscreen und 16-Zöllern das Werk.

Dank der Kraft der drei Herzen

Was beim Fahren vor allem auffällt, ist neben der auf längere Sicht nachhaltiger-effizienteren und ziemlich kultivierten Fortbewegung auch die unterm Strich spürbar durchzugsstärkere durch die Kraft der drei Herzen. Die Normalversionen des Clio stehen aktuell ab 13 052, die des Captur ab 17 692 und die des Grandtour-Mégane ab 22 620 Euro in der Liste. 

KoCom/Fotos: Renault

16. Juli 2020