Freitag, 30. Oktober 2020

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Gute Reise!

"Eine Dame lebt in Venedig, / die ist mit achtzig noch ledig. / Sie beklagt sich nicht, / sie lächelt und spricht: / „Vielleicht war das Schicksal mir gnädig.“

Die Limericks, die Sie an dieser Stelle immer lesen, stammen alle von Ole Haldrup. Sein „Buch der Limericks“ (2003), dazu „Lirum, Larum, Limerick“ (2004) und „Das Geheimnis der fünften Zeile" (2007) sind zu beziehen über: Nereus-Verlag, Susanne Happle, Johann-von-Werth-Straße 6, 79100 Freiburg, Telefon 0761-403802, nereus-verlag @gmx.de. (gk)

Im spanischen Süden

Orangen, Oliven, Ruhe im Hinterland und Picasso am Meer / Andalusien (I): Mit Ford von Málaga nach Marbella

Von Günther Koch/Life-Magazin

Alozaina liegt zwischen Tolox, Casarabonela und Yunquera am Fuß der Sierra de las Nieves. Fotos: Koch

Málaga/Marbella - Mitte Januar. Ford stellt in Andalusien sein neues Kompakt-Crossover-SUV-Modell Puma vor. Corona ist zwar Thema in China, aber noch nicht in Europa. Wir machen uns auf den Weg von Málaga, wo die meisten Costa-del-Sol-Flieger landen, durchs Hinterland über Ronda nach Marbella und tags darauf wieder zurück in Richtung Málaga. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere neue Reihe von Unterwegsgeschichten auch als Reisetipp für die Zeit nach Corona fort.

Weiße Dörfer im "Paradies der Natur"

Für seine weißen Dörfer und Städte ist die Region Andalusien bekannt. Yunquera, gut 60 Kilometer von Málaga entfernt, heißt Besucher im Hinterland der Sonnenküste Costa del Sol im "Paraiso de la Naturaleza" willkommen, im "Paradies der Natur". Wer weiter nach Ronda will, hat auf landschaftlich schöner Strecke von hier noch etwa 35 Kilometer vor sich, ...   

Ein Viadukt und mehr Olivenhaine

... passiert auf dem Weg dorthin auch Reste eines alten römischen Viadukts. Je höher man in dem zum Biosphärenreservat erklärten Parque Natural Sierra de las Nieves kommt, desto mehr breiten sich um El Burgo, Heimat von Afrika-Kriegsheld Benitez, zugleich aber auch von Bandit Pasos Largos, dem mit dem langen Schritt, Oliven- statt Orangenplantagen aus.  

Vielleicht hilft Gebet zur Jungfrau

Dieser Glockenturm auf dem Weg zum Mittagsstopp im Weingut La Melonera bei Ronda könnte durchaus mal wieder einen neuen Außenputz vertragen. Vielleicht hilft nicht weit weg vom kleinen Gotteshaus ein Gebet zur Jungfrau Carmen, dass die nötigen Finanzmittel dafür möglichst bald zur Verfügung stehen. Muchas gracias, Virgin del Carmen! Danke!

In der einstigen Jetset-Metropole

Beim Nobu-Hotel, in das wir uns in der einstigen Jetset-Metropole Marbella einquartieren, handelt es sich um eine Fünf-Sterne-Anlage in Strandnähe. Schon am nächsten Morgen geht es wieder zurück Richtung Málaga und, weil wir Zeit haben, noch einen Schlenker darüber hinaus. Anlass der Reise war diesmal die Fahrvorstellung des neuen Ford Puma.

In der Hacienda über Cártama

Je näher wir erneut in die niedrigeren Gefilde an der Küste kommen, desto öfter fahren wir auch wieder an ausgedehnten Orangenplantagen vorbei. In der Hacienda La Biznaga mit großen Gärten und üppiger Vegetation auf einem kleinen Hügel oberhalb von Cártama gibt es weiße Gipsbüsten zu bestaunen und schöne Blicke über das Guadalhorce-Tal zu genießen.

Alte Maschinen und ruhige Wege

An der Autobahn an Málaga vorbei weiter nach Motril und Alméria erinnen alte Straßenbaumaschinen an vergangene Zeiten. In Colmenar in der Berglandschaft am Rand des Naturparks Montes de Málaga führen Wanderpfade durch Kiefernwälder zu Wasserfällen und Aussichtspunkten. Klöster, Kirchen und traditionelle Lokale säumen die ruhigen Wege.

Leider geschlossen, aber hübsches Zugangstor

Das El Mirador mit dem hübschem Zugangstor hatte, als wir an dem Restaurant vorbei gefahren sind, geschlossen. Es dürfte aktuell nicht anders sein, weil auch in Spanien mittlerweile - Stichwort Corona - ein dramatischer Ausnahmezustand herrscht. Beim Restaurant Los Tres Cincos steht dieser Kilometerstein 555 an der Straße von Colmenar nach Málaga.

Die Religion und die "Einarmige"

Spanien ist überwiegend katholisch. Religöse Bildmosaike wie dieses in einem Stadtviertel von Málaga sind keine Seltenheit. Unser Ziel ist die Gegend am Hafen der Bischofsstadt, deren hohe Renaissance-Kathedrale den Spitznamen La Manquita trägt, was für die "Einarmige" steht, da ihr eigentlich noch geplanter zweiter Turm nie fertiggestellt worden ist.

Fähre und Festung

Die Reederei Trasmediterránea verbindet das Festland mit den Inseln Spaniens und den Territorien in Nordafrika, lässt ihre Fähren auch über Málaga verkehren. Gleich zwei Hügelfestungen bestimmen die Skyline der Stadt mit, der Alcazaba und die Ruinen des Castillo de Gibralfaro. Im Hafen hat das feuerrote Rettungsschiff "Maria Zamprano" festgemacht.

Maria, "Andalucia" und Selfie

Der Nachbau der Galeone "Andalucia", am Heck mit Marienbild verziert, hat einen Stopp an der Costa del Sol eingelegt. Mit Schiffen wie diesen haben die Spanier im 16. Jahrhundert die Welt umsegelt. Klar, dass die "Andalucia" auch im Hafen von Málaga Aufmerksamkeit erregt. Und natürlich darf dann ein Selfie für die, die zu Hause geblieben sind, da nicht fehlen.

Pablo, Palmen und Farbe

Wie es sich gehört: Bei Souvenirkarten steht oder sitzt der wohl berühmteste Sohn der Stadt, der 1881 in Málaga geborene Maler, Grafiker und Bildhauer Pablo Picasso, in diesem Fall buchstäblich im Mittelpunkt. Sehenswerte Gebäude wie dieses gegenüber dem Hafen finden sich fast überall. Palmen und Farbe betonen das südliche Spanien-Flair nur noch mehr.   

Info Andalusien I

Spaniens südlichste Festlandsregion ist mit gut 8,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste im Land, gilt flächenmäßig mit rund 87 300 Quadratkilometern nach Kastilien-León als zweitgrößte. Bei Tarifa liegen Europa und Afrika nur 14 Kilometer auseinander, getrennt durch die Straße von Gibraltar. Ebenfalls Andalusien ist nach den Römern über Jahrhunderte von den arabisch-muslimischen Mauren beherrscht gewesen. Auf deren Bezeichnung al-Andalus geht auch der Name der Region zurück. Die leider oft mit Hochhaus-Bettenburgen verbaute Costa del Sol ist es sehr touristisch. Das rund 600 000 Einwohner zählende Málaga findet sich genauso dort wie Marbella mit seinen rund 141 500 Einwohnern. im Hinterland geht es meist beschaulicher zu. Die andalusische Hauptstadt Sevilla wird oft mit Flamenco in Verbindung gebracht, Ronda mit Stierkampf, Córdoba und Granada vor allem mit ihrer maurischen Vergangenheit. Das Klima in der Region ist subtropisch-mediterran mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchteren Wintern. Wir waren in Marbella im Nobu-Hotel (fünf Sterne, 81 Zimmer/Suiten, parkähnliche, weitläufige Strandanlage im andalusischen Stil, www.nobuhotels.com/marbella ) untergebracht. Zwischenstation haben wir bei Ronda auf dem Weingut La Melonera (www.lamelonera.com) gemacht, sind zum Schluss in einem der Lokale an der Uferpromenade eingekehrt.

Info Andalusien II

Bekanntestes Gericht der andalusischen Küche dürfte die kalte Gemüsesuppe Gazpacho sein. Olivenöl ist das "grüne Gold" Andalusiens. Kräuter und Gewürze stellen ein Erbe der Mauren dar. Tapas sind ohne den luftgetrockneten Jamón-Iberico-Schinken kaum vorstellbar. Bei den Nachspeisen von Turrón-Mandelnougat über Pestinos-Honig-, Mantecados-Mandel-, Polvorónes-Schmalzgebäck und Rosquillas-Aniskringel bis hin zu kleinen Piononos-de-Santa-Fé-Küchlein gilt: Hauptsache süß! An der Küste schmecken Moraga-Sardinien mit Weißwein, Knoblauch und Olivenbrot, Chipirones-Tinten- oder frittierter Friturasfisch. Im nach wie vor eher ländlich geprägten Hinterland kommen mit Blick auf Bauern und Hirten mehr herzhaft-deftig etwa Knoblauchsuppe, Cocido-Kichererbseneintopf mit Schinkenknochen, Paprika- und Blutwurst, Kaninchen, Lamm, Nieren in Sherrysauce, gefüllte Artischocken, Saubohnen mit Schinken, Ziegen- und Schafskäse auf den Tisch. Im Dreieck Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barramede und El Puerto de Santa Maria sollte man Sherry vom trockenen Fino bis zum süßen Ximénez probieren. Rund um Málaga wird der gleichnamige Weißwein angebaut. Aus der Gegend um Córdoba stammen die Montilla-Moriles-Tropfen. In der Provinz Huelva wird Condado angebaut. Gute Rotweine reifen in der Serranía de Ronda. Wer Bier mag: Einfach Cruzcampo, San Miguel oder Alhambra bestellen.

Service Auto

Wer mit dem Reisemobil auf Tour gehen will: Von der deutsch-schweizerischen Grenze sind es durch Frankreich und ganz Spanien hinunter an die Cosa del Sol rund 2000 Kilometer mit über 20 Stunden reiner Fahrzeit. Von Málaga sind es auf kürzestem Weg auf der Küstenautobahn oberhalb an Torremolinos, Benalmádena und Fuengirola vorbei nach Marbella gut 50 Kilometer, für die man 40 Minuten einplanen sollte. Für die über 110 Kilometer lange Strecke, die wir bis Ronda gefahren sind, müssten zwei Stunden einkalkuliert werden. Wer Zeit hat, könnte in einem Bogen auch noch nördlich über Carratraca, Ardales, Teba und Cuevas del Becerro nach Ronda fahren. Hinzu kommen weitere 75 Minuten für die Weiterreise aus den Bergen hinunter ans Meer nach Marbella. In Spanien darf in Orten bis 50, außerhalb bis 90 oder 100, auf Autobahnen bis Tempo 120 gefahren werden. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Größter Flughafen ist der in Málaga. Granada und Sevilla verfügen über kleinere regionale Airports. Die Reise in Andalusien fand im neuen Ford Puma statt, der als Mildhybridbenziner mit 125 und 155 PS aktuell zu Einstiegspreisen ab 23 150 Euro bei den Händlern steht. Information: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Reuterweg 51-53, 60323 Frankfuirt/Main. Telefon 069-725033, www.spain.info.

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KoCom/Fotos: Günther Koch

26. März 2020